,,Dein Kopf in Zeilen“ ist ein Raum, um Gedanken, Gefühle oder Situationen zu teilen sei es als innerer Monolog, Gedicht oder einfach, wie es dir passt. Vielleicht findest du dich in den Worten anderer wieder oder jemand fühlt sich durch deine Zeilen verstanden.
Ein Ort, an dem du deine Gedanken ohne Druck und mit Respekt teilen kannst.
Regeln für Rückmeldungen:
Damit sich jeder wohlfühlt, solltet ihr am Ende eures Textes kurz dazuschreiben, ob ihr euch eine Rückmeldung wünscht oder nicht.
Zum Beispiel:
Rückmeldung erwünscht:
„Wie denkt ihr darüber?“
„Wie findet ihr das?“
„Welche Gedanken löst es in euch aus?“
Keine Rückmeldung erwünscht:
„Nur zum Nachdenken.“
„Bitte ohne Rückmeldung.“
So respektieren wir den Raum, den jede*r für sich braucht.
Liebes Sternchen,
Danke für deinen Text, der mich sehr anrührt. Ich lese Trauer, Enttäuschung aber auch eine Sehnsucht und dass das letzte Fünkchen nicht erloschen ist.
Mich würde interessieren, wie es weitergeht. Was Punkt wieder strahlen und vielleicht zum Sternchen werden lässt - so wie es ja scheinbar mal war. Was können Rahmen und Punkt dafür tun?
nachdenkliche Grüße
bke-Betty
Ihr könnt gerne Rückmeldung geben.
Die Bke
Es war einmal ein kleiner Punkt, im Universum, ganz ohne Grund. Er fühlte sich ganz oft allein und machte sich selbst ganz, ganz klein. Seine Welt war traurig, nichts da was ihm hält, alles dunkel, leer wie ein vergessenes Feld.
So suchte er nach ein' sicheren Ort, etwas Halt, vielleicht auch nur ein liebes Wort. Er sah in die Sterne und entdeckte in der Ferne einen Rahmen, gab sich da einen Namen. Es dauerte nicht lang und er wurde liebevoll empfang', kam häufig her und keiner machte es ihm schwer. Dort war es sicher, warm, vertraut und voller Lichter, alle verschieden doch Punkt fand immer wieder Frieden. Brach seine Welt ein wenig nieder, fand er sich dort ein bisschen wieder und auf der Suche nach seinem eigenen Licht erweiterten andere seine Sicht.
Doch plötzlich kam alles andes, der Rahmen ist nichtmehr besonders. Alle vertrauten Lichter schwanden, denn keiner konnte gut im neuen Rahmen landen. Dort war es kantig kalt und franzig, und viele Probleme passten nun nichtmehr in die Systeme. Es wurde enger und dazu noch strenger, die Lichter gedämpft und alles umsonst erkämpft. Zu helfen war nichtmehr das Ziel, denn Punkt war plötzlich nur zu viel. So reagierte er verletzt, den die Kälte hatte sich auf ihn gesetzt, er tobte und war nurnoch am weinen, denn sein Licht konnte nichtmehr scheinen. Er verletzte sich an allen Kanten, die anderen Lichter waren es, welche ihn ausbrannten. So suchte Punkt still die Ferne, denn keiner hatte ihn mehr gerne. Er zog sich kurze Zeit zurück, hoffte trotzdem noch auf Glück doch die Distanz nahm ihm sein' letzten Glanz und Punkt weiß sicher, sagt es leise, dass ist wahrscheinlich das Ende seiner Reise.
~Sternchen
Hey :)
Ich habe einen Text über meine Essstörung geschrieben, die mir jetzt an Weihnachten besonders zu schaffen macht. Wenn ihr mit solchen Sachen selbst Probleme habt: Passt beim Lesen bitte auf euch auf!
Rückmeldung erwünscht:
„Wie denkt ihr darüber?“
„Wie findet ihr das?“
„Welche Gedanken löst es in euch aus?“
An Weihnachten ist Essen überall.
Auf dem Tisch.
In der Luft.
In jedem Gespräch.
Und für alle anderen ist es einfach nur Essen.
Für mich ist es ein Minenfeld.
Ich gehe in den Raum und spüre es sofort.
Nicht Hunger.
Anspannung.
