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Hallo liebe willow,
wenn der wichtigste Schritt ist, gesund zu sein (oh ja, das klingt wichtig, richtig und wünsche ich dir sehr) dann kann es sinnvoll sein zu überlegen, an welchen kleinen Momenten am Tag du vielleicht ein bisschen das Gefühl hast. Zum Beispiel beim wandern, erstrecht, wenn es so wahnsinnig tolle 12km Runden sind. Das muss auch erstmal geschafft werden :) gibt es noch andere kleine und große Momente, die Lebendigkeit bedeuten und wohltuend sind? Ein Zwischenziel könnte sein, für jeden Tag einen kleinen Lebendigkeits-Moment zu suchen.
Pause-Knopf... das verstehe ich zu gut und hoffe sehr, dass du ihn schnell findest. Hast du das mal in deiner Therapie erwähnt? Vielleicht kennt deine Therapeutin gute Achtsamkeits-Übungen, die helfen können. Mein persönlicher Pause-Knopf ist Musik, meist sogar ein bestimmtes Lied. Wenn ich das anmache, dann passiert 4:27min wenig in meinem Kopf und umso mehr in meinem Bauch. das tut mir sehr gut. Gibt es einen Song, der deinen Kopf leiser werden lässt?
Ganz liebe Grüße
bke-Betty
liebe ina,
hm der erste schritt egal vor welchem der schritte wäre, dass es mir besser geht und ich mit der therapie fertig bin. aber das in kleine ziele zu unterteilen, keine ahnung. ich weiß ja nicht was ich machen muss, damit es mir wieder gut geht. das ist das gemeine daran. niemand kann mir sagen was ich tun muss, um endlich leben zu dürfen.. also wie soll ich da ziele finden?
ich weiß nicht. aber irgendwann will ich weit weg von hier sein... an einem ort den niemand kennt.
manchmal geht nähe. aber nicht immer. manchmal öffne ich mich. zeige, dass ich jemanden mag und dann gehe ich wieder auf distanz, kleine worte reichen oder zu viel nähe oder zu wenig. ich habe wenig hoffnung es zu schaffen, obwohl so viele sagen, dass ich es schaffen werde. viele bewundern meine stärke, doch sie hat ihren preis... ich lasse jede beziehung bedeutunglos werden. alles kalt werden.. niemand kann weh tun wenn es kalt wird. und gleichzeitig freue ich mich sehr, wenn man mich umarmt. paradox oder?
ich gebe mir mühe und arbeite weiter an mir. ich hab mir vorgenommen, solange meine hündin lebt werde ich es versuchen. sobald sie weg ist, ist es auch okay.
wir laufen sehr oft bei sonnenaufgang, aber das wandern bei sonnenaufgang hat tatsächlich noch ein anderes feeling. kann ich jedem nur ans herz legen. gestern waren wir 12 km wandern. das längste am stück bisher. die umgebung war wirklich traumhaft schön.
ich versuche meine erwartungen runter zu schrauben. und auch nicht alles zu geben was ich habe. mal sehen. im moment habe ich nur sehr angst all meine fähigkeiten zu verlieren... es kommen immer mehr erkenntnisse und dinge die ich ordnen sollte. aber nicht weiß wie. manchmal hätte ich gerne einen pauseknopf. mein körper holt sich pausen mittlerweile. heute hab ich verschlafen. und jetzt abend ging alles nur mit großer mühe. ich bin ziemlich fertig. es ist zu viel gerade irgendwie..
liebe grüße und danke für deine worte
willow
Liebe willow,
das ist eine gute Frage. Welche Wünsche sind realistisch? Vielleicht hilft es dir, das etwas genauer einzuschätzen, wenn du dir bewusst machst, welche Schritte nötig sind, um zu diesen Wünschen zu kommen. Vor allem bei langfristigen Zielen kann es Sinn machen zu schauen, in welche kurz- und mittelfristigen Zwischenziele sich das langfristige Ziel unterteilen lässt. Und dann, was es braucht, um diese kurz- und mittelfristigen Ziele zu erreichen. So lassen sich Dinge, die in weiter Ferne scheinen, manchmal etwas näher heran holen. Und es lässt sich etwas leichter abschätzen: Welche nötigen Schritte kann ich tatsächlich tun? Und welche Faktoren liegen außerhalb meines Einflussbereichs?
Du baust Mauern auf, um dich zu schützen. Und merkst gleichzeitig, dass damit Distanz zu anderen entsteht. Das kann vorübergehend eine Lösung sein. Gibt es denn Momente, in denen emotionale Nähe möglich ist? Oder ist das gerade zu bedrohlich?
Auch wenn du dich gerade nicht als beste Wahl siehst. Für dich bist du die EINZIGE und damit auch wieder die BESTE Wahl! Auch wenn die Hoffnung gerade nur klein ist, ich wünsche dir sehr, dass du sie dir erhalten kannst!
Auch wenn es keine ideale und keine Dauerlösung ist, aber es erleichtert mich zu lesen, dass du wieder Wärme hast.
Wow, bei Sonnenaufgang wandern. Das stelle ich mir wirklich speziell vor...
Könnte es klappen, für heute die Erwartungen Erwartungen sein zu lassen und dem Kopf etwas Ruhe und Ablenkung zu gönnen? Gut ist vielleicht ein zu hoher Anspruch für morgen. Wie viel % müssen da sein und funktionieren, damit du einigermaßen durch den Tag kommst?
