Hey
ich bin nicht sicher, ob meine Probleme hier her passen oder man mir überhaupt helfen kann.
Mir fällt es total schwer klar zu kommen, dass alles was ich gern gemacht hab nicht mehr geht. Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr was ich will oder was noch Sinn haben soll. Alle Träume die ich mal hatte hab ich verloren. Trotzdem soll ich weiter kämpfen und mich anstrengen und dankbar sein zu leben. Ich weiß aber nicht wozu und ich kriegs dann einfach nicht hin.
Kennt sowas jemand? Wie soll man weiter machen wenn doch nichts einen Sinn hat?
Liebe Grüße
Romy
weißt du liebe Romy, ich erwische mich auch ganz oft dabei und vielleicht geht es den anderen in deinem Umfeld auch so: wenn man selbst etwas gerade nicht so gut aushalten kann oder nicht wahrhaben will, dann versucht man, jeden Strohhalm zu greifen. Die Menschen meinen diese Sätze sicher nur gut - und es ist dein gutes Recht, diese Sätze total scheiße zu finden, weil wir alle nicht in deiner Haut stecken. Aber vermutlich wünscht jeder dieser Menschen dir genau das, was sie dir auch sagen. Dass du mit deiner Mama so in Verbindung bleiben kannst. Dass dein Körper schon irgendwann wieder mitmacht. Dass wünschen wir dir alle. Nur holt dich das natürlich null in deiner aktuellem emotionalen Verfassung ab. Und das kann ich verstehen. Deswegen hau ich mir schon mehrfach auf die Finger, dass ich nicht auch so einen optimistischen Zuspruch schreib.
Aber ich hoffe, dass ich eines loswerden darf: deinen Willen, deinen Ehrgeiz, deinen Charakter: das sind Dinge in dir, die ein solcher Unfall nicht zerstört. Und ich hoffe sehr, dass es auch wieder Zeiten geben wird, wo dir diese Eigenschaften wieder Aufschwung geben können. Aber in dem Tempo, was du für dich richtig findest! Und bis dahin schimpfen wir zusammen auf das Schicksal, das dich ereilt hat?
Oder noch besser: bis dahin halte ich einfach meine Arme dauer-offen. Allzeit-Umarmung von Betty, wenn du magst :)
Ganz liebe Grüße
bke-Betty
Hey bke-Betty
danke das ist sehr lieb und ich würde die Umarmung gern annehmen wenn es okay ist.
Naja die Reha war nicht freiwillig ich hatte einfach keine Wahl. Aber ich wollte einfach beweisen, dass ich es können werde. Ich dachte ich schaff das. Vielleicht hab ich mir auch nur was vorgemacht. Ich war vor dem Unfall sehr sportlich, war zwei mal die Woche in der Tanzschule und zwei mal beim Turnen, am Wochenende Wettkämpfe. Ich dachte, die können das gar nicht wissen, weil sie meinen Körper nicht so kennen wie ich. Aber er hat mich doch im Stich gelassen. Er gehört gar nicht mehr wirklich zu mir. Und jetzt kann ich nicht mehr und will gar nicht mehr mitmachen. Mir egal, dass ich bei den Therapeuten jetzt einen schlechten Ruf habe, weil sie denken ich bin faul. Die checken überhaupt nicht, wie schlimm das ist. Alles ist jetzt so anders, ich bin nicht mehr ich. Ich kann nie mehr meinen Sport machen. Nie mehr im Chor singen, was ich auch gemacht hab. Nie mehr normal mit jemand sprechen. Ich fang grad an mit Gebärdensprache lernen, bringt nur nichts wenn ich wirklich dort bleib wo ich jetzt auf Probe hin soll. Dort kann das keiner. Und es ist scheiße schwer weil ich meinen linken Arm nicht richtig bewegen kann, den aber zum richtig gebärden auch brauche. Gebärden ist meine einzige Chance wieder kommunizieren zu können, ohne alles auf Zettel zu schreiben und nicht mal die krieg ich hin. Nichts an diesem Leben ist jetzt toll oder schön oder irgendwas wofür ich dankbar bin. Letztens meinte jemand zu mir, dass ich mit meiner Mama, die beim gleichen Unfall der mich hier rein gebracht hat gestorben ist, jederzeit in meinem Kopf sprechen kann. Und dass das etwas Gutes ist. Nichts ist gut daran, mit meiner Mama nur noch in Gedanken sprechen zu können. Und wenn sie noch leben würde könnte ich trotzdem nie wieder normal mit ihr sprechen. Und trotzdem sagt man mir ich soll weiter kämpfen und gibt mir manchmal das Gefühl ich stell mich nur an und es ist alles halb so schlimm.
