Hey
ich bin nicht sicher, ob meine Probleme hier her passen oder man mir überhaupt helfen kann.
Mir fällt es total schwer klar zu kommen, dass alles was ich gern gemacht hab nicht mehr geht. Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr was ich will oder was noch Sinn haben soll. Alle Träume die ich mal hatte hab ich verloren. Trotzdem soll ich weiter kämpfen und mich anstrengen und dankbar sein zu leben. Ich weiß aber nicht wozu und ich kriegs dann einfach nicht hin.
Kennt sowas jemand? Wie soll man weiter machen wenn doch nichts einen Sinn hat?
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
unnötig kompliziert finde ich dich nicht und deine Beschreibungen und das, was du empfindest und gerade erlebst, auch nicht.
Ich glaube, dass ich dir wünschen würde, dich wieder mehr zu trauen mehr zu dir zu stehen: auch wenn es gerade nicht leicht ist und du es nicht so kannst, wie du es gerne würdest.
Es wäre so schön, wenn du mit Menschen manchmal dich treffen würdest, die du vermisst und an deiner Seite gerne hättest. Vielleicht ist es ein Mensch? Du musst dich nicht isolieren.
Fühle mit dir.
Leichte Träume!
bke-Kira
Hey bke-Kira
danke für dein Verständnis. Und was ist wenn ich nicht gut mit mir selber umgehen kann? Jemand anderes ist grob und ich hass mich selbst dafür die Hilfe zu brauchen. Es tut mir leid, dass ich wahrscheinlich unnötig kompliziert bin ich weiß nur auch nicht genau, wie ich das was in mir los ist erklären soll.
Ich fühl mich komplett allein. Klar sind hier auch andere Menschen in der Reha, aber ich hab mich nie gefühlt als würde ich dazu gehören oder wär nicht allein. Meine Freunde hab ich seit Monaten nicht gesehen. Das letzte mal haben mich Freunde besucht, als ich noch im Krankenhaus war was näher an meiner Heimat war. Kurz nach Silvester. Seitdem habe ich niemanden mehr gesehen, der mir wichtig ist. Wir schreiben manchmal, aber das ist nicht das Gleiche und total verkrampft geworden seit dem Unfall. Ich weiß nicht wofür ich noch irgendwas machen soll. Ich weiß nicht, ob ich das schaff. Ich fühl mich so hilflos, ich würde am liebsten wegrennen von allem, aber dann muss ich immer daran denken, was alles nicht mehr geht und dann wird alles nur noch schlimmer in mir.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
kein Wunder, dass es dir nach Schreien zumute ist! Du hast deine guten Gründe.
„Grob mit Sachen umgehen“ und „undankbar sein“ meinst du hier. Wie wichtig, dass du nicht grob zu dir selbst bist, wenn jemand im aussen es so macht: grob ist oder grob wirkt. Wie du mit dir selbst dann umgehst, ist A und O!
Wenn es dir gerade zu viel erscheint, weil du wieder wechseln musst und es wieder mit Angst vor Veränderung sowie einem Wechsel, einem erneuten Neuanfang und einem Übergang einher geht, kann ich es total gut nachempfinden, wenn du am liebsten laut schreiben möchtest.
Du bist stark. Sei nicht grob zu dir selbst und sei dankbar, dass du es bisher geschafft hast, dann wirst du weicher in dir und musst dich nicht so streng verurteilen, weil du diese echte Seite an dir entdeckst. Hoffe, du bist nicht alleine mit allem, was du gerade durchmachst.
Stärkende Grüsse von
bke-Kira
Hey bke-Nana und Maya
Danke, dass ihr mir geschrieben habt, dass es okay ist und dass aufschreiben eine gute Idee ist.
Ich fühl mich halt immer so undankbar, wenn ich was nicht annehmen kann. Und als ob ich total unfair bin. Dann bin ich aber wieder so empfindlich, dass es mir irgendwie in dem Moment egal ist, ob ich unfair bin weil die Welt ja auch unfair zu mir ist. Und dann kotz ich mich aber wieder selber an, weil ich so nicht sein möchte.