Liebe Grüße
bke-Ina
liebe ina,
aber was ist denn realistisch? ich habe ein paar wünsche, nur sehr angst nie dahin zu kommen. nie wirklich leben zu dürfen... ich weiß, dass ich wenn dann alles alleine schaffen muss. ich würde gerne noch einige dinge schaffen. die frage wird nur sein wie realistisch es ist und ob es mich nicht unheimlich einsam machen wird.
ich baue mauern um mich.. hohe, ob da was durch kommen kann, weiß ich nicht. wenn jetzt noch mehr kommt, bricht alles zusammen. also baue ich distanz auf.
meine hoffnung ist sehr klein.
die einzige auf die ich mich verlassen kann, bin ich. und ich bin auch gerade nicht die beste wahl.
danke fürs mit mir aushalten. dann bin ich nicht ganz so verloren.
nein, ich kann bei keinen freunden unterkommen. wenn ich nicht mal wen zum dort duschen finde, dann werd ich auch nirgends unterkommen. wir haben eine vorläufig etwas gefährliche lösung, aber es ist warm. und wenn ich mich an bestimmte dinge halte, kann nichts passieren.
das sind momente in denen es schlimm ist alleine zu sein...
ne ich schaffe das glaube ich in der therapie nicht es aufzuschreiben. ich wollte es heute unbedingt schaffen.
heute waren wir wandern. es war richtig schön. eine ganz neue strecke. das wandern ist das einzig schöne zur zeit. die natur ist wirklich schön. wir waren bei sonnenaufgang. das liebe ich sehr.
meinen kopf kann ich heute schwer ordnen. da fliegt alles umher. ich wünschte ich könnte mich irgendwo vor allen dingen verstecken. ich kann noch nicht wieder funktionieren. ich muss alle erwartungen erfüllen. glaube kaum, dass es morgen wieder gut ist
liebe grüße
willow
Liebe willow,
toll, dass du so gute Erfahrungen im Gespräch mit deinen Freunden machen konntest!
Wieso musst du aushalten, was andere nicht aushalten könnten? Das ist eine sehr berechtigte Frage, auf die es wahrscheinlich keine Antwort gibt. Es ist nicht fair. Und es ist nicht ok. Und trotzdem erlebst du es. Und bisher hast du es geschafft, auszuhalten. Dafür hast du schon unheimlich viel gekämpft.
Du hast Sorge, dass der Schmerz dich auffrisst und verändert, wenn du trauerst und damit die Hoffnung loslässt. Das kann ich gut verstehen. Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit zu trauern um das was gewesen ist, um das was hätte sein können und gleichzeitig eine Hoffnung zu behalten, für das was kommt? Trauern um die Leichtigkeit, die du in vielen Dingen nicht hast haben können, trauern um eine Familienstütze, die nicht da ist, trauern für das kleine Kind in dir, das gerade so leidet. Und trotzdem immer wieder die Zuversicht und die Hoffnung spüren, dass es einen weiteren Schritt vorwärts gehen kann. Was denkst du dazu?
Die Tränen sind schmerzhaft schreibst du. Und du musst sie alleine aushalten. Auch wenn es nicht annähernd das Gleiche ist, wie jemanden bei und mit dir zu haben. Heute Abend halte ich einen Moment mit dir aus.
Eine Nacht in Kälte und Dunkelheit ist bei diesem Wetter scheusslich. Ich hoffe, dass du den Vermieter schnell erreichst und das geregelt werden kann. Wäre es denn möglich für eine kurze Zeit bei Freunden unter zu kommen?
Ich glaube nicht, dass du (oder deine Therapeutin) dir vorwerfen müssen, dass du dich nicht anstrengst. Du kämpfst und ackerst. Das spürt man. Du schaffst es gerade nicht, die Dinge auf Papier zu bringen. Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Vielleicht wäre es auch möglich eine Therapiestunde dafür zu nutzen, ein paar Dinge aufzuschreiben?
Ach, den Schnee finde ich auch wunderschön. Ich liebe dieses Knirschen unter den Schuhen...
Ich wünsche dir eine ruhige Nacht und schicke Wärme und ein inneres Licht!
Viele liebe Grüße
bke-Ina
liebe ina,
ich habe auch viel mit freunden geredet. sie waren sehr lieb und verständnisvoll. eine der freundinnen kenne ich jetzt knapp ein jahr.. sie meinte, dass sie von anfang an dachte, dass sie nicht gern in meiner haut stecken würde... irgendwie hart zu hören, aber ich weiß wie sie es meint. nur denkt mein kopf, wenn andere es nicht aushalten würden, wieso muss ich es dann? die frage kommt mir die letzten tage immer wieder... es ist zu viel. meine familie scheint gut zu leben mit dem was sie getan haben.. auch heute verhalten sie sich nicht viel anders... der kindanteil in mir leidet. ja irgendwie geht trauern, aber dann muss ich jede hoffnung loslassen. nur was macht der schmerz dann aus mir? werde ich noch so positiv und freundlich, hilfsbereit usw. sein können, wenn der schmerz mich auffrisst? wie lebt man mit dem schmerz ohne zu so einem menschen zu werden wie sie?
es sind viele tränen und es fühlt sich aber nicht immer gut an. eher schlimm und schmerzhaft. verzweifelt. ich fühle alles wie damals. und da ist niemand. einfach niemand... ich bin alleine. vielleicht bin ich verdammt dafür...
in meiner wohnung geht gerade auch alles nach der reihe kaputt. diesmal muss glaub ich der vermieter zahlen. wird nur glaub diese nacht eine ohne heizung und ohne strom... gibt schöneres wenn man eh permanent friert. sind die kleinen dinge, die dann dafür sorgen, dass ich wirklich aufgeben will. andere haben familie, die da helfen oder so. ich hab halt niemanden.
ja es ist schlimm zu wissen, dass ich ungefragt über 3. immer wieder was erfahre oder ich jetzt auch sicher weiß, dass sie dinge weitergeben. ich habe so schon permanent angst, dass sie mich suchen und finden...
ich weiß, dass trauer sich verändern kann, dass es phasenweise weh tut aber nicht immer. gerade tut es unheimlich weh. manchmal würde ich gern einfach viele medikamente nehmen, um nichts mehr zu spüren. aber ich hasse meine medikamente auch gleichzeitig.
ja bisher hab ich es einfach nicht geschafft. das was um mich herum passiert tut so schon weh und nimmt alle kraft. aber ich will es unbedingt noch machen. zumindest grob. im kopf habe ich es schon viel gemacht. nur noch auf papier bringen bzw. aufschreiben. ich habe nur sehr angst, dass mir meine therapie genommen wird, wenn ich mich nicht anstrenge. ich versuche es aber.
