Hallo,
es geht bei mir um zwei Dinge:
wann sollte ich meinem 7 jährigen neurodivergenten Kind vom unserem (Kind + ich) Auszug aus dem Haus (Nestmodell) erzählen? Möglichst bald?
Und welche Möglichkeiten /Herangehensweise habe ich denn, wenn unser (Ex und ich) Caritasberater von unserem neurodivergenten Kind von einem "ganz normal entwickeltes Kind" spricht (Berater kennt das Kind (noch) nicht)? Ich fühle mich bzw. das Kind nicht wirklich gesehen. Auch dass der Berater im letzten Termin mit mir eher über die Kommunikation mit Kind (wie stelle ich als Mama Fragen an das Kind) sprechen wollte (habe erklärt dass ich mich seit 4-5 Jahren mit Pädagogik, entwicklungspsychologie, GFK usw "beschäftige") und es weniger darum ging, dass Ex seine eigenen Regeln aufstellt bzw. fehlende, oberflächliche Kommunikation zwischen ihm und mir. Was kann man als anderer Elternteil denn an Informationen vom anderen Elternteil "fordern" ( z.b. hinsichtlich Einführung neuer Partner, infos über Vorkommnisse in der jeweiligen Betreuungszeit,..)? Ich weiß dass es ihm an sich frei gestellt ist was er in seiner Betreuungszeit macht mit Kind (solang keine Kindeswohlgefährdung vorliegt), aber gewisse Dinge sollten (?) in der Anfangszeit der Trennung untereinander ausgetauscht werden?
Im ersten Gespräch mit unseren Rechtsanwälten hat er die letzte Woche gesagt, dass ich mit Kind überfordert wäre, das Kind bei ihm plus Partnerin und den drei weiteren Kindern optimal aufgehoben wäre, das Kind mal geäußert hätte dass es Alpträume hätte weil ich es anschreien würde, er würde gern wissen wie oft ich das Kind in die Schule fahren müsste weil ich es nicht fertig bringen würde das Kind rechtzeitig fertig zu machen (was absolut in den letzten Wochen/Monaten 2-3x passiert ist tatsächlich),..
Ich habe Angst dass er mir das Kind direkt oder indirekt wegnehmen möchte. Er zieht wohl auch 20-30km weiter weg die nächsten Monate, mit Partnerin und Kindern..
Ja das habe ich soweit verstanden.
Nur wie geht "Kompromisse eingehen, aufs Kind schauen" wenn beim anderen Elternteil große Vorurteile, Blockadehaltung, usw. da ist?
Und was meinen Sie mit "das geht nicht mit Angriff und Verteidigung"? Ist das eher auf mich bezogen?
Und wenn der Berater bei der Caritas bisher eher "passiv" im Thema Kommunikation zwischen Eltern geblieben ist?
Hallo,
der Vater hat Vorstellungen und Sie haben Vorstellungen und was davon sind gemeinsame und gut für Ihr Kind.
Man könnte ja erst einmal grundsätzlich unterstellen, dass Sie beide das Beste wollen und glauben, es mit Ihren Vorstellungen zu erreichen.
Deswegen ist es gut, sich alles anzuhören und zu schauen, was davon ist ok und was ist streitbar. Wenn Sie zur nächsten Beratung gehen, bitten Sie diese Themen noch einmal aufzunehmen.
Eltern wollen Ihr Kind aufwachsen sehen, wollen seine Entwicklung begleiten, da sein, wenn etwas schwierig wird, für die Gesundheit sorgen.
Mitunter ist die Kommunikation zwischen den Eltern schon recht problematisch. Der eine will den anderen etwas sachlich fragen oder antworten und der andere fühlt sich angegriffen und reagiert darauf und nicht auf das Anliegen.
In so emotionalen Situationen passiert das wohl den meisten Menschen.
Arbeiten Sie an den Zielen, was wollen wir als Eltern und wie kommen wir da hin. Was sind Schwierigkeiten und Bedenken und wie können wir daran arbeiten?
Achtung und Wertschätzung des anderen bringen Sie weiter als Angriffe und Verteidigung. Es geht nicht um besser oder schlechter, sondern darum, wie Sie beide gute Eltern bleiben können.
bke-Claudia Rohde
Hallo Claudia,
danke für die Nachricht.
Der Dreh - und Angelpunkt ist ja, dass mein Ex da sehr abblockt, seine eigene Vorstellung von diesem Thema hat? Und wie gehe ich es an, wenn der Caritasberater dem Thema wenig Beachtung geschenkt hat bzw. ich gerne da ein wenig mehr Support/Hinschauen/thematisieren (was er trotz meiner Info zur schlechten Kommunikation und Abblocken seitens Ex nicht gemacht hat) hätte?
(M)eine rote Linie bewusst machen und im nächsten Besprechungstermin konkret und offen äußern?