Mein Körper weiß, dass er gesehen wird.
Mein Kopf weiß, dass er bewertet wird.
Ich setze mich und noch bevor ich etwas nehme, bin ich schon wachsam.
Nicht genießen.
Nicht auffallen.
Nicht zu viel.
Nicht zu schnell.
Ich esse und zähle nicht Kalorien, sondern Blicke.
Dieses kurze Hochziehen der Augenbraue.
Dieses Nach-unten-Schauen.
Dieses Zögern, bevor jemand etwas sagt.
Und manchmal sagen sie es.
Ganz beiläufig.
Ganz harmlos gemeint.
„Du hast doch schon so viel gegessen.“
Nicht böse.
Nicht laut.
Aber der Satz bleibt.
Er setzt sich fest wie ein Gewicht auf meiner Brust.
Ich halte inne.
Die Gabel in der Luft.
Mein Körper friert kurz ein.
Ich lache vielleicht.
Ich sage vielleicht nichts.
Aber innen fällt etwas in sich zusammen.
Ein anderer Tag.
Ein anderer Moment.
„Denkst du schon wieder nur ans Essen?“
Gesagt mit einem Lächeln.
Vielleicht sogar als Witz.
Aber mein Körper hört keinen Witz.
Er hört:
Du bist falsch.
Du bist zu viel.
Du hast dich nicht im Griff.
Und sofort beginnt es in mir zu arbeiten.
Ich sitze anders.
Ich ziehe mich kleiner.
Ich lege Besteck weg, auch wenn ich noch Hunger habe.
Oder wenn ich nur denke, dass ich Hunger habe.
Ich weiß es irgendwann nicht mehr.
Denn an Weihnachten darf man essen.
Aber anscheinend nicht ich.
Ich spüre die Blicke, wenn ich nachlege.
Ich spüre sie auch, wenn ich es nicht tue.
Es gibt keinen richtigen Weg.
Esse ich, bin ich der Beweis.
Esse ich nicht, bin ich auffällig.
Und während alle reden, bin ich damit beschäftigt, nicht zu existieren.
Ich sitze da und halte meinen Körper fest.
Ich bewege mich vorsichtig.
Ich nehme weniger Platz ein.
Ich falte mich zusammen, damit niemand denkt, ich wäre zu viel.
Und in meinem Kopf laufen die Sätze.
Ununterbrochen.
Die isst bestimmt gern.
Die hat keine Kontrolle.
Die ist halt so.
Und jetzt kommen neue dazu.
Du hast doch schon so viel gegessen.
Denkst du schon wieder nur ans Essen?
Ich weiß nicht mehr, welche Stimmen von außen kommen und welche schon meine eigenen sind.
Wenn ich binge, ist das kein Trotz.
Kein „Jetzt erst recht“.
Es ist ein inneres Nachgeben.
Ein Punkt, an dem ich aufhöre, mich zu verteidigen.
Ein Moment, in dem ich denke:
Wenn ich eh schon falsch bin, kann ich auch aufhören, mich zusammenzuhalten.
Dann esse ich.
Nicht aus Freude.
Nicht aus Genuss.
Ich esse, weil alles zu laut ist.
Weil ich müde bin
vom Kontrollieren.
Vom Beobachtetwerden.
Vom Rechtfertigen.
Während ich esse, wird mein Körper schwerer und mein Kopf endlich leiser.
Schwer sein ist leiser als fühlen.
Für diesen kurzen Moment bin ich nicht die, über die gesprochen wird.
Ich bin einfach nur voll.
Aber auch dieser Moment kippt.
Und danach kommt sie zurück.
Die Scham.
Schwerer als vorher.
Lauter als vorher.
Ich sitze da zwischen Tellern und Lichterketten und denke:
Jetzt haben sie recht.
Jetzt bin ich genau das,
was sie gesagt haben.
An Weihnachten tut ein Binge noch mehr weh.
Weil alles sichtbar ist.
Weil Essen überall ist.
Weil niemand versteht, dass das kein „Zu-viel-Wollen“ war.
Sie sagen:
„War doch lecker.“
„Ist doch normal.“
„Man darf doch an Weihnachten.“
Aber sie sehen nicht, dass ich nicht genossen habe.
Ich habe überlebt.
Und danach laufe ich anders.