danke, bisher waren wir noch nicht wandern, aber an ein paar orten, an denen wir selten sind. morgen gehen wir lange in den wald. aber montag plane ich fest zu wandern. hoffe da klappt es auch wirklich :) wir waren heute im schnee, das liebe ich sehr und der sonnenuntergang sah die tage echt wieder richtig toll aus. ich mag es wenn der himmel bunt ist, vor allem wenn ich dann am fluss laufe.
liebe grüße und danke
willow
Liebe willow,
du hast es geschafft, dich jemandem zu öffnen. Und das in einer Situation, in der du unter viel Druck stehst und es dir nicht gut geht. Das finde ich echt beeindruckend! Du weinst gerade viel, vielleicht muss ein Teil des Drucks sich seinen Weg nach draußen bahnen? Ich zumindest kenne es von mir, dass im Moment, wo der Druck weniger wird, die Tränen kommen.
Die Erkenntnis, dass deine Eltern und deine Schwester zu Menschen geworden sind, zu denen du nicht zurückkehren kannst ist schmerzhaft. Du schreibst: "wären sie tot könnte ich trauern, aber sie existieren noch". Ich glaube, auch wenn sie noch leben, ist Trauern ok. Trauern, um die Familie, die die du dir gewünscht hättest, um die Familie, die ihr hättet sein können, um die Familie, die Dinge mit dir ausgehalten hätte, usw. Und vielleicht hat ein Teil des Schmerzes auch seinen Ursprung darin, dass es immer wieder "Kontakt" z.B. über Dritte geben wird. Und dass du immer wieder wirst entscheiden müssen, dass ein zurück nicht möglich (nicht gesund) ist. Ich weiß nicht, ob es in deinem Fall mit der Zeit besser wird. Meine Erfahrung mit Trauer ist, dass der Schmerz sich über die Zeit verändert. Es tut nicht nicht mehr weh, aber anders.
Das Vorhaben alles chronologisch aufzuschreiben, stelle ich mir wirklich herausfordernd vor. Natürlich könnte es ev. dazu beitragen, in der Therapie besser vorwärts zu kommen. Wenn es im Augenblick aber nicht geht, dann wünsche ich dir, dass du selbstfürsorglich mit dir umgehen und geduldig mit dir sein kannst. Dann ist Hinschauen für den Moment sicher genug.
Falls wir uns davor nicht mehr lesen, wünsche ich dir eine schöne Wanderung dieses Wochenende!
Viele liebe Grüße
bke-Ina
liebe ina,
der druck ist richtig hoch. ich habe es durch den druck geschafft, aber weine jetzt unheimlich viel. ich habe mich gestern ein wenig einer anderen person geöffnet. es war hart, sie wusste nichts. sie kennt meine eltern. ich habe nicht alles gesagt. bei weitem nicht. aber das was sie mir über meine familie erzählt hat, auch über meine schwester, zeigt mir was für schreckliche menschen alle 3 geworden sind... unheimlich schreckliche menschen, aber auch, dass ich dorthin nie mehr zurückkehren kann... ich werde allein kämpfen müssen. für den rest meines lebens. und die erkenntnis tut weh. der kontakt ist schon lange weg, aber es tut immer noch unheimlich weh. ich weiß nicht, ob man den schmerz verstehen kann, wären sie tot könnte ich trauern, aber sie existieren noch. irgendwann wird es kommen, dass meine eltern gepflegt werden müssen, aber ich werde sie nicht unterstützen... ich muss heilen von all dem.
keiner der den schmerz nicht kennt, wird das nachfühlen können. und ich glaube ich halte auch kein "mit der zeit wird es besser" aus. das kann niemand wissen! es fühlt sich schrecklich an.
ja ich kenne momo. ich wollte so was ähnliches tun. ich wollte alle erinnerungen und dinge, die ich weiß, chronologisch ordnen, um in der therapie endlich vorwärts zu kommen. aber im moment ist da so viel schmerz, dass ich nicht noch mehr kann. hinschauen ja, aber aufschreiben geht kaum.
ich liebe das wandern, da bin ich frei, zumindest kurz. gestern waren wir wandern. es war so glatt, aber wirklich schön. freitag oder morgen will ich wandern gehen, bzw. spätestens sonntag. mal schauen.
danke für deine wünsche und dein da sein.
liebe grüße willow
Liebe willow,
puh, ich spüre den Druck gerade zu, wenn ich dich heute lese. Und ich frage mich, ob es vielleicht einfach gerade so viel Druck ist, dass Blockaden sich nicht lösen können und ein Vorwärtskommen nicht möglich ist. Du darfst dir Zeit geben. Die große Sache wartet auch noch auf dich, wenn du einen Moment Pause machst. Ich kann mir vorstellen, dass es unheimlich schwierig ist den Druck vorwärts zu kommen, raus zu nehmen. Vor allem wenn du gerade eh das Gefühl hast, das Wettrennen gegen das Monster zu verlieren und weißt, dass vorwärtskommen das Einzige ist, was dir auf Dauer erlaubt das Monster auf Distanz zu halten. Mir fällt da gerade der Film Momo ein. Kennst du ihn? Es gibt eine Szene, wo Momo der Schildkröte folgt und von den grauen Herren gejagt wird. Sie versucht davon zu rennen und kann sie nicht abschütteln. Und dann dreht sie sich um. Und läuft langsam rückwärts. Sie schaut auf das, was sie verfolg und geht ruhig und stetig weiter. Und so bringt sie immer mehr Distanz zwischen sich und die Bedrohung. Vielleicht hilft das Bild ein bisschen.
Wandern gehen finde ich eine tolle Idee. Auch da sind Pausen wichtig und das Tempo muss stimmen...
Ich schicke dir Kraft und Zuversicht für die kommenden Tage.