Gestern hat mir jemand geholfen, das meiste meiner Sachen zu packen und ich hätte durchdrehen können, weil sie so genervt und grob mit meinen Sachen umgegangen ist. Und dann war ich den ganzen Abend so sauer auf mich, dass ich das nicht einfach allein kann und deswegen jemand überhaupt erst grob mit meinen Sachen umgehen musste. Wenn ich es allein könnte, wär das gar nicht passiert.
Die Angst vor dem Probewohnen wird immer größer. Montag werde ich abgeholt und es ist alles durcheinander in mir. Das erste Mal seit 8 Monaten wieder aus dem Kreislauf rauszukommen, immer nur von Krankenhaus zu Reha zu wechseln macht mir einfach Angst. Ich würde gerade am liebsten ganz laut schreien, weil ich mich viel zu voll mit Gedanken und Gefühlen fühl.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy
ich hoff es ist ok für dich dass ich dir auch schreib. Was du geschrieben hast dass du gar nicht weißt wann was am besten hilft versteh ich total. Mir geht das auch so. Manchmal bin ich offener für positives und kleine schubser in die Richtung meinen Blickwinkel zu ändern und manchmal so gar nicht. Und ich kann das vorher auch immer schwer sagen. Und ich kenn auch dass man dann genervt von sich selbst ist wenn man sich dann unverstanden fühlt. Manchmal wünscht man sich einfach nur dass jemand mit aushält und vielleicht die Welt mit einem genauso unfair dann findet wie man selber. Einfach nur da sein ohne was reparieren zu wollen. Ich kann das nachfühlen und wollte dir gern schreiben dass du damit nicht allein bist.
Aufschreiben für später find ich auch eine tolle Idee die sollte ich auch mal ausprobieren!
Ich wünsch dir einen schönen abend
LG
Maya
Hey liebe Romyy,
nur mal ganz kurz hier reingeplärrt - Aufschreiben ist eine sehr gute Strategie!!!!
LG bke-Nana
Hey bke-Betty
Ich glaub ich verstehs schon, dass es Leute dann gut meinen. Ich kenn es auch vom Sport, dass man sich nicht auf Fehler oder sowas konzentrieren soll, sondern weiter machen oder mehr üben. Da fand ich das auch nie schlimm, obwohl mein Trainer echt streng ist. Er meinte immer, man kann rumheulen, dass es nicht funktioniert hat oder aufstehen und weiter üben damit es nächstes mal funktioniert. Und ich wollte immer weitermachen und besser werden. Ich kenn mich so wie ich jetzt drauf bin selber gar nicht. Ich bin eigentlich auch nie so empfindlich gewesen, wenn jemand was gesagt hat. Ich erkenn mich oft selber nicht wieder und ich weiß nicht, ob ich die neue Romy wirklich mag.
Check schon, dass es schwer ist, sich vorzustellen wie es ist, wenn man es nicht erlebt hat. Aber wenn dann so schnell gesagt wird, dass es auch gutes hat fühlt es sich an als ob mans nicht mal versucht.
Ich weiß selber nicht, wann genau mit mir auf alles schimpfen sich besser anfühlt und wann was Gutes zeigen hilft. Das macht es bestimmt für alle schwer, aber ich weiß es leider wirklich nicht. Vielleicht schreib ich mir die guten Sachen mal auf die jemand schreibt oder sagt, dann kann ich sie wann anders nochmal anschauen. Vielleicht find ich sie dann besser.
Liebe Grüße
Romy
weißt du liebe Romy, ich erwische mich auch ganz oft dabei und vielleicht geht es den anderen in deinem Umfeld auch so: wenn man selbst etwas gerade nicht so gut aushalten kann oder nicht wahrhaben will, dann versucht man, jeden Strohhalm zu greifen. Die Menschen meinen diese Sätze sicher nur gut - und es ist dein gutes Recht, diese Sätze total scheiße zu finden, weil wir alle nicht in deiner Haut stecken. Aber vermutlich wünscht jeder dieser Menschen dir genau das, was sie dir auch sagen. Dass du mit deiner Mama so in Verbindung bleiben kannst. Dass dein Körper schon irgendwann wieder mitmacht. Dass wünschen wir dir alle. Nur holt dich das natürlich null in deiner aktuellem emotionalen Verfassung ab. Und das kann ich verstehen. Deswegen hau ich mir schon mehrfach auf die Finger, dass ich nicht auch so einen optimistischen Zuspruch schreib.
