Hey
ich bin nicht sicher, ob meine Probleme hier her passen oder man mir überhaupt helfen kann.
Mir fällt es total schwer klar zu kommen, dass alles was ich gern gemacht hab nicht mehr geht. Ich weiß jetzt überhaupt nicht mehr was ich will oder was noch Sinn haben soll. Alle Träume die ich mal hatte hab ich verloren. Trotzdem soll ich weiter kämpfen und mich anstrengen und dankbar sein zu leben. Ich weiß aber nicht wozu und ich kriegs dann einfach nicht hin.
Kennt sowas jemand? Wie soll man weiter machen wenn doch nichts einen Sinn hat?
Liebe Grüße
Romy
Hey
Bin so überfordert. Letzte Nacht konnte ich überhaupt nicht schlafen und jetzt hab ich deswegen starke Schmerzen. Zeigt mir wieder wie kaputt ich bin und dass nichts mehr so ist wie es war. Wie soll ich das denn schaffen? Ich kann nicht mehr, aber das ist glaub egal. Glaub ich kann das nicht. Fühl mich so allein mit allem.
Hey bke-Stephan
Danke. Als gar nicht klar war wie es langsam weiter geht, hab ich mich so schlecht gefühlt. Dachte wenn mal was gefunden wird, bin ich vielleicht erleichtert und es wird besser. Aber jetzt hab ich einfach nur Angst. Fühl mich so allein damit, weil es nichts ändert egal wie es mir damit geht. Es muss ja sein und gibt keine Alternative gerade. Ich muss es akzeptieren, dass es vielleicht nur wieder sinnloses Fremde über mich bestimmen lassen ist, weil ich eh nicht lang dort bin. Trotzdem alles zulassen muss, ich hab ja keine Wahl. Und dann geht alles wieder von vorne los wenn es nicht passt. Alles ist jetzt so anders und ich kann nichts dagegen machen. Ist irgendwie ja egal wie es sich anfühlt, wenn alles trotzdem passieren muss.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy,
das ist sehr nachvollziehbar. Du bist hier richtig, vielleicht deshalb nicht ganz allein und ich schicke Dir eine große Packung Trost.
Viele Grüße,
bke-Stephan
Hey bke-Stephan
Danke, dass du es auch nochmal erklärt hast. Wollte nur nicht, dass sich jemand hilflos oder überfordert fühlt nur weil ich angefangen hab hier zu schreiben. Dann hätte ich es wieder beendet. Reicht schon dass der Sozialdienst nicht weiß was er mit mir anfangen soll. Ich weiß es ja auch nicht.
Ich hab einfach nur so Angst, leben zu müssen und nie mehr zu wissen was ich will. Und dass es sich nie mehr besser anfühlen wird wie jetzt. Und dass ich nie mehr einen richtigen Platz haben werd. Ich sollte dankbar sein überhaupt zu leben, aber ich kann nicht. Ich fühl mich einfach richtig allein.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy,
Maya hat es ganz gut beschrieben. Wir können Dir keine direkte Hilfe hier im virtuellen Raum geben, also keine Hilfe bei Dir vor Ort. Was sicher alle hier gerne tun würden, auch wenn niemand weiß, wie das gehen würde. Was wir machen können. Wir hören Dir zu, schreiben mit Dir, halten die bescheidene Situation mit Dir aus (auch wenn unser Part des Aushaltens viel einfacher ist als Deiner.
Vermutlich ist es sehr wichtig, das Passende zu finden, auch wenn es weiter weg ist, als Du das gerne hättest. Ich verstehe aber gut, wie anstrengend es sein muss, dass Deine Familie und Freunde dann noch weiter weg sind. Wenn es gut läuft, kommen allerdings auch neue Menschen in Dein Leben und das ist dann hoffentlich ein Gewinn, wenn auch kein Ersatz.
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hey Maya
danke, dass du es erklärt hast. Ich habe es vielleicht auch einfach falsch verstanden.