Viele Grüße
bke-Ina
liebe kira, ja, das rausgehen ist mir sehr wichtig. seit ein paar tagen ist hier alles gefroren und es sieht fast wie schnee aus. ein klein wenig magisch. trotzdem schaffe ich es kaum noch aufzustehen, bzw. zwischen den spaziergängen liege ich viel, auch weil ich meinen körper kaum warm halten kann. verstehe das gar nicht. ich hab seit 2 stunden die wärmflasche hier und meine zehen sind immer noch eisig. wobei es hier auch richtig kalt ist. es ist wie ein wettlauf gegen die zeit. hinter mir das riesige monster, dass schon mein ganzes leben da ist. nun ist die frage, gewinnt das monster oder ich? sieht zur zeit schlecht aus. die symptome nehmen wieder zu. einkaufen und sowas wird wieder schwerer. alle schieben mich gefühlt nur noch ab. ich wollte in meinem urlaub eine große sache angehen. meinen kopf und erinnerungen aufschreiben und chronologisch ordnen.. aber irgendwie blockiert gerade alles. ich weiß nicht. ist wieder viel druck da. ich habe angst, wenn ich jetzt nicht abliefere, dass meine hilfe wegbricht oder auch freunde gehen, weil ich ja mal wieder nicht vorwärts komme. ich wünschte ich könnte auf pause drücken. habe schon überlegt für ein paar tage von freunden unterzutauchen. vermutlich werde ich das tun, ich halte es nicht aus. und vielleicht vergessen sie mich dann schneller.. glaube ich gehe morgen wieder wandern. dann hab ich wenigstens eine gute sache gemacht. liebe grüße willow
Liebe Willow,
danke für deine Offenheit und Tiefe. Ja, du lässt die Gefühle tief sein und gehst durch sie hindurch, und auch durch den Schmerz. Das ist deine Stärke, auch deine Ressource. Leider schwächt es dich sehr auf die Dauer und nimmt dir die Energie. Das mit dem Spaziergang ist genau das, was dich raus fischt und dich frei macht von der Vorstellung, dass du anders sein musst oder dein Leben…Sonne, Natur, Gehen….Sein. Mehr musst du im Moment nicht. Nimm dir Zeit für diese Dinge. Manchmal reicht es! Speichere diese Erfahrung als Bereicherung!
Schönen Abend!
bke-Kira
liebe betty, ich habe mich diesmal auch für bewusstes hinschauen entschieden. der schmerz ist jedoch ziemlich groß und frisst unheimlich viel kraft. ich habe keine ahnung wie man die wunden alle versorgt. klar es ist vorbei und ich bin davon hoffentlich lange in sicherheit, aber die angst ist stark. heute kam ein kleiner trigger. ich war meinen opa besuchen, der in der stadt wie diese menschen lebt. allein der fakt hat so panik ausgelöst. ich war dort seit fast einem halben jahr nicht mehr. ich sehe das kleine kind und alles. und ich frag mich wie menschen solche monster sein können. ich frag mich wie eine mutter wegschauen kann. ganz viele fragen. ich frag mich, was sie heute zu mir sagen würden. ich vermisse den hund von dort. ich wünschte sie wäre bei mir. ich versuche meinen kopf zu sortieren und alles irgendwie zusammen zu puzzeln. es kommt sehr viel, auch in den nächten. irgendwie ist diesmal kein entkommen. ich weiß nicht... fühlt sich an wie in einer schwarzen wolke verschwinden, glaube es würde hier im außen nicht mal jemanden auffallen.. die fassade, die ich jahre gebaut habe, ist wohl gut... mein umgang, wenn ich mir physisch wirklich weh getan habe, ist ziemlich naja... ich mache gar nichts. ich kann es nicht versorgen. ich weiß nicht warum, aber das ist leider seit mehreren monaten wenn nicht sogar 2 jahren so. aber wenn es dann mal von selbst heilt, kann ich es auch nicht in ruhe lassen. aber im außen kriegt auch das niemand mit.. immerhin verletze ich mich nicht absichtlich. ich schaue nur hin und spüre den schmerz. mehr geht nicht. es lähmt mich und macht mich hilflos. irgendwo auch fassungslos. und ich frage mich jede sekunde warum ich noch lebe und wieso ich weitermachen muss, wenn es so viele gäbe, die schon längst aufgegeben hätten... das mit dem kontakt klappt mal mehr mal weniger, aber danke für deine anerkennung. es hilft nicht komplett alleine damit zu sein.
das einzig schöne war heute die natur bei unseren spaziergängen. es sah toll aus mit dem geforenen, der sonne und dem leichten nebel über dem fluss, aber auch der farbige sonnenuntergang..
trotzdem merke ich wie ich wieder in alte kreisläufe komme, obwohl ich so lange keinen kontakt hatte.. liebe grüße willow
Liebe Willow,
wenn ich was zu meinem Umgang mit offenen Wunden sagen darf: ich habe den Eindruck, dass es mir hilft, hinzuschauen, statt wegzuschauen. Wenn ich gefallen bin, und habe mir was aufgeschlagen, dann gilt es für mich, die Wunde zu versorgen. Zum einen mit Salbe und Kühlen, also hinschauen und einen Überblick verschaffen. Und dann gilt es aber auch zu verbinden und zu trösten. Durch pusten, vorsichtiges berühren oder Eis - diesmal zum Essen und nicht zum kühlen :)
Also hinschauen, aber auch bewusst wieder verpacken, verstecken und sich dafür zu entscheiden, sich nun was Gutes zu tun. Wie ist dein Umgang, wenn du dir zum Beispiel fies in den Finger geschnitten hast?
Ich glaube, die Balance zu finden zwischen hinschauen, wahrnehmen und versorgen, und dann aber auch zu verbinden und zu schützen, damit die Wunder sich auch wirklich schließen kann, das ist die hohe Kunst. Zu viel Salbe, zu viel Verbände wechseln und anschauen kann natürlich die zarten Krusten auch schnell wieder öffnen....
