Hey
ich bin nicht sicher, ob meine Probleme hier her passen oder man mir überhaupt helfen kann.
Mir fällt es total schwer klar zu kommen, dass alles was ich gern gemacht hab nicht mehr geht. Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr was ich will oder was noch Sinn haben soll. Alle Träume die ich mal hatte hab ich verloren. Trotzdem soll ich weiter kämpfen und mich anstrengen und dankbar sein zu leben. Ich weiß aber nicht wozu und ich kriegs dann einfach nicht hin.
Kennt sowas jemand? Wie soll man weiter machen wenn doch nichts einen Sinn hat?
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romy,
meine Fragen musst du auch gar nicht sofort und öffentlich beantworten - aber ich freue mich zu lesen, dass du sie ernst nimmst und sie in dir arbeiten.
Und ja: ich bin interessiert und ich meine es ernst und ich freue mich sehr, dich hier zu lesen. Wirklich, ich bin echt froh, dass du dieses Angebot hier für dich gefunden hast und dich drauf einlässt.
Deine Wünsche rühren mich sehr an und ich verstehe das total. Ich habe einen engen Freund, der leider aufgrund einer Hirnblutung ganz plötzlich im Rollstuhl gelandet ist. Verwaschene Sprache, motorisch deutlich eingeschränkt, aber im Kopf ganz klar. Ich freue mich immer, wenn wir uns schreiben, denn dann merkt man einfach gaaaar nichts. Anfangs waren wir alle überfordert, wie wir mit ihm umgehen sollen, das war er auch. Inzwischen merken wir gar nicht mehr, dass es anders ist, so sehr haben wir uns daran gewöhnt - ich wünsche dir und deinem Umfeld auch, dass es bald wieder in so eine Richtung geht.
Du hast geschrieben, dass bei allen anderen das Leben in den letzten Monaten weitergegangen ist und ob der Anschluss noch so zu halten ist, wenn ich mich richtig erinnere. Wenn du so schreibst, merke ich auch rein gar nichts von deinen körperlichen Veränderungen. Kann es eine Option sein, mit alten Freundschaften wieder schriftlich in den Kontakt zu kommen? Um wieder anknüpfen zu können?
An dieser Stelle kann es ja echt mal von Vorteil sein, dass heutzutage so vieles digital und schriftbasiert erfolgt ;)
Ganz liebe Grüße
bke-Betty
Hey bke-Betty
Ja, auf jeden Fall. Ich habe mich wirklich gefreut, dass du nochmal deine Gedanken dazu geschrieben hast. Es fällt mir zwar immer noch schwer, es so ganz zu glauben, aber trotzdem war dadurch der Gedanke da, dass du es vielleicht doch ernst meinst, dass ich nicht egal bin und es Menschen gibt, die Interesse haben.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, bin mir bei meiner Antwort aber nicht sicher. Früher hat es mir geholfen, ehrgeizig zu bleiben, wenn ich ein klares Ziel hatte, gleichzeitig aber auch Teilerfolge erzielen konnte und gemerkt habe, dass die mich einem bestimmten Ziel näher bringen. Die 3 Eigenschaften habe ich wahrscheinlich schon noch, aber fühlen kann ich sie nicht mehr. Und ich überlege seit Tagen, was ein Ziel sein könnte und was Zwischenziele, aber da legt sich immer diese große schwarze Wolke darüber, dass alles sinnlos ist. Ich kann sagen, was ich mir wünschen würde, aber ich weiß nicht, ob das auch ein Ziel sein kann, diese Wünsche erfüllbar zu machen. Ich würde mir Wünschen, dass ich wieder als Mensch gesehen werde, nicht nur als Diagnosen und Defizite. Ich würde mir wünschen, dass man mich ernst nimmt und mir hilft, die Gefühle die ich mitteilte auszuhalten oder mir hilft, wie ich anders damit umgehen könnte. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen nicht mehr so sehr vor mir und meiner Geschichte zurückschrecken. Ich habe oft das Gefühl, die Menschen sind zurückhaltend mir gegenüber geworden und sagen lieber gar nichts, weil sie Angst haben, etwas falsches zu sagen. Und irgendwie kann ich das ja auch verstehen. Aber für mich fühlt es sich an, als wäre ich jetzt ein Monster. Und wenn das Ziele wären, fallen mir bisher noch nicht so wirklich Zwischenziele ein.