Danke, dass ich heute nicht so allein sein musste und es okay war, hier zu schreiben. Ich hoffe es war nicht zu viel.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romy,
das tut mir so leid und ich kann mir in Teilen ausmalen, wie sich dein Frust anfühlen muss. Und gleichzeitig macht es mich traurig zu lesen, dass du sauer auf dich bist, es probiert zu haben. Ich für meinen Teil finde es sehr ehrgeizig und stark, es ausprobieren zu wollen und es ausprobiert zu haben. Du musst wirklich ein sehr mutiger Mensch sein, dich damit so lange auseinandergesetzt zu haben. Wahnsinnig tolle Eigenschaften schlummern da in dir, ich wünsche dir, dass du sie nicht wegsperrst. Aber jetzt gerade bist du sauer auf das Leben und dein Schicksal und das ist verständlich und darf sein.
Wenn du magst, steh ich hier mit offenen Armen. Wir kennen uns zwar nicht lange, aber mir wurde gesagt, ich könne gut umarmen. Also wenn du magst, wäre hier eine Umarmung für dich! Du kannst sie aber auch ignorieren! ;)
Offene Arme Grüße
von offene- Arme-Betty :)
Hey bke-Betty
in der Reha bin ich schon seit Ende Januar, ich war nur paar Tage jetzt notfallmäßig im Krankenhaus. Seit Oktober bin ich durchgehend entweder im Krankenhaus, oder in der Reha. Sie hat schon geholfen paar Sachen wieder zu lernen, aber schon seit längerem geht nichts mehr voran. Aber manches werd ich auch einfach nie mehr können. Sprechen, ohne Unterstützung laufen, beide Beine richtig ansteuern können. Durch die Verletzungen am Gehirn hat mein Hirn verlernt, dass meine linke Seite zu mir gehört quasi. Durch die Anwendungen die ich die letzten Monate hatte, kann ich mit Unterstützung manchmal leicht bewegen aber nicht mehr belasten. Das frustriert mich total, ich hatte gehofft doch mehr wieder zu können als mir gesagt wurde. Aber jetzt merk ich halt, dass sie recht hatten und bin so sauer, überhaupt gekämpft zu haben.
Nächste Woche zieh ich dann auf Probe in die Einrichtung. Aber ob das klappt weiß niemand und ich hab einfach Angst. Die Atemübungen hab ich ein wenig versucht, die letzten Tage aber nicht so richtig, weil es mir so schlecht ging. Ich fühl mich einfach so allein und hätte gern jemand bei mir, der mich in den Arm nimmt. Aber alle sind entweder weg oder so weit weg, dass sie mich nicht besuchen können. Oder vielleicht wollen sie es auch nicht, was ich ja verstehen kann. Ich bin irgendwie nicht mehr ich. Und ihr Leben geht halt ohne mich weiter.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
wie ich lese, funktioniert dein Körper nach einem Koma nicht mehr so, wie vorher. Dass das schwer auszuhalten ist, kann ich mir vorstellen. Vermutlich braucht es viel Geduld, bis Fähigkeiten wieder da sind, die mal da waren. Hast du denn seitdem auch positive Entwicklungen bei dir wahrnehmen können?
Ich schicke dir Geduldsfäden aus Stahl!
Gut, dass du dich an Fachmenschen gewandt hast und nun in Reha bist. Hast du das mal mit den Atemübungen ausprobiert? Bekommst du hilfreiche Anwendungen in der Reha?