Liebe Grüße
bke-Betty
Oh und ich möchte noch ergänzen, dass ich es wirklich bemerkenswert und toll finde, wie offen du hier in den Kontakt gehst. Ich hoffe, du merkst, dass du hier nicht allein bist.
liebe ina,
ich versuche an alles zu denken was ich aus eigener kraft geschafft habe. aber dabei sehe ich auch allen schmerz und schlimmes. im moment kommt zu viel hoch und damit bin ich dann irgendwie doch sehr alleine. es waren immer harte jahre und immer viel kämpfen.. das hat sich irgendwie nie geändert. im moment merke ich, dass ich alleine bin. ich will nicht, dass jemand meine ganze geschichte kennt und alles mitträgt. ich habe nur angst davor alleine zu sein und dass die monster gewinnen. dieses jahr war viel. ich habe viel eingesehen und versuche zu akzeptieren was war. ich muss dinge loslassen, aber auch das tut weh. am ende vom tag bin ich immer alleine. jeden kampf, den ich austrage, kämpfe ich alleine. der schmerz ist sehr groß und ich kann nicht erklären was alles ist. aber es sind so viele kleine puzzelteile, die ich jetzt wo ich frei habe, aufschreiben und zusammenführen wollte. vielleicht nicht die beste idee es ganz ohne hilfe zu tun, aber es ist an der zeit. nur darf ich daran nicht zerbrechen. ich muss kämpfen. aber da ist viel trauer und schmerz. viel angst. und das alles macht einsam, weil da niemand ist, der das mitträgt. oder überhaupt nur da sitzt. ich will keinen der mir ratschläge gibt, da sitzen und in den arm nehmen wäre toll. nicht wegmachen was ist, sondern da sein. niemand kann mehr rückgängig machen, was passiert ist und wie viele menschen weggeschaut haben. niemand kann die schäden rückgängig machen, aber allein damit zu sein ist das schlimmste.
ja narben wären besser als wunden, aber davon bin ich weit weg. es geht immer wieder auf und tut sehr weh. irgendwann werden es narben und sie werden mir zeigen was ich geschafft habe und wie stark ich war, falls ich es jemals schaffen sollte.
mein hund ist viel da, aber sie kann oft nicht damit umgehen wenn ich weine. sie ist eine kämpferin und braucht viel kraft um durch ihren körperlichen schmerz zu gehen. aber wir kuscheln so viel wir können. heute morgen waren wir im nebel laufen, das war für uns beide ziemlich schön. später holen wir ihren einen hundefreund ab, weil die besitzerin nicht laufen kann. mein hund genießt immer, wenn ich mal zuhause bin. sie kann gut alleine sein, aber ihr geht es viel besser, wenn ich da bin. die entscheidung der klinik wankt ja wieder, wegen verschiedener gründe. und diesmal tut es noch mehr weh, dass ich meine hündin wieder abgeben muss für die zeit. der start nach der klinik war schwer und es hat lang gedauert, bis zwischen uns wieder alles gut war. es sind zu viele dinge irgendwie. und keiner der mit ordnen kann. fühlt sich wieder wie ertrinken an. und ich sag niemanden, dass es so ist...
danke für deine worte.
ich schicke ein wenig von der sonne mit und wie sie auf den gefrorenen wiesen glitzert.
liebe grüße willow
Liebe willow,
es freut mich sehr zu lesen, dass du zwischendurch viel Zuversicht hast. Ich denke, es ist normal, dass diese - wie so viele andere Gefühle - wellenförmig kommt und geht. Das macht aber natürlich die Phasen mit weniger Zuversicht nicht einfacher. Manchmal kann es aber ein bisschen Mut machen, sich - wie du es gerade tust - daran zu erinnern, dass es eben auch Zeiten gibt in denen man hoffnungsvoller in die Zukunft blickt.
Gerade tut dir, wenn ich dich richtig verstehe, vor allem der Blick in die Vergangenheit weh. Und ja, das darf sein.
Den Vorteil, den Narben im Vergleich zu offenen Wunden meiner Ansicht nach haben, ist, dass man sie nicht mit Pflastern und Verbänden abdecken muss. Man kann sie anschauen. Sie tun hin und wieder weh. Und manchmal ist es schmerzhaft daran erinnert zu werden, was die Wunde verursacht hat. Aber: Narben können auch daran erinnern, dass sich etwas verändert hat, seit die Wunde entstanden ist. Sie können uns daran erinnern, was uns bei der Wundheilung früher schon mal geholfen hat (das ist manchmal schwierig zu erinnern, im akuten Schmerz einer frischen, offenen Wunde). Ich möchte Narben nicht idealisieren. Ganz sicher nicht. Aber wenn wir welche haben, kann es hin und wieder gut tun, sie möglichst wohlwollend zu betrachten.
Ich wünsche dir viel Kraft und Mut beim Betrachten und Versorgen deiner Wunden.
Und wie schön, dass dein Hund dir gerade so ein guter Begleiter ist!
Viele warme und herzliche Grüße
bke-Ina
hallo,
danke für deine worte. ich denke nicht, dass mehr zuversicht der schlüssel ist. ich habe phasenweise immer viel zuversicht.
es tut zur zeit einfach sehr weh. zu realisieren was und wie es ist. dass ich meine kämpfe alleine werde kämpfen müssen. und dass ich meine vergangenheit nicht mehr ändern kann. ich bin hier und ich habe in der hand, dass es besser wird. aber das wird es erst, wenn ich betrauere was war und akzeptiere wie es ist und das ich vieles nicht mehr schaffe, was andere menschen schaffen. mein weg wird immer einige steine haben. aber ich muss ihn kämpfen. gerade fehlt mir das wie. die sicht... ich würde gerne meinen schmerz teilen und sagen was das problem ist, aber ich werde es nicht können. ich weiß, dass ich vieles geschafft habe und andere mit der geschichte viel schlimmer dran sind. dennoch spüre ich meine verzweiflung und mein leid auch. und ich habe keine ahnung mehr wo ich hin kann.