Auch vor dem Hinblick dass er mich in dem Gespräch mit den Rechtsanwälten als eher schlechte Mama bzw. überfordert da stehen hat lassen und ich Sorge habe, dass er mir unser Kind "wegnehmen" will..
Guten Morgen,
wie bke-Christian schon recht deutlich geschrieben hat, geht es hier um die Kooperation der Eltern. Diese ist der Dreh- und Angelpunkt bei jeder Trennung.
Ihr Kind braucht die Sicherheit, dass keiner von Ihnen beiden verloren geht, dass Sie gemeinsam gute Lösungen finden und es ihm damit gut gehen kann.
Wenn Ihre Vorstellungen gerade sehr voneinander abweichen und Sie allein keine guten, praktikablen Lösungen finden, dann braucht es noch mehr Unterstützung.
Es geht dabei mitunter um Kompromisse, aber ehr um, wo und wie arbeiten wir als Eltern bestmöglich zusammen. Wie können wir auch weiterhin gut für unser Kind da sein.
Dazu gehört Transparenz, damit Ihr Kind sich gut orientieren kann.
Einigen Sie sich auf einen guten Informationskanal, auf dem Austausch möglich ist. Lassen Sie sich Zeit bei Antworten, um Missverständnissen vorzubeugen. Fragen Sie, wie etwas gemeint ist.
Auf jeden Fall nutzen Sie auch weiter Beratung und sprechen Sie an, wenn sich etwas komisch anfühlt.
bke-Claudia Rohde
Hallo Christian,
danke für die kurze Rückmeldung gestern abend noch. :)
Ja es geht mir glaube ich vorallem um das Thema: wie gehe ich bei Abblockhaltung bzw. Ignorieren meiner Vorstellungen/Grenzen (hatte ihn an meinem Geburtstag auf WhatsApp geblockt weil ich von ihm keine Glückwünsche wollte und er hat mir dennoch via Email gratuliert mit dem Kommentar "dann hast du mich also geblockt ;-)")
einerseits mit ihm um und in ein Caritas-Gespräch, bei dem der Berater zu mir meinte, wir müssen uns einigen/Kompromisse finden bei allen Angelegenheiten (+ Berater ist null auf die Sache (Verheimlichen) mit dem Einführung neuer Partner eingegangen)?
Hallo sowahr:... nur kurz:
ich schaffe heute keine weitere antwort - aber danke für Ihre letzt!
entweder ich melde mich wieder oder eine kollegin/ein kollege von mir - oder: mitlesende Eltern.
-
ich schaue immer wieder ins Forum, auch wenn ich nicht der Moderator bin.
-
erstmal: LG!
bke - Christian Koch
Also es sind zwei Themenkreise, die Sie erfragen:
Mich würde natürlich interessieren, wozu Ihnen Anwälte geraten haben oder was Sie im Beisein von Anwälten vereinbart haben.
Ich denke so:
Zum ersten Themenkreis:
Zum zweiten Themenkreis:
> dass eine Trennung mitgeteilt und ausgesprochen (!) ist;
> dass mitgeteilt ist, welche Rolle ein neuer Partner /Partnerin im Blick auf Patchwork - Building spielt.
> dass mitgeteilt wird, wann und wie ein Kennenlernen erfolgt;
> ich würde sagen, es gibt ein Recht des Elternteils, ein sicheres Gefühl zu haben, dass es dem Kind im Umgang mit einer neuen Bezigsperson gut geht.
Das Recht ist aber nicht ausdrücklich beschrieben.
> Neue Lebenspartner haben eine große Verantwortung und brauchen Fingerspitzengefühl, sich auf die Kinder des Partners einzulassen; das Interesse, dem
anderen (getrennten) Elternteil Sicherheit zu vermitteln, sollte hoch sein.
> Sie Beide sollten m.E. unbedingt die Möglichkeit einer Beratungsstelle nutzen, um zu klären, wie genau es nach dem Nestmodell weitergehen soll.
Soweit erst einmal für jetzt.
Herzlichen Gruß,
bke - Christian Koch
Hallo Christian,
der Ex weiß von der neuen Wohnung. Ich hoffe dass er unserem Sohn nichts davon sagt, sondern ich unserem Sohn von dem Umzug erzählen kann.
Frage mich aber wie das allein von der Orga gehen soll (Kartons packen usw), ohne dass das Kind was mitbekommt. Sachen einpacken vom Haus geht ja sicherlich nicht innerhalb 1-2Tage. Und Kind möchte ggf. selbst entscheiden was es mitnehmen möchte in die neue Wohnung.
Wie kann ich denn einer Fachperson es sachlich/adäquat mitteilen dass ich die Aussage "das Kind ist doch ein ganz normal entwickeltes Kind" von dem Berater bezüglich eines neurodivergenten Kind nicht ganz sachlich richtig finde.