Ich sitze anders.
Ich trage alles mit mir.
Die Blicke.
Die Sätze.
Die Scham.
Ich fühle mich nicht mehr wie ein Mensch.
Mehr wie ein Körper, den man kommentiert.
Wie ein Essverhalten, das man korrigieren möchte.
Dabei bin ich mehr.
Ich bin sensibel.
Ich bin aufmerksam.
Ich bin müde.
Ich fühle zu viel.
Ich bin jemand, der mit Essen versucht, durch diese Tage zu kommen.
Aber an Weihnachten hört man das nicht.
Man hört nur:
„Du hast doch schon so viel gegessen.“
„Denkst du schon wieder nur ans Essen?“
Und ich sitze da und wünsche mir nur eines:
Nicht weniger Essen.
Nicht mehr Kontrolle.
Sondern dass jemand aufhört, meinen Körper und mein Essen zu kommentieren.
Und anfängt, mich als Mensch zu sehen.
Denn ich bin mehr.
Auch an Weihnachten.
-Fairy-
Hey,
danke, Kira… dir dank ich auch, Maya. Ich hab oft das Gefühl, dass ich mit meinen Texten nicht richtig rüberbringen kann, was ich sagen möchte, und dass ihr das nicht so seht, wie ich es rüberbringen wollte.
Ich selbst kann auch gar nicht einschätzen, ob meine Texte etwas vermitteln ich schreib einfach das, was in mir ist.
Du könntest es ja auch mal versuchen: einfach schreiben, was du fühlst. Es muss nicht lang sein (:
Noch einen schönen Abend,
Nahla
Hi
@liora: danke dass du deinen Text mit uns geteilt hast. Ich hab richtig gänsehaut bekommen beim lesen. Hab deinen letzten text auch schon gelesen gehabt und bei beiden kommt dein gefühl bei mir an und ich find beim lesen spürt man das tiefe gefühl dass du spürst und zeigen möchtest aber auch auf eine ganz sanfte Art. Deine texte kommen bei mir eher wie flüstern an als ein lauter schrei und deine bilder sind sehr nahbar. Du hast wirklich talent und man spürt richtig wie du täglich kämpfst und deshalb find ichs bewundernswert wie warm und sanft du geblieben bist trotz allem mist.
@nahla: danke auch dir für dein gedicht. Auch du kannst toll schreiben und grad beim ende kam bei mir frust und Verzweiflung in deinen worten an. Darüber zu kämpfen und zu leisten und sich irgendwie nicht vom Fleck zu bewegen obwohl man so viel gibt. Die Kälte hab ich deutlich gespürt. Würde mich freuen auch noch mehr von dir lesen zu dürfen.
Ich bin immer wieder fasziniert wie viele von euch so toll schreiben können das ist echt ein wundervolles Talent. Ich kann und könnte sowas definitiv nicht.
LG
Maya
Liebe Nahla,
die Suche nach der Wärme trotz Kälte….
Danke, dass du deine Empfindungen, die du so bildhaft darstellst, mit uns teilst.
Ich kann dir nur sagen, dass mir beim Lesen nicht kalt war!
Warme Grüsse
bke-Kira
Hey, wenn ihr mögt dürft ihr drauf antworten!
Winter in mir
Ich spüre etwas, das man Kälte nennt,
einst war sie noch leise, noch ganz still.
Doch dann brach der Winter ein,
und mir wurde ganz kalt.
So suchte ich die Wärme, die scheint.
Doch die kalte Welt, die ich zu verspüren schien,
die sich versteckt, immer weiter wächst, unsichtbar,
die keiner sieht außer ich,
so versuchte ich zu fliehen.
Doch die Sicht war bedeckt,
man sah nur Wald – eiskalt, genau so kalt wie ich.
Kinder spielten, ringten sich,
doch ich konnte kaum atmen,
mich von der Seite wagen.
Wie lange kann ich mich nicht rühren?
Ich wollte etwas spüren,
doch sah nur Müll, voller Schrott,
der alles weitere bedeckt.
In so einer Kälte zu leben,
beansprucht meine restliche Kraft,
die ich in mir trug.
Und doch wird man getrieben,
gezwungen,
oder weiter mit der Kälte zu kooperieren.