Ja es ist schon weniger unangenehm, wenn beide schreiben. Ich habe für kurze Infos schon fertige Zettel, die ich nur zeigen muss, aber hier sprechen alle nur mit mir, während den Anwendungen oder Visiten usw.
Genau weiß ich es noch nicht, wie lang ich hier bin. Der Sozialdienst hat jetzt eine Einrichtung gefunden, in die ich vielleicht ab Juni kann. Es ist schwer etwas zu finden was genau passt. Dort gibt es auch ein paar Sachen die nicht ideal sind. Deswegen bespricht er erstmal, ob ich eine Zeit auf Probe dort hin komme um zu schauen ob es im Alltag trotzdem geht. Es ist aber schon wieder so weit weg von zu Hause. Check ja dass es schwer ist was zu finden, aber ich fühl mich so schlecht weil ich so viele Anforderungen jetzt brauch. Komm damit gar nicht klar und wenn ich dann seh, wie schwer es ist was passendes zu finden fühl ich mich noch mehr wie eine Belastung 😕 ich will so ja auch nicht sein.
Ich hab so Angst, dass es nichts wird oder nicht passt. Dass dann wieder gesucht werden muss. Und ich will eigentlich nur nach Hause und mein Leben von früher zurück.
Liebe Grüße
Romy
Hi Romy
von mir auch noch willkommen hier!
Ich glaub Stephan meinte nicht dass du mit deinen Fragen hilflos machst hier. So wie ich ihn verstanden hab glaub ich dass die Frage was jetzt helfen könnte schwierig zu beantworten ist. (bitte haut mir auf die Finger wenn ich was falsches schreib) Aber das hat mit der Situation zu tun und nicht mit dir oder deinen Fragen. Wenn es dir hilft dich hier bisschen mitzuteilen dann ist das schonmal wichtig und gut. Und dein Wunsch nach Gesellschaft kann ich denk ich gut verstehen. 7 Monate sind echt lang... Weißt du denn schon wie lang es noch ungefähr gehen wird?
Ich finds verständlich dass es dir schwer fällt mit Leuten zu "reden" die sprechen und du musst dann schriftlich antworten. Ist es leichter wenn beide Seiten schreiben? Dann wär das ja vielleicht was was die dort soweit möglich auch versuchen könnten.
Ich hoff war ok für dich dass ich dir geantwortet hab.
LG
Maya
Hey bke-Stephan
ich wollte mit meinen Fragen keine Hilflosigkeit hier erzeugen. Falls das so rüber kommt tut es mir leid und ich nehm sie wieder zurück. Kontakte in real sind grad sehr beschränkt und der Sozialdienst hat mir diese Seite empfohlen, um wieder mehr in Kontakt zu kommen und mich zu öffnen. Ich kann noch keine Gebärden und schreiben ist der einzige Weg, wie ich grad kommunizieren kann. Deswegen hatte ich mich entschieden, hier zu schreiben, um mich auszutauschen und vielleicht Gesellschaft oder so. Ich find es schwer über schreiben kommunizieren zu müssen, während die andern sprechen können. Ich tu mich damit schwer. Aber wenn das irgendwie unpassend war, tut es mir leid.
In der Reha kümmern sich eine Ärztin, das Pflegepersonal und die Trainer bei den Anwendungen um mich. Den Rest macht der Sozialdienst, aber der ist mit mir glaub auch überfordert.
Liebe Grüße
Romy
Hallo Romy,
puh, ganz schön heftig, was Dir alles passiert ist. Da gibt es leider keine einfachen Lösungen. Und die Frage, was kleine Dinge sind, die Dir helfen könnten, die mein lieber Kollege gestellt hat, ist zwar richtig. Ich kann mir aber vorstellen, dass die super schwierig ist, zu beantworten und auch hier Hilflosigkeit erzeugen könnte. Ich halte sie dennoch für wichtig.