Zum zweiten Thema:
ich hatte meinen Ex im Vorfeld schriftlich mitgeteilt dass ich vor einem ersten Treffen der neuen Partnerin mit Kind informiert werden möchte und danach wie es fürs Kind war. Mein Ex hat dies ignoriert und "Einführung neuer Partner plus Kinder" über 4Wochen lang "verheimlicht" bis ich es durch Zufall rausgefunden habe. Ex behauptet wir hätten ja ein Kompromiss gehabt - es war aber eher ein Mitteilen seiner Regeln an mich welche meine Wünsche überhaupt nicht berücksichtigt hat.. das ist nur ein Beispiel unter einigen. Zum Beispiel wollte ich eine Rückmeldung wie es unserem Kind nach der ersten gemeinsamen Übenachtung mit Partnerin gegangen ist. Dies hat mein Ex abgeblockt und auf das nächste Caritas Gespräch verwiesen.
Wir haben in dem Gespräch mit unseren Rechtsanwälten einen groben Rahmen hinsichtlich Kindes-und Trennungsunterhalt, Betreuungszeit nach dem Nestmodell und Hausverkauf (bzw. Kostenübernahme Kredit Nebenkosten bis zum Verkauf) aufgestellt. Ex hat keine eigenen Einwände oder Vorschläge eingebacht, auch keine offensichtlichen Einwände. Deshalb fand ich sein nochmaliges nachfragen nach meinen Vorstellungen bzw. jetzt das nochmalige Zusammensetzen von uns beiden zur Klärung dieser Dinge sehr befremdlich, um es so auszudrücken. Und auch nach dem gefühlt von mir 100x Betonung, dass er doch bitte seine konkreten Zahlen, Vorstellungen schicken soll, bin ich jetzt gespannt ob er dies wirklich die Tage macht. Weil ohne konkreten Inhalt ist es schwierig einen Kompromiss einzugehen - ich hatte ihm das Beispiel einer Friedensvertrag genannt, dass die eine "Partei" mit den Forderungen kommt und die andere mit denen und man dann eben schaut..aber ohne konkrete Vorstellungen von ihm wird das schwierig.
Also es sind zwei Themenkreise, die Sie erfragen:
Mich würde natürlich interessieren, wozu Ihnen Anwälte geraten haben oder was Sie im Beisein von Anwälten vereinbart haben.
Ich denke so:
Zum ersten Themenkreis:
Zum zweiten Themenkreis:
> dass eine Trennung mitgeteilt und ausgesprochen (!) ist;
> dass mitgeteilt ist, welche Rolle ein neuer Partner /Partnerin im Blick auf Patchwork - Building spielt.
> dass mitgeteilt wird, wann und wie ein Kennenlernen erfolgt;
> ich würde sagen, es gibt ein Recht des Elternteils, ein sicheres Gefühl zu haben, dass es dem Kind im Umgang mit einer neuen Bezigsperson gut geht.
Das Recht ist aber nicht ausdrücklich beschrieben.
> Neue Lebenspartner haben eine große Verantwortung und brauchen Fingerspitzengefühl, sich auf die Kinder des Partners einzulassen; das Interesse, dem
anderen (getrennten) Elternteil Sicherheit zu vermitteln, sollte hoch sein.
> Sie Beide sollten m.E. unbedingt die Möglichkeit einer Beratungsstelle nutzen, um zu klären, wie genau es nach dem Nestmodell weitergehen soll.
Soweit erst einmal für jetzt.
Herzlichen Gruß,
bke - Christian Koch
Wir hatten das Gespräch mit den Rechtsanwälten da ich gerne jemand von außen dabei haben wollte, der mich unterstützt und als "Protokollant". Da Ex sich sonst an was anderes erinnert als dass wir vereinbart haben.
Jetzt auch wieder: ich dachte wir hatten uns auf einen recht guten Rahmen geeinigt die Woche. Einen Tag später hat er mich angeschrieben, was denn meine Vorstellungen zu x,y seien..
Hallo @sowahr - und herzlich willkommen hier im bke - online - Forum der Eltern.
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Bevor ich (mein Name: bke - Christian Koch) im Lauf des Tages eine Antwort auf Ihr Anliegen versuche, lasse ich anderen und, evtl. in diesen Fragestellungen geprüften, Eltern den Vortritt.
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Es sind ja schon Anwälte eingeschaltet - und offenbar hat eine Art "Kampf um das Kind" begonnen.
Die Frage ist, wie sich und ob sich in der Lage noch ein elterliches Gespräch (in Ruhe) entwickeln kann.
Gibt es dazu noch eine beidseitige Bereitschaft?
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Später mehr.
Lieben Gruß,
bke - Christian Koch