Ich weiß, dass es keine richtige Antwort auf deine Frage ist, das ist nur das, was mir bisher eingefallen ist.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romy,
möchtest du noch weitere Gedanken? Dann lies gern weiter. Wenn nicht, dann hör bitte nach dem Absatz auf zu lesen ;)
Viele Grüße
bke-Betty
Liebe Romy,
dass dieses einschneidende Ereignis jetzt deinen Alltag ganz auf den Kopf stellt, muss sicher schwer sein. So oft beim Sport und das jetzt gar nicht machen zu könenn... das tut mir leid. Ich glaube und fürchte, ich wiederhole mich vielleicht, aber vielleicht gehts noch einmal in eine andere Richtung mit meinen Gedanken: dass du so oft beim Sport warst, spricht ja für deinen Ehrgeiz, deine Disziplin und deine Willensstärke, würde ich mal so spekulieren.
Drei sehr wertvolle Eigenschaften, wie ich finde - die Lebensumstände sind nur jetzt vollkommen andere. Hast du eine Idee wie du diese drei Eigenschaften vielleicht anders ausleben könntest, als über aktiven Sport wie damals? Wie könnten diese Eigenschaften vielleicht anders zum Tragen kommen?
Viele Grüße
bke-Betty
Hi Romy
tut mir leid dass du nicht schlafen konntest... Kenn das auch dass sich dann alles noch mieser anfühlt wenn ich sehr müde bin. Leider weiß ich auf deine Fragen auch keine wirkliche antwort grad aber ich wollte dir trotzdem schreiben damit du nicht das gefühl haben musst dein beitrag geht unbeachtet unter. Das hilft nämlich nicht wirklich wenn man eh schon das gefühl hat dass es niemanden interessiert. Konntest du noch ein bisschen schlafen? Ich kann gut verstehen wie sehr dir deine Mama fehlt. Was du von ihr erzählst klingt wirklich toll. Wenn du grad nicht wirklich Kontakte hast hast du bestimmt auch niemand der sich zusammen mit dir an sie erinnert oder?
Ich wünsch dir dass dein abend heute so gut wie möglich ist.
LG
Maya
Hey Maya
Nein, der Vergleich stört mich nicht. Danke dass du mir davon erzählt hast. Das glauben und annehmen fällt mir auch schwer.
Ich weiß auch nicht, wie ich sanfter zu mir sein soll. Ich sehe und merke einfach nur, wie anders jetzt alles ist und dass ich nicht mehr das kann, was ich mal konnte. Vor dem Unfall war ich 5 Tage in der Woche beim Sport. Ich war auch seit Oktober nicht mehr in der Schule, keiner weiß, ob ich ab dem neuen Schuljahr schon wieder mit einsteigen kann, ich liege den ganzen Tag nur rum und denk nach. Ich kann nicht mal einfach aufstehen und mich selbst beschäftigen. Ich habe so eine Angst, dass mein ganzes Leben jetzt so aussehen wird. Und ihn weiß nicht, was ich gegen die Angst tun soll.
Ich habe sehr schlecht geschlafen und bin heute schon den ganzen morgen sehr traurig. Meine Mama fehlt mir oft sehr, wir hatten ein richtig gutes Verhältnis, außer dass wir halt mal so normal gestritten haben. Sie hat mich immer unterstützt, war bei meinen Wettkämpfen oder Auftritten dabei. Sie hat meine Träume immer unterstützt und mir geholfen, wenn ich mal down war. Jetzt bräuchte ich sie so sehr und sie ist nicht mehr da und die Träume sind auch geplatzt.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy
ich versteh dass es mega schwer ist zu glauben jemand wichtig zu sein wenn man von vielen ein anderes Gefühl bekommt. Mir fällt das auch sehr schwer das zu glauben und anzunehmen. Aber so wie ich die User und Berater hier kennenlernen durfte treffen sie solche Aussagen nicht leichtfertig. Es ist traurig dass dir so wenige das Gefühl geben du bist es wert dass man sich für dich interessiert und einsetzt... Aber das ändert nichts an deinem Wert. Vielleicht ein blöder Vergleich wenn dich der stört sag gern bescheid... Aber ich hab mal jemanden gesehen der einen 100€ Schein zerknüllt hat und gefragt hat, wie viel die Menschen denken dass er jetzt noch Wert hat. Jeder hat gesagt "natürlich 100€". Der Schein war zwar dreckig und irgendwie kaputt aber niemand hat angezweifelt dass er trotzdem noch gleich viel wert ist. Und dass du so schlimm verletzt wurdest und jetzt so kämpfen musst ist hart und mega unfair aber dein Wert ist immer noch gleich!