Aber ich hoffe, dass ich eines loswerden darf: deinen Willen, deinen Ehrgeiz, deinen Charakter: das sind Dinge in dir, die ein solcher Unfall nicht zerstört. Und ich hoffe sehr, dass es auch wieder Zeiten geben wird, wo dir diese Eigenschaften wieder Aufschwung geben können. Aber in dem Tempo, was du für dich richtig findest! Und bis dahin schimpfen wir zusammen auf das Schicksal, das dich ereilt hat?
Oder noch besser: bis dahin halte ich einfach meine Arme dauer-offen. Allzeit-Umarmung von Betty, wenn du magst :)
Ganz liebe Grüße
bke-Betty
Hey bke-Betty
danke das ist sehr lieb und ich würde die Umarmung gern annehmen wenn es okay ist.
Naja die Reha war nicht freiwillig ich hatte einfach keine Wahl. Aber ich wollte einfach beweisen, dass ich es können werde. Ich dachte ich schaff das. Vielleicht hab ich mir auch nur was vorgemacht. Ich war vor dem Unfall sehr sportlich, war zwei mal die Woche in der Tanzschule und zwei mal beim Turnen, am Wochenende Wettkämpfe. Ich dachte, die können das gar nicht wissen, weil sie meinen Körper nicht so kennen wie ich. Aber er hat mich doch im Stich gelassen. Er gehört gar nicht mehr wirklich zu mir. Und jetzt kann ich nicht mehr und will gar nicht mehr mitmachen. Mir egal, dass ich bei den Therapeuten jetzt einen schlechten Ruf habe, weil sie denken ich bin faul. Die checken überhaupt nicht, wie schlimm das ist. Alles ist jetzt so anders, ich bin nicht mehr ich. Ich kann nie mehr meinen Sport machen. Nie mehr im Chor singen, was ich auch gemacht hab. Nie mehr normal mit jemand sprechen. Ich fang grad an mit Gebärdensprache lernen, bringt nur nichts wenn ich wirklich dort bleib wo ich jetzt auf Probe hin soll. Dort kann das keiner. Und es ist scheiße schwer weil ich meinen linken Arm nicht richtig bewegen kann, den aber zum richtig gebärden auch brauche. Gebärden ist meine einzige Chance wieder kommunizieren zu können, ohne alles auf Zettel zu schreiben und nicht mal die krieg ich hin. Nichts an diesem Leben ist jetzt toll oder schön oder irgendwas wofür ich dankbar bin. Letztens meinte jemand zu mir, dass ich mit meiner Mama, die beim gleichen Unfall der mich hier rein gebracht hat gestorben ist, jederzeit in meinem Kopf sprechen kann. Und dass das etwas Gutes ist. Nichts ist gut daran, mit meiner Mama nur noch in Gedanken sprechen zu können. Und wenn sie noch leben würde könnte ich trotzdem nie wieder normal mit ihr sprechen. Und trotzdem sagt man mir ich soll weiter kämpfen und gibt mir manchmal das Gefühl ich stell mich nur an und es ist alles halb so schlimm.
Danke, dass ich heute nicht so allein sein musste und es okay war, hier zu schreiben. Ich hoffe es war nicht zu viel.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romy,
das tut mir so leid und ich kann mir in Teilen ausmalen, wie sich dein Frust anfühlen muss. Und gleichzeitig macht es mich traurig zu lesen, dass du sauer auf dich bist, es probiert zu haben. Ich für meinen Teil finde es sehr ehrgeizig und stark, es ausprobieren zu wollen und es ausprobiert zu haben. Du musst wirklich ein sehr mutiger Mensch sein, dich damit so lange auseinandergesetzt zu haben. Wahnsinnig tolle Eigenschaften schlummern da in dir, ich wünsche dir, dass du sie nicht wegsperrst. Aber jetzt gerade bist du sauer auf das Leben und dein Schicksal und das ist verständlich und darf sein.