Ich wusste nicht, wie ich die Zeit weiter bestrebe,
wie ich in Hoffnung leben soll,
wenn ich nicht weiß,
wie ich die Wärme zu mir finde kann.
Wenn ich nicht rauskomme,
stehen bleib –
eiskalt waren meine Hände.
Ich versuche, in die richtige Richtung zu lenken,
doch meine Beine werden schwächer, zerbrechlicher,
so dauert es länger, den Weg zu suchen.
Die Zeit wird knapper,
und die restliche Kraft verweht.
Ich verzweifle,
versuche alles zu greifen,
doch nach jedem Schritt erfriert meine Hand ein weiteres stück,
wird kälter.
Die Suche nach dem Weg kostet Kraft,
die ausgeht, mich verweht.
Wie soll ich neue Kraft tanken,
wenn meine Energie verlosch,
nichts mehr ist zu schaffen,
ohne eine einzige Batterie zu entwaffnen?
Ich versuche, diesen Weg nicht zu erstreben,
weil – wie?
Wenn ich weiter so lebe, verliere ich mich.
Versuche es, doch nichts lässt die Kälte weg ziehen.
So krieche ich zur Seite,
doch nichts passiert.
Und nun kommt eine weitere Krise die in mir regiert.
Wo hol ich meine Kraft,
wenn man selbst Kraft braucht, um Kraft zu holen,
und die Kälte mich überwacht?
Ich friere, friere,
fühle mich schwach,
schalte zur Energie,
doch nichts das klappt.
Die Suche, die Versuche,
sie stecken fest,
bewegen sich keinen Schritt nach vorn,
verzerren meine Stimme,
meine Sicht der Dinge.
Am Ende der Kräfte legt mein Körper auf Schalter,
mein Sein wird immer leiser,
denn ich komm kein bisschen weiter,
trotz Arbeit, trotz Leistung.
Liebe Grüße Nahla
Hallo
wenn jemand mag darf man dazu was schreiben.
Liebe Grüße
"kommt gut nach hause"
"mach das zu hause fertig"
"wann musst du nach hause?"
alltägliche Sätze
alltägliche Stiche
zu hause ist kein Ort
nicht für mich
zu hause war nie das Haus
sondern zwei Stimmen die meinen Namen kannten wie niemand anders
zwei Arme in denen die Welt still wird
das Gefühl dass die Welt draußen laut sein darf
weil drinnen alles sicher ist
auch wenn ich jeden Tag in einem Haus steh
und andere Stimmen hör
wird es nie zu hause sein
und was für viele so selbstverständlich ist
zerreißt mir jeden tag neu das Herz
und dann lächel ich
und nicke
als wär es auch für mich wahr
weil es noch mehr weh tut
immer zu erklären
dass zu hause kein ort ist
zu dem ich zurück kann
zu hause ist nur noch eine Erinnerung
die schönste Erinnerung die ich hab
die gleichzeitig am meisten weh tut
ich hab eins
und doch irgendwie auch nicht
und ihr erinnert mich jeden Tag daran
selbst wenn ichs nicht mehr ertragen kann
lässt mich der Alltag nie kurz vergessen
was fehlt
Hi Betty,
vielen Dank für die liebe Antwort. Es war wirklich nicht sehr leicht, aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe, weil ich dadurch auch endlich mal die Trauer zulassen konnte, in der Hoffnung, dass ich es jetzt verarbeiten, und auch hier in der Beratung z.B. darüber sprechen kann, damit der Verlust irgendwann vielleicht etwas erträglicher wird.
Ich wollte dich damit zwar nicht zum weinen bringen, aber mir ging es gestern Abend genau so, und es ist schön zu wissen, dass du sehr mitfühlend bist.
Ich hoffe auch, dass sie nach mir schaut, und sich an unsere gemeinsame Zeit erinnert. Ich bin mir auch sehr sicher, dass sie, obwohl ich jetzt aktuell noch keinen Hund haben kann, schon den passenden Hund für mich im Auge hat, und dass ich irgendwann wieder ein Mäuschen in mein Herz lassen kann, und diesen Hund genau so sehr lieben kann, wie ich sie liebe. Dieser Gedanke gibt mir sehr viel Kraft.