Das mit den Chats und der Technik tut mir leid... Ich hoff für dich sehr dass es bald wieder regelmäßig geht und die Technik auch mitmacht. Und wenn es dir gut tut hier zu schreiben dann mach das gern :) und vielleicht möchtest du ja trotzdem irgendwann noch eine Mailberatung zusätzlich machen... Ich hab auch sehr lang gebraucht mich dazu zu überwinden eine zu machen aber ich kann dir aus erfahrung sagen dass es sich lohnt den schritt zu gehen auch wenn er erstmal schwer ist!
LG
Maya
Hey bke-Betty
hm ich weiß nicht ist halt schwer zu glauben dass es fremde interessiert wenn es nicht mal die Menschen interessiert, die mich kennen weißt du?
Nein keine Mailberatung aber eine Beraterin von hier die ich kennengelernt habe macht mit mir diese Einzelchats. Aber halt irgendwie blöd, weil sie seit sie gesagt hat, dass wir das machen dürfen, kaum Zeit hatte. Sie schreibt mir wenn dann nur spontan, ob ich kurz Zeit hätte. Und von den Chats die sie machen konnte, ging dann die Technik nicht und wir konnten nicht schreiben. Ich weiß, dass es nicht mit Absicht ist, aber das ist halt schwierig. In diese normale Sprechstunde darf ich jetzt nicht mehr und die festen Chats können nicht stattfinden. Und in den Gruppenchats habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich wenn mehrere schreiben oft überfordert bin und nicht den ganzen Chat durchhalte. Und ich kann auch nicht sagen, wie man mir helfen kann, weil ich so viel halt vor Ort brauchen würde und da nichts geht. Ich weiß nicht, wie ich das noch durchhalten soll.
Danke für die Hand und die Pfote, das ist sehr lieb von euch.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romy,
es tut mir wirklich leid zu lesen, dass du dich so fühlen musst. Glaubst du mir, wenn ich sage, dass es uns ehrlich interessiert, wie es dir geht? Klar, wir sind nicht vor Ort. Aber vielleicht kann dir das ein klitzekleines bisschen ein Gefühl von Verbundenheit geben? So gut, dass du den Weg zur bke gefunden hast und die schriftbasierten Angebote nutzt. Sag, hast du auch eine Mailberatung hier? Ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht auch noch etwas für dich sein kann?
Ich schicke dir meine Hand und eine Pfote, wenn du magst :)
Liebe Grüße
Betty
Hey bke-Kira
Mit den Therapien von denen ich geschrieben habe meinte ich körperliche Therapien. Also Physio, Ergo, Logo usw die ich brauche und auch nicht mehr habe, seit ich nicht mehr in der Rehaklinik bin. Eine psychologische Therapie habe ich nicht. Hier wurde ich einer Therapeutin vorgestellt, aber sie kann sich eine Zusammenarbeit nur schwer vorstellen und da ich eh wieder gehen muss, macht es sowieso keinen Sinn. Einen Therapieplatz zu bekommen ist unter normalen Bedingungen schon scheiße schwer, ich kann aber nicht einmal sprechen. Ich habe mal nachgesehen und Psychotherapeuten die in Gebärdensprache behandeln gibt es nur sehr sehr wenige. Das ist auch mit ein Grund, warum die Therapeutin sich das nicht hätte gut vorstellen können mit mir. Dolmetscher ist schwierig wegen dem Vertrauensverhältnis und sonst kann ich nur schreiben, während sich alle um mich herum ganz normal unterhalten können. Das ist total ätzend. Sprechen geht so viel schneller wie schreiben. Und Gebärden lerne ich auch erst gerade und kann die nicht mal alle richtig ausführen, weil mein linker Arm nicht richtig funktioniert. 😪 Ich habe fast 4 Monate jeden Tag hart trainiert, um meinen linken Arm überhaupt wieder benutzen zu können. Jetzt passiert an Physiotherapien seit einem Monat nichts mehr und ich kann wieder nur noch mein Handgelenk und meine Hand bewusst ansteuern, den restlichen Arm nicht.