Liebe Grüße
bke-Betty
Hey bke-Lorenz
danke dass du das sagst, ich will auch gar nicht damit sagen dass ihr was anderes vermittelt. Es ist nur sehr starke Angst da, hier auch fehl am Platz zu sein. Weil ich mich ehrlich gesagt mittlerweile überall so fühl.
Ich war die letzten Tage nochmal im Krankenhaus weil es mir echt schlecht ging. Die Ärzte meinten es liegt an meinen Kopfverletzungen. Seit denen hab ich oft starke Kopfschmerzen und letztes Wochenende ist es extrem geworden. Vermutlich durch das wechselnde Wetter und den Stress den ich mir mach wegen der Einrichtung. An einem Morgen ist es so schlimm geworden, dass ich nur noch sehr verschwommen gesehen hab und dann gar nichts mehr kommunizieren konnte, weil ich das aufschreiben nicht erkennen konnte. Ich hatte richtig Panik. Bin jetzt wieder in der Reha aber ich hab extrem Flashbacks die letzten Tage. Ich hab jetzt neue Medikamente für meinen Kopf und für den Kreislauf und körperlich geht es jetzt besser. Aber mich nicht verständigen zu können hat so sehr daran erinnert, wie hilflos ich am Anfang nach dem Koma war. Als ich noch nicht schreiben konnte. Ich fühl mich so gefangen in einem Körper der nicht mehr funktioniert. Die Lähmung ist grad auch wieder schlimmer. Dann brauch ich mehr Hilfe. Und schäm mich so sehr die zu brauchen. Dann gehts mir noch schlechter und es geht noch weniger. Es hört einfach nicht auf. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
kann dir nur sagen, dass du hier nicht fehl am Platz bist. Und das ist auch eine Basis und eine Grundhaltung, die uns hier im Forum wichtig ist. Was du dann für daraus machst, darauf habe ich keinen Einfluss. Ich kann dir das nur aufrichtig so sagen.
Und ich meinte, du könntest dich vielleicht von dem Zwang von außen, du solltest dankbar sein, versuchen zu befreien. Dich mehr auf dein eigenes "Recht" besinnen, selber zu entscheiden, für was du wann dankbar bist oder nicht. Sollte nur ein Denk-Impuls sein...
Was den Umgang mit den Ängsten angeht, empfehle ich immer gerne Atemübungen. Einfach, praktikabel und oft sehr hilfreich. Kannst dich ja mal schlau machen, was es da so gibt, das für dich passen könnte.
Vielleicht haben die anderen User*innen hier dazu Ideen?
Viele Grüße
bke-Lorenz
Hey bke-Lorenz
Ich will einfach nur nicht belastend sein. Für mich ist es gerade okay, dass man mir hier keine Lösung geben kann oder sowas, aber ich möchte kein Ventil für mich benutzen das andere stört. Es reicht schon dass ich hier vor Ort oft das Gefühl bekomm, dass man nicht weiß was man mit mir so recht anfangen soll. Und nur weil der Sozialdienst mich hierher empfohlen hat kann es ja trotzdem sein, dass es hier auch so ist. Und das möchte ich halt nicht. Nicht noch ein Ort an dem ich irgendwie fehl am Platz bin.
Danke dass du sagst, dass ich nicht dankbar sein muss. Das tut irgendwie gut. Du hast keine Ahnung wie oft mir das in den letzten Monaten gesagt wurde. Wie viel Glück ich doch hatte und wie dankbar ich sein sollte. Vielleicht meinen alle es aufmunternd aber ich finds grausam. Ich hab nicht den Anspruch dankbar sein zu müssen, der kommt von Außen. Ich hab nicht richtig verstanden wie du
den letzten Teil deiner Nachricht meinst. In welche Richtung könnte ich stattdessen überlegen?
