Hey
ich bin nicht sicher, ob meine Probleme hier her passen oder man mir überhaupt helfen kann.
Mir fällt es total schwer klar zu kommen, dass alles was ich gern gemacht hab nicht mehr geht. Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr was ich will oder was noch Sinn haben soll. Alle Träume die ich mal hatte hab ich verloren. Trotzdem soll ich weiter kämpfen und mich anstrengen und dankbar sein zu leben. Ich weiß aber nicht wozu und ich kriegs dann einfach nicht hin.
Kennt sowas jemand? Wie soll man weiter machen wenn doch nichts einen Sinn hat?
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy
von mir auch noch willkommen hier!
Ich glaub Stephan meinte nicht dass du mit deinen Fragen hilflos machst hier. So wie ich ihn verstanden hab glaub ich dass die Frage was jetzt helfen könnte schwierig zu beantworten ist. (bitte haut mir auf die Finger wenn ich was falsches schreib) Aber das hat mit der Situation zu tun und nicht mit dir oder deinen Fragen. Wenn es dir hilft dich hier bisschen mitzuteilen dann ist das schonmal wichtig und gut. Und dein Wunsch nach Gesellschaft kann ich denk ich gut verstehen. 7 Monate sind echt lang... Weißt du denn schon wie lang es noch ungefähr gehen wird?
Ich finds verständlich dass es dir schwer fällt mit Leuten zu "reden" die sprechen und du musst dann schriftlich antworten. Ist es leichter wenn beide Seiten schreiben? Dann wär das ja vielleicht was was die dort soweit möglich auch versuchen könnten.
Ich hoff war ok für dich dass ich dir geantwortet hab.
LG
Maya
Hey bke-Stephan
ich wollte mit meinen Fragen keine Hilflosigkeit hier erzeugen. Falls das so rüber kommt tut es mir leid und ich nehm sie wieder zurück. Kontakte in real sind grad sehr beschränkt und der Sozialdienst hat mir diese Seite empfohlen, um wieder mehr in Kontakt zu kommen und mich zu öffnen. Ich kann noch keine Gebärden und schreiben ist der einzige Weg, wie ich grad kommunizieren kann. Deswegen hatte ich mich entschieden, hier zu schreiben, um mich auszutauschen und vielleicht Gesellschaft oder so. Ich find es schwer über schreiben kommunizieren zu müssen, während die andern sprechen können. Ich tu mich damit schwer. Aber wenn das irgendwie unpassend war, tut es mir leid.
In der Reha kümmern sich eine Ärztin, das Pflegepersonal und die Trainer bei den Anwendungen um mich. Den Rest macht der Sozialdienst, aber der ist mit mir glaub auch überfordert.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
puh, ganz schön heftig, was Dir alles passiert ist. Da gibt es leider keine einfachen Lösungen. Und die Frage, was kleine Dinge sind, die Dir helfen könnten, die mein lieber Kollege gestellt hat, ist zwar richtig. Ich kann mir aber vorstellen, dass die super schwierig ist, zu beantworten und auch hier Hilflosigkeit erzeugen könnte. Ich halte sie dennoch für wichtig.
Wer kümmert sich denn vor Ort um Dich? Ich habe überhaupt keine Ahnung, was in so einer Situation helfen kann, vermute aber, dass es Unterstützung vor Ort braucht, die mit Dir zusammen suchen kann, was Dir wieder Mut und Kraft und Spaß geben könnte. Ich bin überzeugt, dass es so etwas gibt. Es allerdings eine Weile brauchen wird, um das zu finden. Mit vielen Versuchen. Dass Du kämpfen kannst, hast Du ja gezeigt. Und es ist auch prima, dass Du schreiben kannst.
Ich kann Dir versichern, dass wir mit Dir aushalten, dass es schwierig wird und wir Dich hoffentlich dabei eine Weile begleiten können und dürfen. Zusammen mit den Menschen, die es hoffentlich vor Ort gibt.
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hey bke-Tom
Ich hab früher viel mit Freunden gemacht. War in 2 Sportvereinen und im Chor. Von da sind auch viele meiner Freunde, im einen Sport war ich grad dabei mein Jugendtrainerschein zu machen. Dann hat ein Unfall alles kaputt gemacht. Ich bin seit 7 Monaten durchgehend im Krankenhaus oder Reha. Ich werd das alles nie mehr machen können. Werd nicht mal mehr normal laufen können, kann nicht mehr sprechen und das kommt auch nicht wieder. Jetzt wieder so schreiben können und nicht mehr bei allem Hilfe brauchen war ein ewig langer Kampf. Und trotzdem brauch ich noch viel Hilfe und muss noch so viel neu lernen und kann einfach nicht mehr. Für mich macht gar nichts einen Sinn. Der Sozialdienst sucht immer noch nach einer Einrichtung wo ich nach dieser Reha wohnen kann. Ich bin weit weg von meinen Freunden und der ihr Leben geht so halt weiter und meins nicht so wirklich. Ich versuch, mich für sie zu freuen aber es tut einfach nur weh, weil ich es auch so sehr will. Ich weiß gradnicht , wie ich davon was mitnehmen kann, was mir Kraft geben könnte. Ich hab keine Kraft mehr einfach weiter zu machen, wenn ich doch eh nicht mehr das machen kann, was ich lieb und will. Aber alle um mich rum machen so einen Druck, also muss ich irgendwie mitmachen aber das machts immer nur noch schlimmer.
Liebe Grüße
Romy
Hey Romy,
danke, dass du das hier so offen teilst. Schon allein, dass du Worte dafür findest, wie es dir gerade geht, zeigt eine Menge Kraft, auch wenn es sich für dich wahrscheinlich ganz anders anfühlt.
Was du beschreibst, kennen tatsächlich viele Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Dieses Gefühl, dass frühere Träume weggebrochen sind und man plötzlich ohne Richtung dasteht, kann unglaublich verunsichernd sein. Es ist, als würde der innere Kompass nicht mehr funktionieren und alles, was einmal Sinn gemacht hat, ist auf einmal leer geworden.
In so einer Situation „einfach weitermachen“ oder „dankbar sein“ zu sollen, kann sich fast wie ein zusätzlicher Druck und wie eine unmögliche Aufgabe anfühlen. Da darf man ehrlich sagen "Das kann ich noch nicht".
Vielleicht ist ein hilfreicher Gedanke, dass du gerade nicht am Ende von etwas bist, sondern mitten in einer Art Übergang. Das Alte trägt dich nicht mehr, das Neue ist aber noch nicht richtig sichtbar. Das ist nicht angenehm, aber ein sehr menschlich.
Manchmal hilft es, den Fokus erstmal ganz klein zu machen. Nicht „Wozu lebe ich überhaupt?“, sondern eher:
"Was hat mir heute einen winzigen Moment von Erleichterung gegeben?" oder "Gab es irgendetwas, das sich für einen Augenblick weniger schwer angefühlt hat?"
Gerne möchte ich eine Frage in die Runde geben. Wer oder was hat dir früher das Gefühl gegeben, lebendig zu sein, und was davon konntest du dir für deinen Alltag bewahren?
Lieben Gruß
bke-Tom