Ich bin ehrlich, wenn ich schreibe, dass es niemanden gibt, auch wenn man sich das vielleicht nicht vorstellen kann, wie allein jemand sein kann. Dann ist es auch einfach egal, wenn das nicht nachvollziehbar ist. Ich bin hunderte Kilometer von zu Hause weg, meine Freunde haben die letzten 9 Monate weiter gelebt, während ich im Krankenhaus ums Überleben gekämpft hab und mich durch monatelange Reha gequält hab. Meine Mutter ist tot. Mein Vater sitzt mittlerweile im Knast, weil er den Unfall verursacht hat, der mich in diesen Zustand versetzt und meine Mutter und noch einen anderen Menschen getötet hat. Wie es mir geht interessiert ihn nicht, ihn interessiert nur, dass ich ihm verzeihe, weil es ihm sooo schlecht damit geht. Meine Großeltern leben im Ausland und kommen mit alldem auch nicht gut klar. Und vom Alter sind sie nicht mehr so fit, dass sie einfach herfliegen können. Telefonieren geht auch nicht, weil ich nicht sprechen kann. Mit Handys kommen beide nicht gut klar, wir schreiben ab und zu SMS, aber das ist alles was geht. Das Jugendamt wollte ja nicht mal mehr einen neuen Vormund für mich suchen, weil ich vom jetzigen viel zu weit weg bin, um mit ihm anständig in Kontakt zu sein. Denen bin ich nicht mal wert, dass ich vor Ort eine Ansprechperson bekomme, obwohl ich niemanden habe. Die Betreuer interessieren sich nicht für mich. Wo soll da jemand sein, dem ich was Wert bin und ich es einfach nur nicht sehen kann?
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
fühle dich gerade nicht alleine mit deinen Gefühlen und Zweifeln. Ich lese raus, dass du an dem zweifelst, dass es für jemanden von Bedeutung ist, wie du dich fühlst und gerade empfindest. Du denkst, dass du damit nervst und wünschst dir ernst genommen zu werden.
Auch schreibst du, dass dir die Therapie fehlt. Es fühlt sich wirklich wie eine Lücke an. Verstehe ich total. Das könnte doch etwas sein, was du bald wieder für dich unbedingt in Anspruch nehmen musst? Geht das? Warum gibt es gerade eine Unterbrechung oder Pause?
Auch könnte es sein, dass du mit dir gerade selbst so am hadern bist, dass du nicht wirklich mitbekommst, wer dich doch gerne hat und dich mit allem so liebt, wie du bist. Kann das sein?
Sei bitte nicht so streng zu dir und sei ehrlich: vielleicht gibt es doch jemanden, der dich so akzeptiert und nur wartet, bis du wieder gut mit dir kannst. Aber manchmal geht es einfach nicht und man will sich selbst anders haben als man ist. Klappt das: natürlich nicht. Sei etwas gutmütiger und versuche dich ein bisschen liebevoller und weicher zu betrachten. Wenn du das kannst, wirst du vielleicht schon bald merken, was und wer da ist. Ich hoffe, dass du heute und am Wochenende das probierst und damit nicht alleine bleibst, was du gerade durchmachst.
Trost und etwas Leichtigkeit versendet dir aus dem Schatten
bke-Kira
Hey bke-Stephan
ja die Situation ist echt kacke und es wird immer schlimmer. Wahrscheinlich bringt es nichts zu erzählen, weil man dagegen nichts machen kann, vielleicht ist es aber trotzdem okay dass ich schreib.