Wenn du magst, steh ich hier mit offenen Armen. Wir kennen uns zwar nicht lange, aber mir wurde gesagt, ich könne gut umarmen. Also wenn du magst, wäre hier eine Umarmung für dich! Du kannst sie aber auch ignorieren! ;)
Offene Arme Grüße
von offene- Arme-Betty :)
Hey bke-Betty
in der Reha bin ich schon seit Ende Januar, ich war nur paar Tage jetzt notfallmäßig im Krankenhaus. Seit Oktober bin ich durchgehend entweder im Krankenhaus, oder in der Reha. Sie hat schon geholfen paar Sachen wieder zu lernen, aber schon seit längerem geht nichts mehr voran. Aber manches werd ich auch einfach nie mehr können. Sprechen, ohne Unterstützung laufen, beide Beine richtig ansteuern können. Durch die Verletzungen am Gehirn hat mein Hirn verlernt, dass meine linke Seite zu mir gehört quasi. Durch die Anwendungen die ich die letzten Monate hatte, kann ich mit Unterstützung manchmal leicht bewegen aber nicht mehr belasten. Das frustriert mich total, ich hatte gehofft doch mehr wieder zu können als mir gesagt wurde. Aber jetzt merk ich halt, dass sie recht hatten und bin so sauer, überhaupt gekämpft zu haben.
Nächste Woche zieh ich dann auf Probe in die Einrichtung. Aber ob das klappt weiß niemand und ich hab einfach Angst. Die Atemübungen hab ich ein wenig versucht, die letzten Tage aber nicht so richtig, weil es mir so schlecht ging. Ich fühl mich einfach so allein und hätte gern jemand bei mir, der mich in den Arm nimmt. Aber alle sind entweder weg oder so weit weg, dass sie mich nicht besuchen können. Oder vielleicht wollen sie es auch nicht, was ich ja verstehen kann. Ich bin irgendwie nicht mehr ich. Und ihr Leben geht halt ohne mich weiter.
Liebe Grüße
Romy
Liebe Romyy,
wie ich lese, funktioniert dein Körper nach einem Koma nicht mehr so, wie vorher. Dass das schwer auszuhalten ist, kann ich mir vorstellen. Vermutlich braucht es viel Geduld, bis Fähigkeiten wieder da sind, die mal da waren. Hast du denn seitdem auch positive Entwicklungen bei dir wahrnehmen können?
Ich schicke dir Geduldsfäden aus Stahl!
Gut, dass du dich an Fachmenschen gewandt hast und nun in Reha bist. Hast du das mal mit den Atemübungen ausprobiert? Bekommst du hilfreiche Anwendungen in der Reha?
Liebe Grüße
bke-Betty
Hey bke-Lorenz
danke dass du das sagst, ich will auch gar nicht damit sagen dass ihr was anderes vermittelt. Es ist nur sehr starke Angst da, hier auch fehl am Platz zu sein. Weil ich mich ehrlich gesagt mittlerweile überall so fühl.
Ich war die letzten Tage nochmal im Krankenhaus weil es mir echt schlecht ging. Die Ärzte meinten es liegt an meinen Kopfverletzungen. Seit denen hab ich oft starke Kopfschmerzen und letztes Wochenende ist es extrem geworden. Vermutlich durch das wechselnde Wetter und den Stress den ich mir mach wegen der Einrichtung. An einem Morgen ist es so schlimm geworden, dass ich nur noch sehr verschwommen gesehen hab und dann gar nichts mehr kommunizieren konnte, weil ich das aufschreiben nicht erkennen konnte. Ich hatte richtig Panik. Bin jetzt wieder in der Reha aber ich hab extrem Flashbacks die letzten Tage. Ich hab jetzt neue Medikamente für meinen Kopf und für den Kreislauf und körperlich geht es jetzt besser. Aber mich nicht verständigen zu können hat so sehr daran erinnert, wie hilflos ich am Anfang nach dem Koma war. Als ich noch nicht schreiben konnte. Ich fühl mich so gefangen in einem Körper der nicht mehr funktioniert. Die Lähmung ist grad auch wieder schlimmer. Dann brauch ich mehr Hilfe. Und schäm mich so sehr die zu brauchen. Dann gehts mir noch schlechter und es geht noch weniger. Es hört einfach nicht auf. Ich weiß nicht was ich tun soll.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
kann dir nur sagen, dass du hier nicht fehl am Platz bist. Und das ist auch eine Basis und eine Grundhaltung, die uns hier im Forum wichtig ist. Was du dann für daraus machst, darauf habe ich keinen Einfluss. Ich kann dir das nur aufrichtig so sagen.