gestern war mein schönstes weihnachten jemals. heute spüre ich den schmerz und betrauer alle weihnachten davor. auch das ist okay. ich habe die beste begleitung dafür. mein kleiner hund kuschelt viel. sie hat von freunden heute ein geschenk bekommen und sich so so sehr gefreut. einen großen igelball.. wie stolz sie hier lang gerannt ist und ihn mir zugeworfen hat. dieses kleine wesen ist wundervoll.
ich will auch kein "zeit heilt alle wunden" hören. das ist bullshit, denn jeder der das sagt hat keine ahnung. die wunden werden zu narben, die immer wieder weh tun, aber es sind noch wunden. und um die muss ich mich kümmern. hoffentlich reicht meine kraft dafür..
ich wünsche euch hoffentlich gute tage und schicke euch den gedanken mit, dass sich alles verändern lässt..
in einem film habe ich einen spruch gefunden, der sehr passend ist... "das größte glück und der größte schmerz liegen nahe beieinander"...
liebe grüße
willow
Liebe Willow,
Du schreibst:
„die letzte Zeit war turbulent und ungeplant. viele Probleme und Baustellen. ich hoffe, dass langsam ruhe kommt.
Das wünsche ich dir auch so sehr: dass diese Ruhe in dir selbst auch kommt, damit die äußeren Umstände dich nicht so sehr von der Hoffnung in dir abbringen. Im Moment ist es so, aber ich gehe davon aus, dass es sich etwas auf jeden Fall ändert und die Umstände sich ändern und auf dich wunderbare Veränderungen warten. Du brauchst einfach mehr Zuversicht. Das wünsche ich dir so sehr.
Ich wünsche dir, dass du trotz Sorgen die Dinge im Moment so akzeptierst ohne daran zu zerbrechen, Tiefe zulässt und weiter gehen kannst, dabei aber die Hoffnung nicht verlierst.
Abendliche Grüsse
bke-Kira
liebe hana,
die letzte zeit war turbolent und ungeplant. viele probleme und baustellen. ich hoffe, dass langsam ruhe kommt.
ich versuche viel an mir zu arbeiten und es zu schaffen, nur kommen immer wieder neue hürden. im moment bin ich sehr sensibel und dünnhäutig. ich weiß nicht was da hilft. dieses jahr tut es besonders weh, dass ich keinen kontakt zur "familie" habe. ich kann gar nicht genau beschreiben warum. es ist ja nicht das erste jahr. aber diesmal ist es sehr düster. eine freundin kommt morgen. zumindest hatten wir das ausgemacht, aber ich habe von ihr seit freitag nichts mehr gehört und mein kopf macht daraus, dass sie nicht kommen wird. irgendwie schwer. seit ich aus der klinik zurück bin realisiere ich immer mehr, dass ich niemals mehr zu meiner familie zurück gehen kann und dass ich niemals eine familie haben werde, die ich um hilfe oder rat fragen kann. das tut gerade sehr weh. ich würde mich am liebsten verstecken. ich bin sehr verletzlich und ich weiß, dass mir keiner geben kann was ich mir wünsche. dennoch ist es traurig. es kommen wieder neue probleme auf und ich stehe ziemlich alleine da. ich weiß nicht, ob man das verstehen kann. und nein meine freunde sind nicht greifbar, sie haben alle ihr leben und distanzieren sich immer mehr.. sie werden auch älter und fokussieren ihre eigenen kleinen familien mehr. hm.
ich erwarte nicht, dass andere menschen alles auffangen. mir fällt es nur sehr schwer alleine da zu stehen. und jeden kampf alleine zu kämpfen.
das mit der klinik wankt wieder. eine freundin hat kritisiert warum ich denn keine spezialisierte nehme, also heißt es alles nochmal durchkauen, aber alleine...
ich weiß nicht, ob es sich lohnt mit mir im kontakt zu sein. glaube im moment sieht man mich stück für stück daran zerbrechen. aber mein hund ist immerhin da. und ich habe zum glück erstmal urlaub und zeit für sie. hoffe danach wird es leichter..
danke für deine worte.
liebe grüße willow
Liebe willow,
super, dass du das mit dem Krankengeld heute morgen in die Hand genommen nommen hat, da kannst du echt stolz auf dich sein. Und wie wunderbar, dass du erfolgreich warst, das freut mich für dich!
Ich habe den Eindruck, dass du grade hart an dir arbeitest und echt am Ackern bist. So schwer es auch ist für dich grade und so groß deine Sorge, dass du in deinem Kampf dein Umfeld verlieren könntest - du spürst an Tagen wie heute, dass du es schaffen kannst. Jaaa, das kannst du auf jeden Fall und ich wünsche dir, dass die Momente mehr werden, in denen du das merkst, glaubst und weißt.
Andere Menschen können nicht alles auffangen, was wir in unseren Rücksäcken tragen - ich bin aber fest davon überzeugt, dass sie uns helfen können, nach und nach immer wieder etwas Ballast abzulegen und mit dem, was an Last bleibt zu lernen umzugehen. Manchmal braucht es vorübergehend eine größere Unterstützungsform um bestimmte Lasten angehen und bearbeiten zu können. Für solch eine Form, eine andere Klinik, scheinst du du grade entschieden zu haben. Ich glaube, das ist dir nicht leicht gefallen und hat dich Mut gekostet, auch weil du in der Vergangenheit nicht so gute Erfahrungen gemacht hast.
Ich ziehe an dieser Stelle den Hut vor dir, liebe Willow. Davor dass du es schaffen willst und dafür kämpfst "es aus dem Mist zu schaffen" und neue Hilfe probieren willst. Vielleicht auch, um andere Menschen wieder mit weniger Angst an dich rankommen zu lassen. Das würde mich sehr freuen. Für dich aber auch für die Menschen um dich herum weil ich denke, dass es sich lohnt mit dir in Kontakt zu sein.