Mir geht es wirklich nicht gut, vor allem mental. Aber auch körperlich, weil ich seit über einem Monat nicht mehr die Therapien habe wie davor. Ich mache Rückschritte und das macht mir Angst und es fühlt sich an, als wäre das Kämpfen dafür das wieder zu können jetzt sinnlos gewesen. Und ich glaube ich gehe allen hier in der Einrichtung auf die Nerven, weil sie mehr helfen müssen als eh schon. Alles was sie mit mir tun müssen scheint zu viel zu sein. Ich fühl mich richtig schlecht deswegen so eine Last zu sein. Ich muss zum Beispiel morgens nach dem Frühstück für eine Stunde ungefähr in einen Stehrolli, für meinen Kreislauf und damit meine Muskeln sich nicht noch weiter verkürzen. Um da rein zu kommen brauche ich Hilfe, weil ich mich nicht alleine aufrichten kann und schon gar nicht diese Schnallen alleine schließen kann, damit ich da drin eingespannt bin. Eigentlich muss das jeden Tag sein. Jetzt wo es so heiß war, ist mir morgens aber oft noch sehr übel gewesen und als ich eingespannt werden sollte, hat mein Körper das nicht mitgemacht. Aber anstatt es dann irgendwann später nochmal zu versuchen, war es für den Tag dann halt gelaufen. Außer um mich zum Essen zu holen schaut selten jemand nach mir.
Ich habe mich ein wenig informiert über Einrichtungen, die es gibt und in die ich vielleicht wechseln könnte, weil beschlossen wurde, dass ich hier nicht dauerhaft bleiben kann. Ich wollte doch nur ein bisschen mitentscheiden dürfen, mich nicht mehr so nutzlos fühlen. Aber als ich das beim Gespräch gezeigt habe, was ich rausgefunden habe, wurde mir nur gesagt, dass das nicht so einfach ist. Bei meinen komplexen Anforderungen kann man nicht einfach nur punktuell suchen, sie würden sich darum schon kümmern, wo es für mich hingeht.
Ich kann langsam einfach nicht mehr. Ich weiß nicht wohin ich gehör oder ob ich überhaupt irgendwann nochmal irgendwo hin gehören werde. Ich weiß nicht, was ich tun soll, wofür ich kämpfen soll, was das alles noch für einen Sinn hat. Und so wirklich helfen möchte mir auch niemand. Ich fühl mich komplett im Stich gelassen und als wäre es völlig sinnlos mit mir seine Zeit zu vergeuden, weil ich eh nur noch ein Störfaktor bin. Wie schwer das Alles ist und wie ich mich fühl interessiert einfach niemanden. Jeder sieht nur noch, wie viel Arbeit ich mache und was für Anforderungen ich brauch. Niemand sieht wie schlecht es mir geht und dass ich innerlich am aufgeben bin.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
oje, es tut mir Leid, dass Du noch nicht die richtige Einrichtung gefunden hast. Und Deinen Frust, die Trauer, den Ärger kann ich gut verstehen. Es ist echt eine verk* Situation. Jetzt kenne ich Leute, denen es mit großen körperlichen Einschränkungen dennoch gut geht. Keine Ahnung, ob das auch bei Dir passieren kann. Aber ich wünsche es Dir sehr. Und hoffe auch, dass die Leute in der jetzigen Einrichtung zumindest darin hilfreich sind, mit Dir zusammen eine passendere zu finden.
Ganz viele Grüße,
bke-Stephan
Hey
eigentlich war für nächste Woche Dienstag ein Gespräch geplant, weil dann die 4 Wochen Probewohnen vorbei sind. Vorhin hat mir ein Betreuer der Gruppe aber schon gesagt, dass es eigentlich schon entschieden ist dass es besser für mich wäre eine andere Lösung zu finden. Es gibt nicht genug angepasste Möglichkeiten für mich an Therapien die ich bräuchte. Die Psychologin kann sich eine Zusammenarbeit mit mir auch nur schwer vorstellen, weil wir nicht richtig kommunizieren können. Und ich fühl mich hier ja auch nicht wohl. Hatte gehofft, sie würden auch ein bisschen auf mich zugehen. Aber eigentlich wird nur das allernötigste an Zeit mit mir verbracht.