Und ich meinte, du könntest dich vielleicht von dem Zwang von außen, du solltest dankbar sein, versuchen zu befreien. Dich mehr auf dein eigenes "Recht" besinnen, selber zu entscheiden, für was du wann dankbar bist oder nicht. Sollte nur ein Denk-Impuls sein...
Was den Umgang mit den Ängsten angeht, empfehle ich immer gerne Atemübungen. Einfach, praktikabel und oft sehr hilfreich. Kannst dich ja mal schlau machen, was es da so gibt, das für dich passen könnte.
Vielleicht haben die anderen User*innen hier dazu Ideen?
Viele Grüße
bke-Lorenz
Hey bke-Lorenz
Ich will einfach nur nicht belastend sein. Für mich ist es gerade okay, dass man mir hier keine Lösung geben kann oder sowas, aber ich möchte kein Ventil für mich benutzen das andere stört. Es reicht schon dass ich hier vor Ort oft das Gefühl bekomm, dass man nicht weiß was man mit mir so recht anfangen soll. Und nur weil der Sozialdienst mich hierher empfohlen hat kann es ja trotzdem sein, dass es hier auch so ist. Und das möchte ich halt nicht. Nicht noch ein Ort an dem ich irgendwie fehl am Platz bin.
Danke dass du sagst, dass ich nicht dankbar sein muss. Das tut irgendwie gut. Du hast keine Ahnung wie oft mir das in den letzten Monaten gesagt wurde. Wie viel Glück ich doch hatte und wie dankbar ich sein sollte. Vielleicht meinen alle es aufmunternd aber ich finds grausam. Ich hab nicht den Anspruch dankbar sein zu müssen, der kommt von Außen. Ich hab nicht richtig verstanden wie du
den letzten Teil deiner Nachricht meinst. In welche Richtung könnte ich stattdessen überlegen?
Ich hab noch eine Frage, vielleicht weiß da jemand was dazu. Was kann bei Angst helfen, dass sie nicht so stark wird? Bei mir kommt dann immer alles in meinem Kopf ganz durcheinander und mir wird schlecht und bekomme Herzrasen, wenn sie zu stark wird.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
erst einmal ist es mir wichtig, zu vermitteln, dass deine Posts hier alles andere als "Rumgeheule" gesehen werden. Ganz im Gegenteil, es ist beindruckend, wie klar du von deiner Lage schreibst. Die Schlafschwierigkeiten und die Schmerzen, die sich offensichtlich gegenseitig bedingen, sind schon ein schlimmer Kreislauf im Moment. Echt wahr. Gut, dass du wenigstens ein bisschen zur Ruhe gekommen bist in den letzten zwei Nächten. Erholung und Ausruhen sind einfach irre wichtig...
Wie du ja schon von anderen hier gelesen hast, ist es absolut nachvollziehbar dass du hier schreibst, auch wenn es vielleicht mehr eine Art Ventil für dich ist, ohne konkrete Vorstellungen, was wie hier helfen könnte. Dafür ist das Forum -also wir alle hier- da.
Was du von deinen Fortschritten und aktuellen Perspektiven schreibst, glaube ich -natürlich aus meiner Rolle, nicht betroffen zu sein- nachvollziehen zu können. Es ist ja wie bei vielen Dingen, die man neu zu lernen beginnt. Am Anfang geht's schnell voran, man macht sichtbare Fortschritte, die einen auch motivieren, weiterzumachen. Im Sport, bei Fremdsprachen, Musikinstrumenten und eben auch allen anderen Veränderungen im Leben. Dann geht es immer langsamer voran und das kann schon wirklich frustrieren. Auch Gefühle von Resignation gehören dazu. Oder können einen dominieren. Gleichzeitig sind das ja auch Phasen, wo bereits Gelerntes sozusagen etabliert und gefestigt wird. Als gute Grundlage für neue Lernschritte, körperlich wie auch mental. Neue Schritte, die wir noch gar nicht auf dem Schirm haben. Wahrscheinlich ist das alles nicht neu für dich, dennoch schreibe ich es.