-Fairy-
Also als Hundebesitzerin möchte ich mich auch noch einmal zu Wort melden und meinen Respekt für diese Zeilen teilen. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht leicht war, dies in Worte zu fassen und umso mehr freue ich mich, dass es dir im Endeffekt gut getan hat!
Mir kullern immernoch die Tränen, so rührend fand ich deine Worte und absolut passend und nachvollziehbar!
Ich bin mir sicher, deine Hündin guckt weiter nach dir uns sucht schon eine würdige Nachfolge für irgendwann und irgendwie!
Danke Fairy!
bke-Betty
Hallo,
danke für eure lieben Rückmeldungen zu meinem Text..
Es hat mir gestern sehr gut getan, diesen Text zu schreiben, und meiner Trauer um meine Maus einfach freien Lauf zu lassen, da ich die sonst immer ziemlich verdränge.. Weil es zu schmerzhaft ist.
Es tut mir sehr leid, dass du diesen Verlust, nach nur zwei Jahren, machen musstest, Kira.
Es war jetzt tatsächlich das erste Mal, dass ich es so in Worte fassen konnte, aber das hat sehr gut getan. Danke euch, dass ihr den Text durchgelesen habt.
-Fairy-
Liebe Fairy,
vielen Dank, dass du es mit uns geteilt hast.
Ich hatte deine Freundin wirklich gesehen, euch beide gesehen und wie sie fliegt, über die Felder läuft und …deine Traurigkeit gespürt.
Hatte selbst eine ähnlich Erfahrung so eine treue Seele leider schon nach zwei Jahren zu verlieren und nie gedacht, wie tief und verbunden man mit einem Tier sein kann. Diese Traurigkeit teile ich mit dir. Das ist schön, dass du es so in Worte fassen kannst. Es ist eine besondere Erfahrung, Bewahre deine Liebe in dir und sei dankbar für diese besondere Erfahrung.
Herzlich und dankend grüßt
bke-Kira
Hey Fairy,
Wow.. dein Text ist echt herzzerreißend man hat gespürt wie viel liebe und wie wichtig dir dein Haustier war ich finde du hast es total gut rüber gebracht und danke das es auch geteilt hast.
Liebe grüße Nahla
Guten Abend,
ich habe ein Gedicht an meinen Hund geschrieben, die in zehn Tagen 9 Jahre alt wird. Es wird der erste Geburtstag ohne sie sein, was mich sehr mitnimmt, weshalb ich ihr ein Gedicht geschrieben habe.
Rückmeldung erwünscht:
„Wie denkt ihr darüber?“
„Wie findet ihr das?“
„Welche Gedanken löst es in euch aus?“
Für dich, mein Engel auf vier Pfoten 👼
Acht Jahre.
Man sagt das so schnell, als wäre es einfach Zeit, als wären es bloß Zahlen. Momente aneinandergereiht wie Perlen auf einer Schnur.
Aber für mich waren diese acht Jahre ein ganzes Leben.
Unser Leben.
Ein Zuhause, das sich nicht aus Wänden zusammensetzte, sondern aus Pfoten, aus einem wedelnden Schwanz, aus einem Blick, der mich verstanden hat, lange bevor ich selbst wusste, was mit mir los war.
Fast sechs Monate sind vergangen, seit die Welt aufgehört hat, sich richtig anzufühlen.
Seit ich gelernt habe, dass Stille viel lauter sein kann als jedes Geräusch.
Ich sitze manchmal einfach da und warte auf ein Geräusch von dir, diese winzigen Schritte,
dein Nasenpusten, das leise Schmatzen, wenn du zufrieden warst.
Und jedes Mal wird mir bewusst, dass die Stille bleibt… und du trotzdem nicht weg bist.
Nur anders.
Nur unsichtbar.
In zehn Tagen wärst du neun geworden.
Dein neunter Geburtstag.
Ein Tag, an dem ich dich geküsst hätte, an dem du dein kleines Geburtstagsleckerlis bekommen hättest, an dem ich dir gesagt hätte, wie stolz ich auf dich bin
und wie dankbar ich für jeden Tag bin, den du mir geschenkt hast. Ich hätte dir über den Kopf gestrichen, hätte gelacht, wenn du dich wieder so aufgeregt hättest, als wüsstest du ganz genau, dass heute dein Tag ist.
Ich hätte dir gesagt, dass du mein größtes Geschenk bist und dass ich dich immer noch brauche.