Ganz viele Grüße dir von
bke-Hana
liebe bke-ina,
danke für den pausenknopf. ich mache dazwischen schon viele pausen, weil mein kopf oft nicht sehr lange arbeiten kann. ich schlafe viel, auch am tag. aber das liegt evtl auch daran, dass ich die woche krank war. das sind momente der pause. mein hund kuschelt dann sehr viel mit mir. unsere beziehung ist mittlerweile wieder so gut. ich dachte nicht, dass es nach der klinik wieder so gut werden kann.
heute morgen war das erste nach dem aufstehen, dass ich mich um die krankengeld sache gekümmert habe. und ich kann stolz sagen, dass es eine gute wendung gab und ich bald mein geld bekomme, sogar einen teil mehr wirklich von der arbeit.
was ich nur in letzter zeit lerne. ich kann mich eigentlich nur noch auf mich selbst verlassen. und das ich kämpfen muss. da ist keiner. niemand mehr der mitträgt, wenn dann nur minimal oder für kurze zeit. aber ich habe heute gemerkt, dass ich es schaffen kann und hoffe ich behalte den gedanken ganz ganz lange. ich kämpfe mich aus jeder scheiße raus. ich hoffe ich schaffe das weiterhin. auch wenn der weg ungewiss ist und ich permanent im regen stehen gelassen werde. ich habe nur angst, dass ich bald jeden menschen von mir stoße.
die entscheidung wird in zukunft helfen hoffe ich oder sie wird mir zeigen, dass ich nochmal neue hilfe probieren muss. das wird sich zeigen. aber ich habe mich für eine andere klinik entschieden. eine die diesmal vielleicht wirklich helfen kann und nicht nur hoffnung nimmt.
es wird keinen geben, der das auffangen wird. das habe ich gelernt, auch wenn ich es immer wieder hoffe. nur hoffnung macht so verletzlich...
danke für deine lieben worte. als held würde ich mich nicht sehen, aber vielleicht irgendwann, wenn ich es aus dem mist geschafft habe.
danke auch für dein gedicht. es ist sehr schön. es öffnet eine neue perspektive..
ich hoffe dennoch, dass ich in diesem kampf nicht mein ganzes umfeld verlieren werde, denn gerade möchte ich niemanden an mich ran lassen. das meine therapeutin spontan so lange weg sein wird, macht den hinblick auf die letzte stunde nicht besser.. aber ich habe das gefühl, dass ich sie verlieren werde.. so wie immer..
am ende bin ich alleine..
liebe grüße willow
Liebe willow,
du hast etwas entschieden. Und Anstelle von Erleichterung und Zuversicht kommen immer schneller immer mehr Aufgaben. Ich wünschte ich könnte dir einen Pausenknopf schicken, damit du wenigstens heute Abend ein bisschen zur so sehr verdienten Ruhe kommen kannst. Wäre das eine Möglichkeit? Die Aufgaben für heute Aufgaben sein zu lassen, dir etwas Ruhe zu gönnen und das Ganze morgen wieder anzugehen?
Auch wenn die Entscheidung dir heute noch keine Erleichterung bringt, hast du damit dennoch eine Weiche gestellt und wirst früher oder später die Auswirkungen davon merken.
Dass das immer-funktionieren-müssen auf Dauer unheimlich anstrengend ist und du dir wünscht einfach mal loslassen zu können, weil jemand anderes da ist, der auffängt, ist absolut verständlich.
sie ist ein kleiner held. vermutlich weiß sie das nicht mal..
Da musste ich lächeln. Weil ich das ganz oft von dir denke. Und von vielen anderen hier. Die trotz allen Widrigkeiten, die das Leben ihnen entgegen schmeisst, immer wieder den Mut und die Kraft finden, einen weiteren Tag lang weiter zu machen.
Vor kurzem ist mir ein Gedicht von Laura Ding-Edwards (The Mountain) begegnet. Einen Ausschnitt davon mag ich dir heute Abend mit in die Nacht geben:
A day is not a lifetime.
A rest is not defeat.
Don't think of it as failure, just a quiet, kind retreat.
It's ok to take a moment, from an anxious, fractured mind.
The world will not stop turning while you get realigned!
Viele warme, helle Grüße
bke-Ina
hallo,
ich habe etwas entschieden. eigentlich müsste jetzt erleichterung und zuversicht da sein, leider ist es nicht so. mein kampfgeist hat sich versteckt oder ist so klein geworden, dass ich ihn kaum mehr sehen kann. alles wirkt anstrengend. ich versuche die aufgaben anzugehen, aber wenn ich eine versuche zu lösen ergeben sich mindestens 3 neue.. im moment geht mir alles viel zu schnell. und irgendwie stehe ich immer mehr alleine da. ich weiß gar nicht ob und wie das weitergehen kann. im moment fühlt es sich auch sehr danach an als würde mein umfeld gehen. es fühlt sich ziemlich schrecklich an.. mein kopf reicht nicht mal für eine lange nachricht. es ist nur sehr viel verzweiflung da..
liebe grüße willow
liebe bke-betty,
ich mache eigentlich immer alles trotz angst. das wandern heute war leider auch mit sehr viel angst verbunden, aber wir haben es geschafft. es war schön, wobei mein kreislauf es nicht so toll fand. es war mal gut nicht nach dem spazieren gehen direkt zu schlafen. ich habe so viele dinge geschafft. unter anderem kliniken geschrieben. hoffe ich finde die richtige hilfe.
hm vermutlich ist das so. es ist unheimlich viel druck im außen da und ich mache mir viel druck. durch arbeit, finanzielle dinge usw. meine freunde gehen, dabei bin ich zu keinem gemein. ich bin in die ecke gedrängt und frage verzweifelt nach hilfe. leider auch bei "kleinigkeiten".. ich weiß, dass das für freunde schwer ist. aber ich habe niemanden. ich hab niemanden den ich einfach mal fragen kann. eine freundin hat vor langer zeit mal gesagt, dass sie bewundert wie viel ich alleine schaffe und wie stark ich bin. doch was bringt mir die stärke? sie lässt mich einsam werden. vor allem jetzt zur weihnachtszeit. alle haben ihre familien und/oder partner.. ich wünsche mir jemanden der mittragen kann, der da sein kann. dem ich mal nicht zu viel bin. es tut mir unheimlich leid. wirklich. ich will nicht immer stark sein müssen und kämpfen müssen. ich will mich auch mal klein einrollen und jemand passt auf. aber das gibt es schon lange nicht mehr. überall muss ich funktionieren und stark sein.. bloß keine schwäche zeigen..