Aber vielleicht gibt es für mich gar keinen guten Ort mehr. Ich will dieses blöde Leben und diesen kaputten Körper so nicht. Ich soll das Beste daraus machen, aber helfen besser klarzukommen möchte man mir auch nicht. Ich fühl mich total im Stich gelassen und nutzlos für die Welt... ich wünschte ich hätte diesen Unfall einfach nicht überlebt. So hat es doch auch keinen Sinn.
Romy
Hey bke-Christian
Nein eigentlich gerade nicht. Ich fühl mich gar nicht wohl und habe auch das Gefühl, die fühlen sich mit mir nicht wohl. 2 Wochen sind noch nicht so lang, das ist mir klar, aber ich weiß nicht.
Ich fühle mich immer schwierig. Manchmal würde ich so gern erklären was in mir vorgeht. Aber ich finde dann nicht die Worte und hab Angst, dass ich es nicht gut erklären kann. Oder dass es komisch ist, wenn ich einfach erzähle. Deswegen lass ich es dann.
Liebe Grüße
Romy
Ich finde es schön, dass du dann hier geschrieben hast, Romyy.
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Eine Frage von mir ist: Gibt es eine Tendenz bei Dir, dort zu bleiben, wo Du bist? (Wie könnte jemand diese Tendenz erkennen?)
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Vielleicht fühlst Du Dich kompliziert mit Deinem Anliegen hier.
Das macht aber nichts.
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Wer ist hier und würde nicht mal sich kompliziert erleben?
Das ist eben so im Leben, dass es kompliziert wird oder ist - und gemeinsam suchen wir Auswege daraus.
Das Forum ist ein Versuch, Auswege zu zeigen - wenn Viele helfen, ist das vielleicht möglich.
Bleib bitte dran!
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LG!
bke - Christian
Hey bke - Christian
danke, dass du mir was geschrieben hast.
Ich kann es nicht ganz genau sagen, aber ich denke mal es hängt davon ab, ob die Einrichtung sich das vorstellen kann mich dauerhaft zu betreuen. In der Reha hieß es, man muss im Alltag schauen, ob es hier doch klappen könnte. Dass es Dinge geben wird, die nicht ideal sind war klar. Aber ich konnte halt auch nicht mehr länger in der Reha bleiben. Aber wie soll ich denn rausfinden, ob es im Alltag trotzdem geht hier, wenn ich kein Alltag hab? Und so können die das doch auch nicht rausfinden. Man stellt mir jemanden vor zum Beispiel, die eine Therapie mit mir machen würde, wenn ich hier bleibe. Aber die startet erst, wenn ich sicher hier bleibe. Wie soll ich dann jetzt wissen, ob es klappen könnte?
Ich weiß, dass es schwierig ist mit mir. Ich fühle mich auch richtig schlecht deswegen. Aber ich kann daran halt auch nichts ändern, ich würde es tun wenn ich könnte. Ich will so doch auch nicht sein. Es tut mir leid, wenn das hier nicht so gut hin passt, ich bin so ratlos und mir ist das zu viel. Ich wollte mit meiner Beraterin auf dieser Seite darüber schreiben, aber leider ging die Technik nicht und in die Gruppenchats schaffe ich es nicht so oft, weil so lang am Stück auf einen Chat konzentrieren oft schwer ist. Deswegen habe ich heute hier geschrieben.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romyy,
als ich eben Deinen Beitrag las, habe ich noch einmal die Beiträge durchflogen, die beschreiben, in welcher Situation Du bist.
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Jetzt wagt Niemand eine Beziehung zu Dir aufzubauen (weil alle meinen, vielleicht würdest Du nicht lange da bleiben).
Oder keiner/keine traut sich - weil ..., weil es nicht so einfach geht.
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Es ist dann ja schon ein Kraftakt, etwas hier hinein zu schreiben, wo Du nur lesen kannst, was eine/einer schreibt ohne ein Gesicht zu sehen oder mehr Nähe spüren zu können.