Du schreibst, du solltest dankbar sein, zu leben. Wenn du mich fragst, ist das viel verlangt und vielleicht im Moment auch ein sehr hoher Anspruch an dich. Wäre vielleicht ein anderer Umgang mit diesem Anspruch, dieser Erwartung, von dir an dich selbst oder auch von außen, zu überdenken? Dieses "ich muss dankbar sein, zu leben" auch mal etwas "zu erweitern" und zu hinterfragen? Im Sinne von "wer darf das denn von mir erwarten oder ist das überhaupt zu jedem Zeitpunkt möglich"?
Viele Grüße und einen möglichst für dich guten Tag,
bke-Lorenz
Hey bke-Betty
das ist nicht schlimm, ich bin auch oft verpeilt. Wusste nicht was ich dann auf die erste Nachricht antworten soll und die zweite hab ich erst gestern Abend gelesen.
Die letzten zwei Nächte habe ich ein bisschen geschlafen, aber immer noch nicht wirklich. Wenn ich mich nicht genug ausruhen kann, habe ich mehr Schmerzen, von den mehr Schmerzen kann ich aber auch schlechter schlafen.
Ich weiß nicht genau, ob man mir überhaupt helfen kann. Ich komm mir auch komisch vor, überhaupt hier zu schreiben, wenn ich doch selber nicht weiß, was helfen würde. So heul ich halt rum, was auch nichts ändert. Mit allem allein zu sein ist nur auch nicht so leicht auszuhalten.
Mir gehts einfach schlecht. Am Anfang hatte ich noch sowas wie Hoffnung, dass ich doch wieder mehr können werde, wie die Ärzte jetzt sagen. Es war mega anstrengend, aber ich hab Fortschritte gemacht. Seit einigen Wochen geht aber nichts mehr weiter, egal wie sehr ich mich anstrenge. Ich soll weiter dran bleiben, damit der Fortschritt nicht verloren geht, aber ich kann nicht mehr. Wozu denn, wenn mehr nicht mehr gehen wird? Ich will dieses Leben nicht so wie es ist, ich hab alles verloren was ich hatte und wer ich war. Meine Familie, meine Hobbies, meine Selbstständigkeit, meine Träume, meine Schule, meine Freunde... Nichts ist mehr übrig und trotzdem soll ich dankbar sein zu leben. Vielleicht gibt es Menschen die das können, ich kanns nicht. Es ist scheiße, ich finde mich ja selbst viel zu anstrengend und dass ich jetzt viel zu viel brauch an Hilfe. Und dann muss ich jetzt bald in eine Wohngruppe, bei der niemand weiß, ob es klappt, weil was zu finden, was alle Anforderungen die ich jetzt brauche erfüllt, quasi unmöglich ist. Wie soll ich mich denn da nicht als Last sehen?
Liebe Grüße
Romy
Oh Romy! Es tut mir so leid, mein Kopf hat mir einen Streich gespielt! Ich dachte, du hättest das GESTERN geschrieben! Jetzt seh ich erst, dass es heute so war.
Gibt es etwas, was wir hier im Forum morgen für dich tun können?
Liebe und offenbar auch verpeilte Grüße
bke-Betty
Hallo liebe Romyy,
gerade sehe ich deine Nachricht. Wie war denn die letzte Nacht, konntest du Schlaf nachholen? Wie fühlst du dich heute?
Viele Grüße
bke-Betty
Hey
Bin so überfordert. Letzte Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen und jetzt hab ich deswegen starke Schmerzen. Zeigt mir wieder wie kaputt ich bin und dass nichts mehr so ist wie es war. Wie soll ich das denn schaffen? Ich kann nicht mehr, aber das ist glaub egal. Glaub ich kann das nicht. Fühl mich so allein mit allem.