Ich hab noch eine Frage, vielleicht weiß da jemand was dazu. Was kann bei Angst helfen, dass sie nicht so stark wird? Bei mir kommt dann immer alles in meinem Kopf ganz durcheinander und mir wird schlecht und bekomme Herzrasen, wenn sie zu stark wird.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
erst einmal ist es mir wichtig, zu vermitteln, dass deine Posts hier alles andere als "Rumgeheule" gesehen werden. Ganz im Gegenteil, es ist beindruckend, wie klar du von deiner Lage schreibst. Die Schlafschwierigkeiten und die Schmerzen, die sich offensichtlich gegenseitig bedingen, sind schon ein schlimmer Kreislauf im Moment. Echt wahr. Gut, dass du wenigstens ein bisschen zur Ruhe gekommen bist in den letzten zwei Nächten. Erholung und Ausruhen sind einfach irre wichtig...
Wie du ja schon von anderen hier gelesen hast, ist es absolut nachvollziehbar dass du hier schreibst, auch wenn es vielleicht mehr eine Art Ventil für dich ist, ohne konkrete Vorstellungen, was wie hier helfen könnte. Dafür ist das Forum -also wir alle hier- da.
Was du von deinen Fortschritten und aktuellen Perspektiven schreibst, glaube ich -natürlich aus meiner Rolle, nicht betroffen zu sein- nachvollziehen zu können. Es ist ja wie bei vielen Dingen, die man neu zu lernen beginnt. Am Anfang geht's schnell voran, man macht sichtbare Fortschritte, die einen auch motivieren, weiterzumachen. Im Sport, bei Fremdsprachen, Musikinstrumenten und eben auch allen anderen Veränderungen im Leben. Dann geht es immer langsamer voran und das kann schon wirklich frustrieren. Auch Gefühle von Resignation gehören dazu. Oder können einen dominieren. Gleichzeitig sind das ja auch Phasen, wo bereits Gelerntes sozusagen etabliert und gefestigt wird. Als gute Grundlage für neue Lernschritte, körperlich wie auch mental. Neue Schritte, die wir noch gar nicht auf dem Schirm haben. Wahrscheinlich ist das alles nicht neu für dich, dennoch schreibe ich es.
Du schreibst, du solltest dankbar sein, zu leben. Wenn du mich fragst, ist das viel verlangt und vielleicht im Moment auch ein sehr hoher Anspruch an dich. Wäre vielleicht ein anderer Umgang mit diesem Anspruch, dieser Erwartung, von dir an dich selbst oder auch von außen, zu überdenken? Dieses "ich muss dankbar sein, zu leben" auch mal etwas "zu erweitern" und zu hinterfragen? Im Sinne von "wer darf das denn von mir erwarten oder ist das überhaupt zu jedem Zeitpunkt möglich"?
Viele Grüße und einen möglichst für dich guten Tag,
bke-Lorenz
Hey bke-Betty
das ist nicht schlimm, ich bin auch oft verpeilt. Wusste nicht was ich dann auf die erste Nachricht antworten soll und die zweite hab ich erst gestern Abend gelesen.
Die letzten zwei Nächte habe ich ein bisschen geschlafen, aber immer noch nicht wirklich. Wenn ich mich nicht genug ausruhen kann, habe ich mehr Schmerzen, von den mehr Schmerzen kann ich aber auch schlechter schlafen.
Ich weiß nicht genau, ob man mir überhaupt helfen kann. Ich komm mir auch komisch vor, überhaupt hier zu schreiben, wenn ich doch selber nicht weiß, was helfen würde. So heul ich halt rum, was auch nichts ändert. Mit allem allein zu sein ist nur auch nicht so leicht auszuhalten.
Mir gehts einfach schlecht. Am Anfang hatte ich noch sowas wie Hoffnung, dass ich doch wieder mehr können werde, wie die Ärzte jetzt sagen. Es war mega anstrengend, aber ich hab Fortschritte gemacht. Seit einigen Wochen geht aber nichts mehr weiter, egal wie sehr ich mich anstrenge. Ich soll weiter dran bleiben, damit der Fortschritt nicht verloren geht, aber ich kann nicht mehr. Wozu denn, wenn mehr nicht mehr gehen wird? Ich will dieses Leben nicht so wie es ist, ich hab alles verloren was ich hatte und wer ich war. Meine Familie, meine Hobbies, meine Selbstständigkeit, meine Träume, meine Schule, meine Freunde... Nichts ist mehr übrig und trotzdem soll ich dankbar sein zu leben. Vielleicht gibt es Menschen die das können, ich kanns nicht. Es ist scheiße, ich finde mich ja selbst viel zu anstrengend und dass ich jetzt viel zu viel brauch an Hilfe. Und dann muss ich jetzt bald in eine Wohngruppe, bei der niemand weiß, ob es klappt, weil was zu finden, was alle Anforderungen die ich jetzt brauche erfüllt, quasi unmöglich ist. Wie soll ich mich denn da nicht als Last sehen?