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Was denkst Du oder was weißt Du: wovon hängt ab, wie lange Du dort bleibst, wo Du jetzt bist?
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Vielleicht hast Du die Kraft, noch einmal zu schreiben?
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Herzlich grüßt Dich aus dem Forum:
bke - Christian
Hey
ich bin jetzt seit fast 2 Wochen hier und fühle mich so unwohl und fehl am Platz. Wie oft Sätze mit den Worten "Für den Fall, dass du hier bleiben solltest" anfangen hab ich aufgehört zu zählen. Alles wird nur oberflächlich gezeigt, Menschen stellen sich nur so vor, als müsste ich mir nicht die Mühe machen mir ihre Namen zu merken. Anwendungen habe ich außer Ergo keine und die auch nur, weil die Ergotherapeutin eh 2x in der Woche in die Einrichtung kommt. Erst hieß es, ich bekomme einen neuen Vormund, weil ich jetzt zu weit weg bin vom Arbeitsort meines bisherigen. Jetzt heißt es doch nicht, weil ja eh unklar ist ob und wie lang ich hier überhaupt bleib. Da ist der Aufwand zu wechseln zu hoch. 80% der Tage lieg ich allein in einem mir fremden Zimmer und muss mit mir allein klarkommen.
Ich weiß nicht, wie ich das Alles noch aushalten soll.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
unnötig kompliziert finde ich dich nicht und deine Beschreibungen und das, was du empfindest und gerade erlebst, auch nicht.
Ich glaube, dass ich dir wünschen würde, dich wieder mehr zu trauen mehr zu dir zu stehen: auch wenn es gerade nicht leicht ist und du es nicht so kannst, wie du es gerne würdest.
Es wäre so schön, wenn du mit Menschen manchmal dich treffen würdest, die du vermisst und an deiner Seite gerne hättest. Vielleicht ist es ein Mensch? Du musst dich nicht isolieren.
Fühle mit dir.
Leichte Träume!
bke-Kira
Hey bke-Kira
danke für dein Verständnis. Und was ist wenn ich nicht gut mit mir selber umgehen kann? Jemand anderes ist grob und ich hass mich selbst dafür die Hilfe zu brauchen. Es tut mir leid, dass ich wahrscheinlich unnötig kompliziert bin ich weiß nur auch nicht genau, wie ich das was in mir los ist erklären soll.
Ich fühl mich komplett allein. Klar sind hier auch andere Menschen in der Reha, aber ich hab mich nie gefühlt als würde ich dazu gehören oder wär nicht allein. Meine Freunde hab ich seit Monaten nicht gesehen. Das letzte mal haben mich Freunde besucht, als ich noch im Krankenhaus war was näher an meiner Heimat war. Kurz nach Silvester. Seitdem habe ich niemanden mehr gesehen, der mir wichtig ist. Wir schreiben manchmal, aber das ist nicht das Gleiche und total verkrampft geworden seit dem Unfall. Ich weiß nicht wofür ich noch irgendwas machen soll. Ich weiß nicht, ob ich das schaff. Ich fühl mich so hilflos, ich würde am liebsten wegrennen von allem, aber dann muss ich immer daran denken, was alles nicht mehr geht und dann wird alles nur noch schlimmer in mir.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
kein Wunder, dass es dir nach Schreien zumute ist! Du hast deine guten Gründe.
„Grob mit Sachen umgehen“ und „undankbar sein“ meinst du hier. Wie wichtig, dass du nicht grob zu dir selbst bist, wenn jemand im aussen es so macht: grob ist oder grob wirkt. Wie du mit dir selbst dann umgehst, ist A und O!
Wenn es dir gerade zu viel erscheint, weil du wieder wechseln musst und es wieder mit Angst vor Veränderung sowie einem Wechsel, einem erneuten Neuanfang und einem Übergang einher geht, kann ich es total gut nachempfinden, wenn du am liebsten laut schreiben möchtest.
Du bist stark. Sei nicht grob zu dir selbst und sei dankbar, dass du es bisher geschafft hast, dann wirst du weicher in dir und musst dich nicht so streng verurteilen, weil du diese echte Seite an dir entdeckst. Hoffe, du bist nicht alleine mit allem, was du gerade durchmachst.