Und jetzt…jetzt sitze ich hier, und mein Herz zieht sich zusammen, weil dieser Tag kommt und du nicht mehr da bist, um ihn zu erleben.
Neun Jahre hätten es werden sollen.
Neun Jahre voll Liebe.
Neun Jahre voll Nähe.
Aber ich hatte nur acht und ich hätte mir unendlich viele gewünscht.
Ich denke so oft daran, wie sich deine Umarmungen angefühlt haben.
Dein Kopf, den du immer auf meine Schulter gelegt hast, als wäre das der sicherste Ort der Welt. Dein Fell, warm und weich, der Geruch, den nur du hattest, diese Mischung aus Zuhause und Frieden.
Ich wünschte, ich könnte das wieder fühlen.
Ich wünschte, ich könnte dich jetzt einfach festhalten, dein Herz an meinem spüren, dich in meine Arme nehmen und nie wieder loslassen.
Dieser Wunsch tut weh, aber er ist alles, was mir geblieben ist.
Du warst meine beste Freundin.
Die, die immer wusste, wann ich traurig bin, wann ich Angst habe, wann ich mich verloren fühle.
Du warst da, wenn ich niemanden hatte. Du warst da, wenn ich mich selbst nicht mochte.
Du warst da, wenn die Welt zu laut war und ich nur einen ruhigen Platz brauchte, um atmen zu können.
Du warst meine Sicherheit, mein Halt, mein warmer Platz im Dunkeln.
Und jetzt bist du mein Engel.
Ich stelle mir vor, wie du irgendwo bist, wo keine Schmerzen mehr existieren, wo dein Herz leicht ist und dein Körper frei.
Ich sehe dich vor mir rennend über grüne, endlose Wiesen, mit dieser Freude in dir, die du immer hattest, wenn du geliebt hast und geliebt wurdest. Vielleicht hast du jetzt Flügel, vielleicht brauchst du sie gar nicht, weil deine Seele schon immer leicht genug war, um zu fliegen.
Ich hoffe, dass du andere Hunde triffst, freundliche Seelen, so verspielt und liebevoll wie du. Vielleicht tobst du mit ihnen, vielleicht kuschelst du dich an einen von ihnen, vielleicht findest du einen Freund, der dich begleitet, bis ich irgendwann zu dir komme.
Und vielleicht erzählst du ihnen von mir, so wie ich hier jeden Tag von dir erzähle.
Manchmal rede ich mit dir, du weißt das.
Ich sage deinen Namen, einfach so, in die Stille hinein.
Ich erzähle dir von meinem Tag, als wärst du noch da, mit den Ohren leicht schief und diesem Blick, der immer antwortete, ohne ein einziges Wort.
Und manchmal, wenn ich ganz ehrlich bin, spüre ich dich.
Nicht mit den Händen, sondern mit dem Herzen.
Wie ein leiser Hauch, wie ein Gedanke, der nicht von mir kommt.
Wenn Liebe eine Brücke wäre, hätte ich sie längst gebaut.
Wenn Sehnsucht ein Weg wäre, ich würde ihn barfuß gehen, auch wenn es weh tut.
Und wenn Träume Türen wären, ich würde jede öffnen, nur um einmal noch in deine Augen zu sehen.
Du bist mein Engel, mein Mädchen, mein Herz.
Du hast Spuren in meinem Leben hinterlassen, die niemand auslöschen kann. Und auch wenn es Tage gibt, an denen ich kaum atmen kann, weil ich dich so sehr vermisse, weiß ich trotzdem:
Du gehst nicht weg.
Du veränderst nur die Art, wie du bei mir bist.
Eines Tages, wenn meine Zeit kommt, wirst du mich abholen.
Ich weiß das.
Du wirst rennen, so wie früher, mit deinem ganzen Körper voller Freude, und ich werde endlich wieder fühlen, wie du in meine Arme springst.
Dann wird nichts mehr wehtun.
Dann werden wir wieder acht Jahre haben.
Neun.
Zehn.
Alle, die uns genommen wurden.
Bis dahin, mein Schatz, mein Engel..
renn über deine Wiesen.
Flieg, wenn du möchtest.
Und schau manchmal zu mir zurück.
Ich vermisse dich mehr, als Worte tragen können.