Liebe Grüße
Romy
Oh Romy! Es tut mir so leid, mein Kopf hat mir einen Streich gespielt! Ich dachte, du hättest das GESTERN geschrieben! Jetzt seh ich erst, dass es heute so war.
Gibt es etwas, was wir hier im Forum morgen für dich tun können?
Liebe und offenbar auch verpeilte Grüße
bke-Betty
Hallo liebe Romyy,
gerade sehe ich deine Nachricht. Wie war denn die letzte Nacht, konntest du Schlaf nachholen? Wie fühlst du dich heute?
Viele Grüße
bke-Betty
Hey
Bin so überfordert. Letzte Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen und jetzt hab ich deswegen starke Schmerzen. Zeigt mir wieder wie kaputt ich bin und dass nichts mehr so ist wie es war. Wie soll ich das denn schaffen? Ich kann nicht mehr, aber das ist glaub egal. Glaub ich kann das nicht. Fühl mich so allein mit allem.
Hey bke-Stephan
Danke. Als gar nicht klar war wie es langsam weiter geht, hab ich mich so schlecht gefühlt. Dachte wenn mal was gefunden wird, bin ich vielleicht erleichtert und es wird besser. Aber jetzt hab ich einfach nur Angst. Fühl mich so allein damit, weil es nichts ändert egal wie es mir damit geht. Es muss ja sein und gibt keine Alternative gerade. Ich muss es akzeptieren, dass es vielleicht nur wieder sinnloses Fremde über mich bestimmen lassen ist, weil ich eh nicht lang dort bin. Trotzdem alles zulassen muss, ich hab ja keine Wahl. Und dann geht alles wieder von vorne los wenn es nicht passt. Alles ist jetzt so anders und ich kann nichts dagegen machen. Ist irgendwie ja egal wie es sich anfühlt, wenn alles trotzdem passieren muss.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy,
das ist sehr nachvollziehbar. Du bist hier richtig, vielleicht deshalb nicht ganz allein und ich schicke Dir eine große Packung Trost.
Viele Grüße,
bke-Stephan
Hey bke-Stephan
Danke, dass du es auch nochmal erklärt hast. Wollte nur nicht, dass sich jemand hilflos oder überfordert fühlt nur weil ich angefangen hab hier zu schreiben. Dann hätte ich es wieder beendet. Reicht schon dass der Sozialdienst nicht weiß was er mit mir anfangen soll. Ich weiß es ja auch nicht.
Ich hab einfach nur so Angst, leben zu müssen und nie mehr zu wissen was ich will. Und dass es sich nie mehr besser anfühlen wird wie jetzt. Und dass ich nie mehr einen richtigen Platz haben werd. Ich sollte dankbar sein überhaupt zu leben, aber ich kann nicht. Ich fühl mich einfach richtig allein.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy,
Maya hat es ganz gut beschrieben. Wir können Dir keine direkte Hilfe hier im virtuellen Raum geben, also keine Hilfe bei Dir vor Ort. Was sicher alle hier gerne tun würden, auch wenn niemand weiß, wie das gehen würde. Was wir machen können. Wir hören Dir zu, schreiben mit Dir, halten die bescheidene Situation mit Dir aus (auch wenn unser Part des Aushaltens viel einfacher ist als Deiner.
Vermutlich ist es sehr wichtig, das Passende zu finden, auch wenn es weiter weg ist, als Du das gerne hättest. Ich verstehe aber gut, wie anstrengend es sein muss, dass Deine Familie und Freunde dann noch weiter weg sind. Wenn es gut läuft, kommen allerdings auch neue Menschen in Dein Leben und das ist dann hoffentlich ein Gewinn, wenn auch kein Ersatz.
