Gesunde Beziehungen sind die Basis für Wohlbefinden und Zufriedenheit. In dieser Themenwoche sprechen wir über Kommunikation, Vertrauen, Grenzen und das, was Beziehungen stärkt und lebendig hält. Gemeinsam tauschen wir Erfahrungen aus und sammeln Impulse für ein gutes Miteinander.
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Ich habe noch einmal über alles nachgedacht. Und ich möchte nicht meinen Beitrag so negativ stehen lassen.
Es gibt so viel, was ich in meinem Leben noch nicht wirklich wahrgenommen habe, oder was ich vielleicht einfach zu oft übersehen habe.
Da war diese besondere Bindung zu meiner Oma. Sie war die einzige, die mich in den Arm genommen hat, bei der ich einfach Kind sein durfte, einfach ich. Diese Momente, in denen sie mir Vanillepudding mit Kirschen gekocht hat, und ich mich einfach geliebt hat. Das war ein Ort, an dem ich mich wirklich sicher fühlte. Ihre Liebe war bedingungslos, sie hat mich geliebt, ohne Fragen zu stellen, ohne Erwartungen. Leider ist sie nicht mehr da, aber ihre Erinnerung bleibt, und diese Erinnerung trage ich bei mir, ich denke oft an sie und manchmal rede ich mit ihr, auch wenn ich keine Antwort mehr bekomme.
Und dann ist da meine Freundin. Wir sehen uns leider nicht all zu oft, aber ich glaube das ist auch nicht so wichtig, denn wenn wir zusammen sind, dann zählt die Zeit nicht.
Es gibt auch viele Dinge, die sie nicht weiß, dieses blöde dunkle Geheimnis.
Aber in den Momenten, die wir gemeinsam verbringen, bin ich einfach froh, dass wir einander haben. Wir lachen zusammen, liegen auf der Wiese und schauen Wolkenbilder an. Und wenn wir zusammen musizieren, dann vergesse ich für einen Moment all die Ängste, die mich oft erdrücken.
Da sind auch noch meine Mitschüler, die zwar alle 2,5 bis 3 Jahre älter sind, aber mich irgendwie akzeptieren. Es ist keine Freundschaft oder tiefe Beziehung und beschränkt sich nur auf die Schule, aber ich habe da irgendwie (m)einen Platz gefunden. Die Schule ist ein Ort, an dem ich unter Menschen bin, wo ich nicht so sehr alleine bin, wie ich es oft fürchte und in der ich sicher bin.
Und dann gibt es da noch Sir Milton, mein Kater. Er ist immer da. Bei Alpträumen weckt er mich und leckt mir das Gesicht, als wollte er mir sagen, dass alles wieder gut wird. Klar, er weckt mich auch schon täglich um fünf, weil er Hunger hat, aber auch das gehört zu ihm, und irgendwie tut es gut, zu wissen, dass da jemand ist, der mich braucht. Wir fahren zusammen Fahrrad (er sitzt natürlich im Rucksack oder dem Korb.) und spielen viel. Er ist mein ständiger Begleiter, und manchmal, wenn ich mit ihm kuschel, fühle ich mich einfach gesehen – so, wie ich bin.
Es gibt also doch mehr, als ich mir oft zugestehe. Es sind nicht immer die großen, spektakulären Dinge, die ich mir erträume. Aber diese kleinen, täglichen Momente sie sind auch wertvoll. Sie sind da, um mir zu zeigen, dass ich nicht völlig alleine bin.
Was die Beziehung zu mir selbst angeht, so ist sie noch immer sehr negativ. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich jemals so akzeptieren kann, wie es vielleicht gesund wäre. Aber ich fange an, das zu üben. Die kleinen Lichtblicke in meinem Leben erkenne ich ein wenig mehr, und ich versuche, mir selbst zuzugestehen, dass diese Momente auch sein dürfen.
Artemis
Hallo Artemis,
ich finde, das kann als ein persönliches "Zeugnis" stehen bleiben. -
Du hast eine Idee von gesunden oder glückenden Beziehungen - und spürst zugleich: sie fehlen Dir.
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Und Du nimmst auf, was bke - Fritzi so schön zusammengestellt und formuliert hat.
Also, Du vernetzt Dich mit dem Monatsthema - und darum geht es doch.
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Vielleicht nicht darum, Dir hier direkt darauf zu antworten - das hätte wohl an anderer Stelle Platz - und wäre gut.
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Vielleicht ist der Gedanke, dass für gelingende Beziehungen die Beziehung zu sich selbst gehört, ein Fingerzeig:
Dazu gehört, finde ich, sich in seiner eigenen Maskerade zu (er-)kennen.
Du bist gerade intensiv dabei - das finde ich genau richtig.
Das ist der Weg zu den Beziehungen hin, die Du Dir wünscht - und die Andere sich bestimmt auch wünschen.
Kaum eine, einer kommt übrigens ohne sie - diese Masken - aus.
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Vielleicht wagst Du irgendwann das Vertrauen, Dich etwas weiter, als bis jetzt, Jemandem gegenüber zu öffnen.
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Es gibt da, so finde ich, Grade, die nicht alle auf einmal zu beschreiten sind.
Und dieses Vertrauen, das ist die Sache eines Mutes, der in einem glücklichen Moment und Entschluss bereitsteht.
Den wünsche ich Dir.
LG !
Danke Fritzi. Was du über gesunde Beziehungen geschrieben hast, klingt so schön, aber es fühlt sich für mich so fern und fremd an. Ich habe beim lesen deiner Worte gemerkt, wie eng mir dabei die Brust wurde, weil da so viel drinsteht, was richtig ist und für mich sich so falsch anfühlt.
Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich das auch erlebe, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie sich das anfühlt. . Ich weiß nur, wie es ist, ständig aufzupassen.
Du schreibst über Kommunikation und Vertrauen. Ich denke dann sofort: schön wär’s. Ich würde so gern einfach sagen können, was in mir los ist.
Aber zu Hause ist alles anders. Es gibt Dinge, die niemand wissen darf, weil sie zu groß sind, um sie irgend jemanden zu erzählen.
Ich habe so viel Angst, dass, wenn ich mich jemandem anvertraue, alles auseinanderbricht. Ich kann nicht riskieren, dass jemand das erfährt und dass sich dann alles verändert und kaputt geht.
Es ist wie ein ständiges Versteckspiel. Immer ein Lächeln aufsetzen, so zu tun, als wäre alles okay, auch wenn es in mir drin tobt und ich oft das Gefühl habe, dass ich das alles nicht mehr tragen kann.
Die schlimmste Angst ist, dass jemand merkt, wie leer ich mich fühle, wie alleine ich wirklich bin, wie viel ich verstecke.
Selbst meiner besten Freundin kann ich nichts sagen. Und das tut weh. Weil sie denkt, sie kennt mich. Aber sie kennt nur die Version von mir, die ich zeigen kann. Ich habe so Angst, sie zu verlieren, wenn sie die Wahrheit kennt. Also schweige ich. Und dieses Schweigen fühlt sich manchmal verdammt schwer an.
Was ist, wenn sie sich dann von mir abwendet? Was ist, wenn sie mich nicht mehr mag, wenn sie mich als das sieht, was ich wirklich bin? Was ist, wenn sie denkt, dass ich so kaputt und ein schlechter Mensch bin? Kann sie mir überhaupt noch vertrauen, wenn sie weiß das ich sooooo viel verschwiegen habe?
Ich fühle mich so oft wie ein Betrügerin, weil ich nie wirklich ich selbst sein kann und weil ich immer so tun muss, als wäre alles in Ordnung. Aber tief in mir drin weiß ich, dass das nicht stimmt. Und ich frage mich immer, ob es überhaupt noch jemanden gibt, der mich verstehen würde, wenn ich endlich den Mut hätte, mich zu zeigen.
Und dann gibt es diesen Teil von mir, der sich nach echten Verbindungen sehnt. Nach jemandem, dem ich alles erzählen könnte, ohne Angst haben zu müssen oder mich zu verstecken. Aber ich habe so viel Angst, dass das nie passieren wird. Ich weiß auch gar nicht, ob ich meine Maske überhaupt noch absetzen kann, irgendwie ist sie schon so fest.
Es fühlt sich oft so an, als würde ich immer weiter von den Menschen um mich herum entfernt sein, obwohl ich mir so sehr wünsche, mich ihnen zu öffnen. Aber ich weiß nicht wie. Und manchmal habe ich Angst, dass es zu spät ist, um noch eine echte Verbindung zu finden.
Bis auf meine beste Freundin habe ich kaum Kontakte und ziehe mich immer weiter zurück, dass ist sicherer.
Es tut mir leid, dass ich das hier schreibe. Vielleicht ist es doch besser, wenn ich das wieder lösche. Ich weiß nicht, ob das hier überhaupt reinpasst. Aber dein Beitrag hat etwas in mir ausgelöst. Vielleicht, weil er zeigt, wie Beziehungen sein könnten. Und vielleicht auch, weil er mir klar macht, wie weit weg das für mich gerade ist.
Danke für deine Worte Artemis
Hallo Zusammen,
ich möchte mit euch in diesem Monat über eines der wichtigsten Themen in unserem Leben sprechen:
die Beziehungen zu den Menschen um uns herum.
Egal, ob es sich um Freundschaften, romantische Beziehungen oder die Bindungen zu unseren Familien handelt - gesunde Beziehungen sind das Fundament für unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit.
Für mich sind Kommunikation, Respekt und Vertrauen die Grundlage gesunder Beziehungen. Offene und ehrliche Gespräche helfen uns, einander besser zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden. In einer solchen Beziehung werden die Meinungen, Gefühle und Grenzen des anderen wirklich geschätzt.
Ich finde wichtig, dass wir uns gegenseitig unterstützen und emotional Rückhalt geben - und es ist schön zu sehen, dass das hier im Forum auch immer wieder passiert und gelebt wird.
Gemeinsame Werte und Interessen stärken unsere Verbindung und bringen uns näher zusammen.
Damit sich beide in einer Beziehung wohl fühlen, braucht es aber auch Grenzen. Natürlich sind Konflikte unvermeidlich, doch in gesunden Beziehungen reden wir darüber und versuchen, konstruktiv Lösungen zu finden.
Und ganz wichtig: der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. Gemeinsame Erlebnisse und Freude bereichern die Beziehung und halten sie lebendig. Aus meiner Sicht das Herzstück jeder Verbindung.
Was sind für euch die wichtigsten Eigenschaften, die eine gesunde Beziehung ausmachen?
Habt ihr Erfahrungen gemacht, die euch geholfen habe, in euren Beziehungen zu wachsen oder herauszufinden, was für euch wichtig ist?
Was habt ihr daraus gelernt?
Was braucht es, damit ihr euch respektiert und gehört fühlt? Und was tut ihr, wenn das nicht der Fall ist?
Ich freue mich auf eure Gedanken und Erfahrungen zu diesem Thema.
Liebe Grüße.
bke-Fritzi