mein hund verzeiht mir gerade alles und ich liebe sie sehr dafür. ich arbeite viel, weil ich bestimmte dinge erledigen will bevor ich nochmal in eine klinik gehe und weil die rahmenbedingungen auch so sind. aber ich vermisse das kuscheln mit ihr. gestern gab es ein paar küsschen, da habe ich mich sehr gefreut. sie ist ein tolles, schlaues wesen. ja ich kann von ihr viel lernen. am liebsten mag sie es, wenn wir uns zusammen ausruhen oder mittagsschlaf machen. viele meiner ängste hat sie auch. das tut mir für sie unheimlich leid. aber sie weiß, dass ich sie immer beschützen würde. ohne sie gäbe es mich schon sehr lange nicht mehr. sie ist ein kleiner held. vermutlich weiß sie das nicht mal..
liebe flauschige grüße
willow
Liebe Willow,
schön, dass du auf der Feier warst und dich herausforderst, weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Und wie schön, dass deine Freundin das zu schätzen weiß und sich gefreut hat.
Du beschreibst, dass du aktuell viel auf Abwehr bist. Da wir beide Hunde lieben und ihre Sprache sprechen, möchte ich gerne meine Assoziation mit dir teilen, die vorhin schon in meinem Kopf geisterte. Als ich deine Nachricht gelesen habe, habe ich an einen Hund gedacht, der in die Ecke gedrängt wird und sich bedroht fühlt. Der Hund, der eigentlich ein soziales, liebevolles Wesen ist und niemandem etwas tun würde, aber wenn der Druck zu groß ist, beißt er um sich und weiß sich einfach nicht zu helfen. Für mich warst du dieser freundliche, treue Hund, der nur so verzweifelt ist, dass er diese Seite nicht zeigen kann, weil die Welt ihn dazu zwingt zu beißen.
Hast du eine Idee, wie man diesen Hund wieder zum freundlichen Begleiter werden lässt?
Wie liebevoll du deinen Hund beschreibst. Wow! Toll, wie selbständig sie sich eine gute Zeit verschafft. Alles was sie braucht ist ein winziger Impuls: ein kleines Bällchen von dir. Wir können so viel von Hunden lernen, findest du nicht auch? 😍
Flauschige Grüße
Belle und Betty
liebe bke-betty,
bewusst atmen schaffe ich oft nicht. aber ich versuche dinge zu spüren, wie den regen heute mittag.. aber konzentration ist zur zeit sowieso mangelware. alle reize prasseln auf mich ein. ich war vorhin auf der feier meiner besten freundin. dort waren so viele gespräche. ich habe mich davon etwas berieseln lassen und konnte nirgends mitreden. ich hatte meinen hund dabei, aber ich war auch froh als wir gehen konnten. sie hat sich gefreut, das war das wichtigste.
seit der klinik bin ich immer auf einem enorm hohen anspannungslevel. und dann müssen nur kleinigkeiten passieren und es geht durch die decke. so wirklich ruhe finde ich nicht. ich habe nach der klinik viel zu schnell wieder voll gearbeitet und mache gerade jede woche 2-4 überstunden. am wochenende ist mein körper so fert, dass ich eigentlich nur schlafen muss. das ist aber kein leben. es sind gerade einige baustellen offen. ich weiß nicht welcher ich mich zuerst zuwenden soll.
zur zeit bin ich viel auf abwehr und wegstoßen. das tut mir wirklich leid. aber meine welt zerfällt gerade. von freunden die sich nicht mehr melden, über freunde, die sagen wir müssen reden usw.. die menschen, die wollen das ich hier bleibe sind meine therapeutin und eine andere person die hilft. glaube aber auch nur, weil sie sich sonst strafbar machen würden. kein plan, ob ich irgendwem noch was bedeute. wozu auch? ich bin zu viel. meine probleme sind zu viel. denn wenn ich mich mitteile, dann wird es zu viel. aber wie soll ich es schaffen, wenn ich nicht weiß wie? ich brauche im moment viel hilfe das weiß ich und das die mir freunde nicht geben können weiß ich auch. aber es sind so kleine alltägliche dinge, da frage ich nach rat. aber anscheinend ist das auch zu viel..
es wäre schön, wenn sie genauso wären wie vor der klinik.. und wenn ich es vielleicht mehr allein schaffen würde, dann müssten sie nicht wegrennen...
mein hund liebt bälle über alles. sie hat so kleine tennisbälle die quietschen. (sie ist nicht sehr groß) und als sie bei meinen freundinnen war, hat sie dort mit igelbällen gespielt. ich habe ihr eine packung mit 3 igelbällen gekauft (rot, gelb und grün) gelb und grün sieht sie am besten. und ich habe ihr ein kleines grünes schaf gekauft. sie hat zwar viele kuscheltiere, aber keines in grün. sie hat eben sogar die tasche schon ausgepackt und konnte nicht bis zu ihrem geburtstag warten. jetzt spielt sie mit dem gelben igelball :) es ist schön ihr beim spielen zuzusehen, denn sie spielt damit tatsächlich vollkommen alleine. sie wirft ihn sich ein stück oder tritt mit ihrem fuß so drauf, dass es wegrollt. sie ist verdammt schlau. manchmal will sie, dass man mit ihr spielt, aber ganz oft beschäftigt sie sich selbst. das finde ich richtig toll an ihr. und jeder der das sieht ist sehr beeindruckt.
liebe grüße
willow