Hey bke-Stephan
Danke. Als gar nicht klar war wie es langsam weiter geht, hab ich mich so schlecht gefühlt. Dachte wenn mal was gefunden wird, bin ich vielleicht erleichtert und es wird besser. Aber jetzt hab ich einfach nur Angst. Fühl mich so allein damit, weil es nichts ändert egal wie es mir damit geht. Es muss ja sein und gibt keine Alternative gerade. Ich muss es akzeptieren, dass es vielleicht nur wieder sinnloses Fremde über mich bestimmen lassen ist, weil ich eh nicht lang dort bin. Trotzdem alles zulassen muss, ich hab ja keine Wahl. Und dann geht alles wieder von vorne los wenn es nicht passt. Alles ist jetzt so anders und ich kann nichts dagegen machen. Ist irgendwie ja egal wie es sich anfühlt, wenn alles trotzdem passieren muss.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy,
das ist sehr nachvollziehbar. Du bist hier richtig, vielleicht deshalb nicht ganz allein und ich schicke Dir eine große Packung Trost.
Viele Grüße,
bke-Stephan
Hey bke-Stephan
Danke, dass du es auch nochmal erklärt hast. Wollte nur nicht, dass sich jemand hilflos oder überfordert fühlt nur weil ich angefangen hab hier zu schreiben. Dann hätte ich es wieder beendet. Reicht schon dass der Sozialdienst nicht weiß was er mit mir anfangen soll. Ich weiß es ja auch nicht.
Ich hab einfach nur so Angst, leben zu müssen und nie mehr zu wissen was ich will. Und dass es sich nie mehr besser anfühlen wird wie jetzt. Und dass ich nie mehr einen richtigen Platz haben werd. Ich sollte dankbar sein überhaupt zu leben, aber ich kann nicht. Ich fühl mich einfach richtig allein.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy,
Maya hat es ganz gut beschrieben. Wir können Dir keine direkte Hilfe hier im virtuellen Raum geben, also keine Hilfe bei Dir vor Ort. Was sicher alle hier gerne tun würden, auch wenn niemand weiß, wie das gehen würde. Was wir machen können. Wir hören Dir zu, schreiben mit Dir, halten die bescheidene Situation mit Dir aus (auch wenn unser Part des Aushaltens viel einfacher ist als Deiner.
Vermutlich ist es sehr wichtig, das Passende zu finden, auch wenn es weiter weg ist, als Du das gerne hättest. Ich verstehe aber gut, wie anstrengend es sein muss, dass Deine Familie und Freunde dann noch weiter weg sind. Wenn es gut läuft, kommen allerdings auch neue Menschen in Dein Leben und das ist dann hoffentlich ein Gewinn, wenn auch kein Ersatz.
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hey Maya
danke, dass du es erklärt hast. Ich habe es vielleicht auch einfach falsch verstanden.
Ja es ist schon weniger unangenehm, wenn beide schreiben. Ich habe für kurze Infos schon fertige Zettel, die ich nur zeigen muss, aber hier sprechen alle nur mit mir, während den Anwendungen oder Visiten usw.
Genau weiß ich es noch nicht, wie lang ich hier bin. Der Sozialdienst hat jetzt eine Einrichtung gefunden, in die ich vielleicht ab Juni kann. Es ist schwer etwas zu finden was genau passt. Dort gibt es auch ein paar Sachen die nicht ideal sind. Deswegen bespricht er erstmal, ob ich eine Zeit auf Probe dort hin komme um zu schauen ob es im Alltag trotzdem geht. Es ist aber schon wieder so weit weg von zu Hause. Check ja dass es schwer ist was zu finden, aber ich fühl mich so schlecht weil ich so viele Anforderungen jetzt brauch. Komm damit gar nicht klar und wenn ich dann seh, wie schwer es ist was passendes zu finden fühl ich mich noch mehr wie eine Belastung 😕 ich will so ja auch nicht sein.
Ich hab so Angst, dass es nichts wird oder nicht passt. Dass dann wieder gesucht werden muss. Und ich will eigentlich nur nach Hause und mein Leben von früher zurück.
Liebe Grüße
Romy