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hey Maya
danke, dass du es erklärt hast. Ich habe es vielleicht auch einfach falsch verstanden.
Ja es ist schon weniger unangenehm, wenn beide schreiben. Ich habe für kurze Infos schon fertige Zettel, die ich nur zeigen muss, aber hier sprechen alle nur mit mir, während den Anwendungen oder Visiten usw.
Genau weiß ich es noch nicht, wie lang ich hier bin. Der Sozialdienst hat jetzt eine Einrichtung gefunden, in die ich vielleicht ab Juni kann. Es ist schwer etwas zu finden was genau passt. Dort gibt es auch ein paar Sachen die nicht ideal sind. Deswegen bespricht er erstmal, ob ich eine Zeit auf Probe dort hin komme um zu schauen ob es im Alltag trotzdem geht. Es ist aber schon wieder so weit weg von zu Hause. Check ja dass es schwer ist was zu finden, aber ich fühl mich so schlecht weil ich so viele Anforderungen jetzt brauch. Komm damit gar nicht klar und wenn ich dann seh, wie schwer es ist was passendes zu finden fühl ich mich noch mehr wie eine Belastung 😕 ich will so ja auch nicht sein.
Ich hab so Angst, dass es nichts wird oder nicht passt. Dass dann wieder gesucht werden muss. Und ich will eigentlich nur nach Hause und mein Leben von früher zurück.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy
von mir auch noch willkommen hier!
Ich glaub Stephan meinte nicht dass du mit deinen Fragen hilflos machst hier. So wie ich ihn verstanden hab glaub ich dass die Frage was jetzt helfen könnte schwierig zu beantworten ist. (bitte haut mir auf die Finger wenn ich was falsches schreib) Aber das hat mit der Situation zu tun und nicht mit dir oder deinen Fragen. Wenn es dir hilft dich hier bisschen mitzuteilen dann ist das schonmal wichtig und gut. Und dein Wunsch nach Gesellschaft kann ich denk ich gut verstehen. 7 Monate sind echt lang... Weißt du denn schon wie lang es noch ungefähr gehen wird?
Ich finds verständlich dass es dir schwer fällt mit Leuten zu "reden" die sprechen und du musst dann schriftlich antworten. Ist es leichter wenn beide Seiten schreiben? Dann wär das ja vielleicht was was die dort soweit möglich auch versuchen könnten.
Ich hoff war ok für dich dass ich dir geantwortet hab.
LG
Maya
Hey bke-Stephan
ich wollte mit meinen Fragen keine Hilflosigkeit hier erzeugen. Falls das so rüber kommt tut es mir leid und ich nehm sie wieder zurück. Kontakte in real sind grad sehr beschränkt und der Sozialdienst hat mir diese Seite empfohlen, um wieder mehr in Kontakt zu kommen und mich zu öffnen. Ich kann noch keine Gebärden und schreiben ist der einzige Weg, wie ich grad kommunizieren kann. Deswegen hatte ich mich entschieden, hier zu schreiben, um mich auszutauschen und vielleicht Gesellschaft oder so. Ich find es schwer über schreiben kommunizieren zu müssen, während die andern sprechen können. Ich tu mich damit schwer. Aber wenn das irgendwie unpassend war, tut es mir leid.
In der Reha kümmern sich eine Ärztin, das Pflegepersonal und die Trainer bei den Anwendungen um mich. Den Rest macht der Sozialdienst, aber der ist mit mir glaub auch überfordert.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
puh, ganz schön heftig, was Dir alles passiert ist. Da gibt es leider keine einfachen Lösungen. Und die Frage, was kleine Dinge sind, die Dir helfen könnten, die mein lieber Kollege gestellt hat, ist zwar richtig. Ich kann mir aber vorstellen, dass die super schwierig ist, zu beantworten und auch hier Hilflosigkeit erzeugen könnte. Ich halte sie dennoch für wichtig.