-Fairy-
Hallo Sternchen,
dein Gedicht über die Beziehung zu deiner Schwester hat mich sehr gerührt.
Ich musste ein wenig schlucken, weil es mich einerseits die Innigkeit zwischen euch hat fühlen lassen, aber andererseits auch den Schmerz durch die Trennung.
Ich hatte beim Lesen das Gefühl, eure komplette Entwicklung bis hierhin miterleben zu können.
Puh! Danke für diesen sehr nahen Einblick in dein (Er-)Leben.
Lieben Gruß.
bke-Fritzi
Hallo, danke euch für eure lieben Rückmeldungen, zu meinem letzten Gedicht. Es hat mich sehr gefreut, dass es euch gefallen hat und irgendwie auch andere Seiten von der Jugendhilfe zeigen konnte..
Ich hab nochmal ein neues Gedicht geschrieben, das ist schon ein bisschen her, es geht da bisschen um meine Schwester. Ich glaube ich möchte euch das hier jetzt mit euch auch nochmal teilen :)
Ihr könnt gern Rückmeldungen geben.
Schwestern
Du warst schon da, als ich kam,
immer da, so stark und warm.
Nur zwei Jahre älter und ein Herz aus Gold,
hattest mich lieb und so sehr gewollt.
Du nahmst mich auf in deinem Herz,
gabst Liebe und kein Platz für Schmerz.
Du warst mein Schutz in jeder Zeit,
welche voll Gewalt und Dunkelheit.
Für mich war bei dir immer Licht,
du sahst alles Dunkle, ich noch nicht.
Wir blieben zusammen, Hand in Hand,
durch allen Schmerz im Elternland.
Unsere Eltern war'n kalt und ohne Klang,
keiner lachte, kein Gesang.
Wir gaben uns Liebe, Tag für Tag,
weil keiner sonst uns halten mag.
Wir wurden älter, sah’n und spürten,
was einst nur dich allein berührte.
Das Leid, was du mir nahmst so lang,
lag nun auf uns. Und wurde Zwang.
Wir wuchsen auf im Sturm, im Leid,
in all der stillen Einsamkeit.
Wenn zu Haus Schmerzen war'n und Wut,
gab uns're Nähe immer Mut.
Dann wurd die Welt in mir so klein,
Anorexie zog stumm in mich hinein.
Im Krankenhaus, so fern, so grau,
trennten Regeln und Corona uns genau.
Ich fiel ins Dunkel, ferne Zeit,
doch du schriebst in lauter Einsamkeit.
Deine Briefe, dein Wort, all dass Flehn,
ließ mich im Koma nicht weggehn.
Ich las sie leise, jede Nacht,
und hab trotz all der Angst gelacht.
Deine Liebe war stärker als mein Leid,
dein Wort hat mich ein Stück geheilt.
Dann kam ich heim, du nahmst mich an,
doch streng und müde mit festen Plan.
Dein Herz hielt Wache, kalt doch klar,
deine Sorge um mich blieb immer da.
Nicht lang, wir zogen gemeinsam fort,
ein neues Haus, ein neuer Ort.
Doch all der Schmerz zog mit hinein,
und schnitt sich tief in alle ein.
Ich sah dich langsam still vergeh’n,
du bautest Mauern, wolltest geh’n.
Wir riefen Hilfe, suchten Mut,
doch nichts, was kam, tat wirklich gut.
Du gingst hinaus, dein eigner Pfad,
und ich blieb leer, im Elternstaat.
Ich spürt' nun das, was du einst sahst,
und wusst wovor du mich bewahrt'st.
Und jetzt, wenn Zeit und Leben geht,
uns're Familie nur vereinzelnd steht,
da spür ich dich in jedem Wind,
der durch so manche Stille rinnt.
Zwei Jahre sind fort, kein Ton, kein Klang,
mein Herz ist still schon so, so lang.
Ich hoff du lachst ganz ohne Frist,
auch wenn du mich langsam vergisst.
Wir sind jetzt fern, doch manchmal nachts,
wenn alles still ist und nichts lacht,
da sprech ich traurig hin zu dir,
und hoff, du bleibst tief hier, in mir.
Denn du bist da, auch wenn nicht hier,
bist und bleibst ein Teil von mir.