Wer kümmert sich denn vor Ort um Dich? Ich habe überhaupt keine Ahnung, was in so einer Situation helfen kann, vermute aber, dass es Unterstützung vor Ort braucht, die mit Dir zusammen suchen kann, was Dir wieder Mut und Kraft und Spaß geben könnte. Ich bin überzeugt, dass es so etwas gibt. Es allerdings eine Weile brauchen wird, um das zu finden. Mit vielen Versuchen. Dass Du kämpfen kannst, hast Du ja gezeigt. Und es ist auch prima, dass Du schreiben kannst.
Ich kann Dir versichern, dass wir mit Dir aushalten, dass es schwierig wird und wir Dich hoffentlich dabei eine Weile begleiten können und dürfen. Zusammen mit den Menschen, die es hoffentlich vor Ort gibt.
Viele Grüße schickt
bke-Stephan
Hey bke-Tom
Ich hab früher viel mit Freunden gemacht. War in 2 Sportvereinen und im Chor. Von da sind auch viele meiner Freunde, im einen Sport war ich grad dabei mein Jugendtrainerschein zu machen. Dann hat ein Unfall alles kaputt gemacht. Ich bin seit 7 Monaten durchgehend im Krankenhaus oder Reha. Ich werd das alles nie mehr machen können. Werd nicht mal mehr normal laufen können, kann nicht mehr sprechen und das kommt auch nicht wieder. Jetzt wieder so schreiben können und nicht mehr bei allem Hilfe brauchen war ein ewig langer Kampf. Und trotzdem brauch ich noch viel Hilfe und muss noch so viel neu lernen und kann einfach nicht mehr. Für mich macht gar nichts einen Sinn. Der Sozialdienst sucht immer noch nach einer Einrichtung wo ich nach dieser Reha wohnen kann. Ich bin weit weg von meinen Freunden und der ihr Leben geht so halt weiter und meins nicht so wirklich. Ich versuch, mich für sie zu freuen aber es tut einfach nur weh, weil ich es auch so sehr will. Ich weiß gradnicht , wie ich davon was mitnehmen kann, was mir Kraft geben könnte. Ich hab keine Kraft mehr einfach weiter zu machen, wenn ich doch eh nicht mehr das machen kann, was ich lieb und will. Aber alle um mich rum machen so einen Druck, also muss ich irgendwie mitmachen aber das machts immer nur noch schlimmer.
Liebe Grüße
Romy
Hey Romy,
danke, dass du das hier so offen teilst. Schon allein, dass du Worte dafür findest, wie es dir gerade geht, zeigt eine Menge Kraft, auch wenn es sich für dich wahrscheinlich ganz anders anfühlt.
Was du beschreibst, kennen tatsächlich viele Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen. Dieses Gefühl, dass frühere Träume weggebrochen sind und man plötzlich ohne Richtung dasteht, kann unglaublich verunsichernd sein. Es ist, als würde der innere Kompass nicht mehr funktionieren und alles, was einmal Sinn gemacht hat, ist auf einmal leer geworden.
In so einer Situation „einfach weitermachen“ oder „dankbar sein“ zu sollen, kann sich fast wie ein zusätzlicher Druck und wie eine unmögliche Aufgabe anfühlen. Da darf man ehrlich sagen "Das kann ich noch nicht".
Vielleicht ist ein hilfreicher Gedanke, dass du gerade nicht am Ende von etwas bist, sondern mitten in einer Art Übergang. Das Alte trägt dich nicht mehr, das Neue ist aber noch nicht richtig sichtbar. Das ist nicht angenehm, aber ein sehr menschlich.
Manchmal hilft es, den Fokus erstmal ganz klein zu machen. Nicht „Wozu lebe ich überhaupt?“, sondern eher:
"Was hat mir heute einen winzigen Moment von Erleichterung gegeben?" oder "Gab es irgendetwas, das sich für einen Augenblick weniger schwer angefühlt hat?"
Gerne möchte ich eine Frage in die Runde geben. Wer oder was hat dir früher das Gefühl gegeben, lebendig zu sein, und was davon konntest du dir für deinen Alltag bewahren?
Lieben Gruß
bke-Tom