Stärkende Grüsse von
bke-Kira
Hey bke-Nana und Maya
Danke, dass ihr mir geschrieben habt, dass es okay ist und dass aufschreiben eine gute Idee ist.
Ich fühl mich halt immer so undankbar, wenn ich was nicht annehmen kann. Und als ob ich total unfair bin. Dann bin ich aber wieder so empfindlich, dass es mir irgendwie in dem Moment egal ist, ob ich unfair bin weil die Welt ja auch unfair zu mir ist. Und dann kotz ich mich aber wieder selber an, weil ich so nicht sein möchte.
Gestern hat mir jemand geholfen, das meiste meiner Sachen zu packen und ich hätte durchdrehen können, weil sie so genervt und grob mit meinen Sachen umgegangen ist. Und dann war ich den ganzen Abend so sauer auf mich, dass ich das nicht einfach allein kann und deswegen jemand überhaupt erst grob mit meinen Sachen umgehen musste. Wenn ich es allein könnte, wär das gar nicht passiert.
Die Angst vor dem Probewohnen wird immer größer. Montag werde ich abgeholt und es ist alles durcheinander in mir. Das erste Mal seit 8 Monaten wieder aus dem Kreislauf rauszukommen, immer nur von Krankenhaus zu Reha zu wechseln macht mir einfach Angst. Ich würde gerade am liebsten ganz laut schreien, weil ich mich viel zu voll mit Gedanken und Gefühlen fühl.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy
ich hoff es ist ok für dich dass ich dir auch schreib. Was du geschrieben hast dass du gar nicht weißt wann was am besten hilft versteh ich total. Mir geht das auch so. Manchmal bin ich offener für positives und kleine schubser in die Richtung meinen Blickwinkel zu ändern und manchmal so gar nicht. Und ich kann das vorher auch immer schwer sagen. Und ich kenn auch dass man dann genervt von sich selbst ist wenn man sich dann unverstanden fühlt. Manchmal wünscht man sich einfach nur dass jemand mit aushält und vielleicht die Welt mit einem genauso unfair dann findet wie man selber. Einfach nur da sein ohne was reparieren zu wollen. Ich kann das nachfühlen und wollte dir gern schreiben dass du damit nicht allein bist.
Aufschreiben für später find ich auch eine tolle Idee die sollte ich auch mal ausprobieren!
Ich wünsch dir einen schönen abend
LG
Maya
Hey liebe Romyy,
nur mal ganz kurz hier reingeplärrt - Aufschreiben ist eine sehr gute Strategie!!!!
LG bke-Nana
Hey bke-Betty
Ich glaub ich verstehs schon, dass es Leute dann gut meinen. Ich kenn es auch vom Sport, dass man sich nicht auf Fehler oder sowas konzentrieren soll, sondern weiter machen oder mehr üben. Da fand ich das auch nie schlimm, obwohl mein Trainer echt streng ist. Er meinte immer, man kann rumheulen, dass es nicht funktioniert hat oder aufstehen und weiter üben damit es nächstes mal funktioniert. Und ich wollte immer weitermachen und besser werden. Ich kenn mich so wie ich jetzt drauf bin selber gar nicht. Ich bin eigentlich auch nie so empfindlich gewesen, wenn jemand was gesagt hat. Ich erkenn mich oft selber nicht wieder und ich weiß nicht, ob ich die neue Romy wirklich mag.
Check schon, dass es schwer ist, sich vorzustellen wie es ist, wenn man es nicht erlebt hat. Aber wenn dann so schnell gesagt wird, dass es auch gutes hat fühlt es sich an als ob mans nicht mal versucht.
Ich weiß selber nicht, wann genau mit mir auf alles schimpfen sich besser anfühlt und wann was Gutes zeigen hilft. Das macht es bestimmt für alle schwer, aber ich weiß es leider wirklich nicht. Vielleicht schreib ich mir die guten Sachen mal auf die jemand schreibt oder sagt, dann kann ich sie wann anders nochmal anschauen. Vielleicht find ich sie dann besser.
Liebe Grüße
Romy