Ich trag dich weiter, jeden Tag,
auch wenn ich’s kaum noch sagen mag.
Du warst mein Schutz, mein Licht, mein Sein,
ich wär echt gern nochmal so Klein.
Ich hoff, du lebst und hoff, du lachst,
auch wenn du ohne mich dein Leben schaffst.
~ Sternchen
Hallo Sternchen,
auch ich schließe mich ebenso an. Dein Gedicht ist wirklich sehr berührend, und ich habe Tränen in den Augen. Da ist mir gleich ganz schwer ums Herz geworden.
Bei mir persönlich ist es so, dass ich ein ganz bestimmtes Bild von Jugendhilfe habe (kein negatives). Und dein Gedicht hat mir wirklich neue Perspektiven gegeben, genau wie du auch geschrieben hast, dass du dort zwar Schutz erlebst, aber eben doch keine richtige Nähe, und kein Zuhause, wo du richtige Liebe erlebst.
Das hat mir richtig die Augen geöffnet, auch wenn ich meine Gefühle dazu vielleicht nicht so gut beschreiben kann. Ich danke dir für dieses offene und emotionale Gedicht, und finde übrigens, dass du richtig toll dichten kannst.
Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. :)
Ganz liebe Grüße, Fairy
Hallo sternchen,
ich schließe mich Nahla und Anne an, dein Gedicht war sehr berührend und es war sehr schön, es zu lesen.
auch wenn das Thema, welches du angesprochen hast, nicht unbedingt toll ist, hast du sehr schön geschrieben und ich finde es mega schön dass ich das Gedicht lesen durfte.
Danke!
LG
Hallo Sternchen,
ich finde dein Gedicht auch großartig. Weiß nicht es ist so berührend. Ich musste weinen als ich es gelesen habe. Sehr cool hast du das geschrieben. Weiß nicht es ist so traurig und frustrierend, worüber du schreibst. Aber du hast es so toll geschrieben. Keine Ahnung ich war direkt im Gedicht und bei dir. Sehr cool. Ich finde, dass du sehr begabt bist. Ich wünsche dir so, dass es dir auch hilft. Ich wünsche dir auch so, dass du bald jemanden hast, der für dich wirklich da ist und bleibt. Sehr cool, dass es sich sogar oben reimt. Mh ich hoffe meine Sätze freuen dich. Ganz lieben Dank, dass du es mit uns geteilt hast.
Liebe Grüße
Anne
Hey Sternchen,
dein Gedicht ist echt krass und hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.
Du hast richtig gut rübergebracht, wie sich das Leben in der Jugendhilfe anfühlt und was man dabei empfindet.
Man bekommt durch deine Worte eine ganz neue Sicht darauf.
Danke, dass du das geteilt hast.
Liebe Grüße
Nahla
Hallo Sternchen,
danke für die Aufklärung :-)
Da hab ich auf dem Schlauch gestanden. Sorry!
Ich wünsche dir noch einen entspannten Tag.
Lieben Gruß.
bke-Fritzi
Hi Fritzi,
danke für deine Rückmeldung :)
Das geraten meint nichts besonders, ich hab ja bei dem Gedicht darauf geachtet, dass sich die Strophen reimen und ich fand, dass schlafen und geraten sich in der Einleitung oben auch ein bisschen gereimt hat ^^
LG Sternchen
Guten Morgen Sternchen,
zunächst einmal möchte ich dir für dein so nahe gehendes und offenes Gedicht danken. Gestern habe ich es bereits registriert, wollte mir aber Zeit dafür nehmen, um dir in Ruhe meine Eindrücke dazu schreiben zu können.
Ich finde es großartig und mutig, weil so viel echtes Gefühl auf mich als Leserin herüber schwappt.
Es liegt so viel Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe und Authentizität in deinen Worten. Und auch die Frage nach der Zukunft und was nach der Zeit der Jugendhilfe kommt.
Du hast einleitend geschrieben, dass du ein Gedicht "geraten" hast. Darüber bin ich gestolpert und habe mich gefragt, was du damit meinst? Wenn du magst, kannst du mir das gerne beantworten.
Hab nochmal vielen Dank für deinen Beitrag.
Ich bin sehr gespannt, wie ihr anderen Sternchens Gedicht wahrgenommen habt.
Lieben Gruß.
bke-Fritzi