Wer kümmert sich denn vor Ort um Dich? Ich habe überhaupt keine Ahnung, was in so einer Situation helfen kann, vermute aber, dass es Unterstützung vor Ort braucht, die mit Dir zusammen suchen kann, was Dir wieder Mut und Kraft und Spaß geben könnte. Ich bin überzeugt, dass es so etwas gibt. Es allerdings eine Weile brauchen wird, um das zu finden. Mit vielen Versuchen. Dass Du kämpfen kannst, hast Du ja gezeigt. Und es ist auch prima, dass Du schreiben kannst.
Ich kann Dir versichern, dass wir mit Dir aushalten, dass es schwierig wird und wir Dich hoffentlich dabei eine Weile begleiten können und dürfen. Zusammen mit den Menschen, die es hoffentlich vor Ort gibt.
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hey bke-Tom
Ich hab früher viel mit Freunden gemacht. War in 2 Sportvereinen und im Chor. Von da sind auch viele meiner Freunde, im einen Sport war ich grad dabei mein Jugendtrainerschein zu machen. Dann hat ein Unfall alles kaputt gemacht. Ich bin seit 7 Monaten durchgehend im Krankenhaus oder Reha. Ich werd das alles nie mehr machen können. Werd nicht mal mehr normal laufen können, kann nicht mehr sprechen und das kommt auch nicht wieder. Jetzt wieder so schreiben können und nicht mehr bei allem Hilfe brauchen war ein ewig langer Kampf. Und trotzdem brauch ich noch viel Hilfe und muss noch so viel neu lernen und kann einfach nicht mehr. Für mich macht gar nichts einen Sinn. Der Sozialdienst sucht immer noch nach einer Einrichtung wo ich nach dieser Reha wohnen kann. Ich bin weit weg von meinen Freunden und der ihr Leben geht so halt weiter und meins nicht so wirklich. Ich versuch, mich für sie zu freuen aber es tut einfach nur weh, weil ich es auch so sehr will. Ich weiß gradnicht , wie ich davon was mitnehmen kann, was mir Kraft geben könnte. Ich hab keine Kraft mehr einfach weiter zu machen, wenn ich doch eh nicht mehr das machen kann, was ich lieb und will. Aber alle um mich rum machen so einen Druck, also muss ich irgendwie mitmachen aber das machts immer nur noch schlimmer.
Liebe Grüße
Romy
Hey Romy,
danke, dass du das hier so offen teilst. Schon allein, dass du Worte dafür findest, wie es dir gerade geht, zeigt eine Menge Kraft, auch wenn es sich für dich wahrscheinlich ganz anders anfühlt.
Was du beschreibst, kennen tatsächlich viele Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Dieses Gefühl, dass frühere Träume weggebrochen sind und man plötzlich ohne Richtung dasteht, kann unglaublich verunsichernd sein. Es ist, als würde der innere Kompass nicht mehr funktionieren und alles, was einmal Sinn gemacht hat, ist auf einmal leer geworden.
In so einer Situation „einfach weitermachen“ oder „dankbar sein“ zu sollen, kann sich fast wie ein zusätzlicher Druck und wie eine unmögliche Aufgabe anfühlen. Da darf man ehrlich sagen "Das kann ich noch nicht".
Vielleicht ist ein hilfreicher Gedanke, dass du gerade nicht am Ende von etwas bist, sondern mitten in einer Art Übergang. Das Alte trägt dich nicht mehr, das Neue ist aber noch nicht richtig sichtbar. Das ist nicht angenehm, aber ein sehr menschlich.
Manchmal hilft es, den Fokus erstmal ganz klein zu machen. Nicht „Wozu lebe ich überhaupt?“, sondern eher:
"Was hat mir heute einen winzigen Moment von Erleichterung gegeben?" oder "Gab es irgendetwas, das sich für einen Augenblick weniger schwer angefühlt hat?"
Gerne möchte ich eine Frage in die Runde geben. Wer oder was hat dir früher das Gefühl gegeben, lebendig zu sein, und was davon konntest du dir für deinen Alltag bewahren?
Lieben Gruß
bke-Tom